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barkeit und Liebe zu Gott sollte sich nachher natürlich auch darin offenbaren, daß er treulich in dem erneuerten Freundschaftsverhältnisse mit Gott blieb, vor fernerem Sündigen sich hütete und eines kindlich-gehorsamen Wandels sich befleißigte. Alle diese Opfer waren Handlungen, durch welche sinnbildlich die Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes einerseits, seine Gnade und Barmherzigkeit andrerseits den Sündern vor die Augen gestellt wurden, so daß durch jedes Opfer die Verbindung dieser beiden scheinbar entgegengesetzten und sich einander ausschließenden göttlichen Eigenschaften einleuchtete. Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit fordert den Tod des Sünders und die Bestrafung einer jeden Sünde; nach seiner Gnade und Barmherzigkeit ist er aber geneigt und bereit, dem Sünder, an dessen Tod und ewigem Verderben er kein Wohlgefallen hat, zu verzeihen; um sich nun weder allein als ein heiliger, noch bloß als ein gnädiger Gott zu zeigen, hat er nach seiner ewigen Weisheit und Vaterhuld gegen das Geschlecht der Sünder ein Mittel gefunden, seiner Gerechtigkeit ein Genüge zu leisten und doch seine Gnade in vollem Maße über die Schuldigen zu ihrer Rettung und Besserung walten zu lassen; er hat eine Stellvertretung angeordnet und eine stellvertretende Genugthuung für seine beleidigte und durch die Sünde verhöhnte Majestät angenommen in dem Opfer seines lieben Sohnes, von dem alle Sündoder Sühnopfer Vorbilder waren. Durch diese Veranstaltung Gottes offenbart er seine Heiligkeit, seinen Abscheu an der Sünde, indem er selbst seines Eingebornen lieber nicht verschont, als daß er die Sünde ungestraft läßt, und durch den Tod desselben schreckt er am kräftigsten von der Sünde zurück; weil er aber vornämlich durch die Beweggründe der Liebe und Dankbarkeit die abgewandten Sünderherzen gewinnen und alle Feindschaft in ihnen tilgen will, so begnadigt er um dieses Todes willen die Schuldigen. Ohne die Dahingabe des Sohnes wäre weder die Größe der göttlichen Heiligkeit noch seiner Barmherzigkeit so an den Tag gekommen; ohnedies Opfer wäre wohl die Sünden vergebende Gnade Gottes, wenn er sie sonst in seinem Worte bekannt gemacht und den Sündern zugesichert hätte, erkannt, aber nicht seine Heiligkeit; und die wirksamsten Triebfedern, welche auf das menschliche Herz einwirken können, würden ohne dies Opfer nicht vorhanden sein, daher ist diese ganze Veranstaltung der Erlösung der Sünder durch das Opfer Christi Zeugniß der Kraft und der Weisheit Gottes, indem Christi Tod, als Sühnopfer, die weiseste und kräftigste Anordnung Gottes zur Seligkeit der Sünder ist. Bei allen Sündopfern kam es wesentlich auf den Tod des Opferthieres an, und kraft dieses Todes empfing der strafwürdige Sünder Vergebung seiner Sünden und in den Augen Gottes Gerechtig-. koit, denn wenn das Opferthier getödtet war, so wurde dies so angesehen, als ob der Strafwürdige selbst die gebührende Strafe, den Tod, Ver « tilgung aus dem Bundesvolke, erduldet hätte; der stellvertretende Tod erinnerte also an Gottes unverletzliche Heiligkeit und Gerechtigkeit, daß Gott aber erklärt hatte: „Und soll also der Priester sie versöhnen, so wird's