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Johann Christian August Heinroth

Prosessor der psychischen Heilkunde zu Leipzig,

ueber

die WAahrheit.

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333as würde es helfen, wenn sich der Verfasser rechtfertigen wollte, daß er sich in das Gebiet der Philosophie, ja der Theologie, gewagt hat? Sein Werk selbst muß ihn rechtfertigen; es muß seinen Beruf beurkunden; und geschieht dieß nicht, so ist jedes Nebenwort überflüssig. Und dennoch sieht sich der Verfasser genüthiget, zwei Motive anzuführen, die ihn zu dieser Schrift be> wogen haben. Das erste ist sein rastloser Wahrheitstrieb, der ihn beseelt hat seitdem er sich seiner bewußt wurde, und der ihn bis zum Grabe begleiten wird. Das zweite ist die, sehr klare, Einsicht: daß die Hauptkrankhciten des Menschen nur durch Erkenntniß der Wahrheit gehoben werden können. Der eigentliche Mensch ist nicht Leib, sondern Seele; und der Verfas

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ser ist von Profession Seelenarzt; wenigstens erklärt er sich sein Geschäft als Lehrer der psychischen Heilkunde in diesem Sinne; wenn auch Andere dieß zu thun nicht geneigt seyn möchten. Dieß das Erste.

Nun ein Zweites. Der Verfasser kennt seine Zeit und die Stimmung dieser Zeit so ziemlich. Er ist kein Jüngling mehr: er hat ein halbes Jahrhundert hinter sich. Er weiß, daß diese Zeit ihre Individualität hat, und daß sie sich dadurch von jeder andern unterscheidet. Er mag diese Individualität hier nicht zeichnen. Winke darüber sind in den einleitenden Betrachtungen gegeben. Nur Einen Zug muß er hier bemerken: es ist der der Vornehmheit. Wie man dasverwichene Jahrhundert das aufgeklärte nannte, könnte man vielleicht das unsrige das vornehme nennen. Eigentlich folgt Eines aus dem Andern. Der Charakter der Vornehmheit ist, wie Göthe sehr richtig bemerkt: das Ablehnen. Man wird auch dieses Büchlein über die Wahrheit von sich ablehnen, wenn man ein wenig hineingeblickt hat: denn es hat den so verhaßten Geruch des Mysticismus und der Frömmelei. Man macht es mit einem dergleichen Product wie mit einem Landmanne, dem man es

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anmerkt, wo er herkommt: man macht, daß man ihn los wird, und öffnet, sobald er fort ist, Thür und Fenster. Dieß wünscht der Verfasser dieses Buchs nicht. Er wünscht Aufmerksamkeit, Prüfung, Kritik; die letztere aber erst nach der Prüfung. Er meint: man habe heutzutage Vieles vergessen oder bei Seite geworfen, was man besser behalten und festgehalten hätte. Was' er damit meint, sagt das Buch selbst. Der Verfasser hält dieses sein Buch für gedacht. Es ist das Resultat seiner Gedanken über die Wahrheit, so lange er denken konnte. Seitdem er denken lernte, ist er zu den Philosophen in die Schule gegangen. Sie haben ihn gelehrt: daß die Philosophie etwas sucht, was sie nicht hat. Das Evangelium hat es; die Bibel überhaupt: es ist die Wahrheit. Ein Kind findet sie heraus. Kindern geht sie auch am ersten ein. Kinderlehrer wissen dieß am besten. Nun die Wahrheit: es verlohnt sich der Mühe, um sie zu freien. Hast du sie nicht, so hast du nichts. Denn was hilft dir Täuschung, Inthum, Lüge? Dieß sagt dieß Büchlein. Es weiset auf die Wahrheit hin: auf die Nahrung, die der Mensch wenigstens eben so sehr braucht,

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