ihnen vergeben;" diese Verheißung Gottes war Offenbarung seiner verzeihenden Gnade, und an dies Wort des Allerhöchsten und Wahrhaftigen mußte sich der Glaube der Sünder halten und in solchem Glauben dürften sie sich als völlig befreit von aller Schuld und Strafe ansehen. Es war also die Kraft des Versöhnopfers gar nicht an eine vorangegangene Besserung des Sünders geknüpft, sondern nur das wurde als nothwendig erfordert, daß der Sünder das von ihm begangene Unrecht und seine wirkliche Verschuldung erkannte und eingestand, den Wunsch hatte, davon frei zu werden, und sich dann, im Glauben an Gottes Wort, durch das für ihn gebrachte Opfer versöhnen und Vergebung schenken ließ. Ie zuversichtlicher er dann der Gnade Gottes vertraute, desto mehr mußte nachher durch die Gefühle dankbarer Liebe gegen Gott Haß gegen die Sünde und sorgfältiges Bemühen, sich vor ihr zu hüten, in ihm erzeugt werden. , Das Blutvergießen war recht eigentlich die Handlung, wodurch die Versöhnung geschah, wie es 3 Mose 17, 11. heißt: Denn des Leibes Leben ist im Blut, und ich hab's euch zum Altar gegeben, daß eure Seelen damit versöhnet werden, denn das Blut ist die Versöhnung sür's Leben; daher war auch den Kindern Israel streng verboten, Blut zu essen oder zu trinken, wie dies bei den heidnischen Opfermahlzeiten etwas sehr gewöhnliches war; sie sollten das Blut als etwas Heiliges ansehen und behandeln, weil ihnen der Ochsen und der Böcke Blut ein Vorzeichen sein mußte auf das rechte Versöhnungsblut, das der Erlöser am Kreuze vergoß, und daher wird im N. Test, die zwischen Gott und Menschen gestiftete Versöhnung allezeit von dem Blute Christi, von seinem blutigen Kreuzestods hergeleitet, der war die eigentliche Ursach der wahren Erlösung. Auch die Beschaffenheit sämmt« licher Opfer, die gebracht wurden, deutete sinnbildlich hin auf die Beschaffenheit des großen Opfers Iesu Christi; denn so wie jene nach der Verordnung 3 Mose 22, 19. 20. tadellos sein mußten und keinen Fehl haben dürften, wenn sie vor Gott angenehm, ein ihm wohlgefälliges Opfer sein sollten: so war Iesus Christus ohne Sünde, und hat sich selbst als ein ganz vollkommnes Opfer Gott dargebracht, darauf deuten die Worte Pauli 2 Kor. 5, 21: Gott hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde (d. h. zum Sündopfer) gemacht; und Hebr. 7, 26. wird Christus als Hoherpriester nach seinem Vorzuge vor den jüdi« schen Priestern, die allzumal Sünder waren, als ein ganz sündloser beschrieben. Die Hohenpriester des A. T. mußten sich selbst erst durch Opfer entsündigen, ehe sie als Mittelspersonen die Sünden des Volks durch die festgesetzten Opfer sühnen durften. Es mußten taglich Brand« opfer für die Sünden dargebracht werden, und das Feuer auf dem Altar durfte nimmer verlöschen, und alle Morgen soll der Priester (3 Mose 6, 12.) Holz darauf anzünden, und oben darauf das Brandopfer zurichten. Ungeachtet dieser täglichen, ganz bestimmten Opfer, zu denen noch die besonderen Sündopfer kamen, wenn ein Einzelner oder Mehrere sich verschuldet hatten, wurde auf ausdrücklichen göttlichen Befehl jährlich noch das allgemeine, große Versöhnopfer für die Sünden des ganzen Volkes dargebracht, über welches sich 3 Mose 16. die Verordnung findet.

Die sinnbildliche und vorbildliche Beziehung des äußerlichen, von Gott selbst bei Israel geordneten, Opferdienstes und der übrigen gottes« dienstlichen Gebräuche auf etwas Höheres, Geistiges ahneten unleugbar die einsichtsvolleren Israeliten, welche die Bedürfnisse des menschlichen Herzens fühlten und Gottes Wesen erkannten, dem nur eine Anbetung im Geist und der Wahrheit angenehm sein kann; und diese Ahnungen der nicht bloß fleischlich gesinnten, nur beim Aeußeren stehen bleibenden Herzen wurden durch die Belehrungen der heiligen Propheten zur Gewißheit erhoben und in hellere Erkenntniß verwandelt. Das tiefere Ver« ständniß des israelitischen Gottesdienstes, der priesterlichen Geschäfte, der dargebrachten Opfer und ihre Beziehung auf Christus und die geistige Gottesverehrung der Genossen des Himmelreichs in der Zeit des N. Test. kann vorzugsweise aus dem Briefe an die Hebräer geschöpft werden, obwohl auch sonst überall in allen Schriften der Evangelisten und Apostel, und in den eignen Aussprüchen Iesu, solche Beziehung und tiefere Enthüllung jenes vorbildlichen Scheinwesens sich findet. Das Gesetz, bezeuget Iohannes der Täufer Ioh. 1, 17., ist durch Moses gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Iesum Christum worden; das Gesetz, sowohl das Sitten« wie Ceremonialgesetz, ist göttliche Anordnung durch Moses, etwas Höheres ist durch Christum gegeben, nämlich Gnade, durch die die Sünder zur Erfüllung der Gebote fähig ge« macht werden, und Wahrheit, indem Christus das Schattenwerk eines nur vorbildlichen Gottesdienstes aufhob, eine wahrhafte Versöhnung stiftete und eine wahre Anbetung Gottes, wie sie ihm und den Bedürfnis« sen des menschlichen Herzens angemessen ist, lehrte. Paulus nennt Gal. 2, 9. die gottesdienstlichen Gebräuche des A. B. schwache und dürftige Satzungen, und Col. 2, 17. den Schatten von dem, das zu, künftig war, aber der Körper selbst (das wahre Wesen, worauf es an, kommt) ist in Christo.

Um die Sünde des Volks zu versöhnen und ein treuer Hoherptiester vor Gott zu werden — um die Angelegenheiten der Menschen mit Gott zu ordnen durch eine Versöhnung — mußte der Sohn Gottes Fleisch und Vlut annehmen, in der Gestalt des sündlichen Fleisches, wie ein andrer Mensch dem Aeußern nach, auf Erden erscheinen, und an ihm haben wir nun einen solchen Hohenpriester, der versucht ist allenthalben gleich« wie wir, doch ohne Sünde. Wegen der menschlichen Natur, die er besaß, und wegen der Erfahrungen, die er als Mensch gemacht hat, ist er recht geeignet, unserer Noth sich anzunehmen, denn er weiß, wie einem Menschen zu Muthe ist, und ist daher ein barmherziger Hoherpriester, der Mitleiden haben kann mit unsrer Schwachheit; deshalb darf man sich ihm eben so zutrauensvoll nahen, wie einst den irdischen Hohenpriestern, um wie vormals bei diesen, so jetzt nun bei ihm Versöhnung und Sündenvergebung zu suchen. Aber Iesus Christus besitzt als Hoherpriester viele Vorzüge vor denen des A. Test.; diese waren selbst Sünder und mußten, wie für das Volk also auch für sich selbst Sündopfer bringen, nicht so Christus; jene wurden, wie Aaron, von Gott zu diesem Ehrenamte berufen, also hat auch Christus sich nicht selbst in die Ehre gesetzet, daß er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget! und: Du bist ein Priester in Ewigkeit, nach der Ordnung Melchisedek (Hebr. 5.); jene waren, ungeachtet ihres göttlichen Berufs, nur Menschen, Christus aber ist Gottes Sohn, denn das Gesetz machet Menschen zu Hohenpriestern, die da Schwachheit haben, das Wort aber des Eides (Psalm 110, 4.), das nach dem Gesetz gesagt ist, setzet den Sohn ewig und vollkommen; jener waren viele, darum, daß sie der Tod nicht bleiben ließ, dieser aber, darum, daß er bleibet ewiglich, hat ein unvergängliches'Prie« sierthum. Die Summa von dem allen ist (Hebr. 8, 1.): Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzet zu der Rechten, auf dem Stuhl der Majestät im Himmel, und ist ein Pfleger (Besorger) der heiligen Güter und der wahrhaftigen Hütte, welche Gott aufgerichtet hat und kein Mensch. Christus verwaltet also sein hohepriesterliches Amt, nachdem er auf Erden damit begonnen hat, recht eigentlich und immerdar im Himmel, denn wenn er auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, dieweil da (die levitischen) Priester sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern, sie alle aber dienen nur in dem Abbilde der Hütte, die Gott >uf dem Berge zeigte, in einem irdischen Tempel, dienen

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