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wundet und um unserer Sünden willen zerschlagen ist. Da der Sohn Gottes aus herzlicher Liebe Leiden und Tod zu unserer Erlösung willig übernahm, so ist auch hierin die göttliche Gerechtigkeit gerechtfertigt. Der Opfertod Christi entspricht aber auch völlig den Bedürfnissen des menschlichen Herzens in seinem sündhaften Zustande; sollte nämlich der durch Sünde von Gott entfernte und entfremdete Mensch zu seinem Gott zurückgezogen und für ihn gewonnen werden, so konnte das nur durch eine That göttlicher Liebe geschehen, denn Liebe nur kann Liebe erzeugen; was ist aber wohl mehr im Stande in den erstorbenen Herzen die Flamme göttlicher Liebe anzuzünden, als der freiwillige und schmachvolle Opfertod des Sohnes Gottes, der nach Gottes Zusage und Erklärung allen Sündern Gerechtigkeit erworben hat? was kann den Menschen mehr von seinem Stolze und seelenverderblichen Hochmuth heilen, als die allerticfste Erniedrigung des Sohnes Gottes um des Sünders willen? was kann mehr Zutrauen erwecken, als die eigne Aufopferung Christi aus Liebe, denn größere Liebe hat niemand, als der sein Leben lässet für seine Freunde, und Christus ist sogar für uns Gottlose gestorben! sollte wer den Sohn uns schenket, uns mit ihm nicht alles schenken? was endlich kann die Sündenliebe des verderbten Herzens mehr tödten und uns zu einem dem Heilande geweihten Leben ermuntern, als gerade dies, daß unsre Sünden Ursach seines bittern Leidens und Sterbens waren, daß ein solches Opfer nöthig war zu unsrer Rettung? So wirkt diese Heilsanstalt Gottes in dem Opfertode Christi durch die allerstärksten Beweggründe und durch die gewaltigsten Triebfedern auf das menschliche Herz, und wenn anders wirklich eine neue Schöpfung mit uns vorgehen soll, so gibt es keine zweckmäßigere Veranstaltung, als Christi Opfertod, der so ganz auf die Bedürfnisse des menschlichen Herzens berechnet ist. Es offenbart sich daher hierin auch die Allwissenheit des Herzenskündi« gers und seine Weisheit, daß er an diesem Tode ein Mittel zu unsrer Erlösung gefunden hat, welches durch kein anderes ersetzt werden kann. Nur Mangel an Selbstkenntniß, verkehrte Vorstellungen über Gott, Mißverstand dieser göttlichen Gnadeneinrichtung selbst, Hochmuth des menschlichen Herzens, das der Gnade und eines fremden Verdienstes nicht zu bedürfen wähnt, können sich tadelnd über dies Werk der höchsten Weisheit Gottes äußern, ungerechte Vorwürfe und Einwendungen vorbringen und es für entbehrlich erachten. Wer aber das Ungenügende der menschlichen Tugend und die heiligen Forderungen Gottes erkannt hat, der wird in anbetender Bewunderung des Opfers Christi sich getrosten und in demselben den stärksten Antrieb zur Heiligung finden. Mag daher immerhin selbstgerechten Herzen (Juden) das Wort vom Kreuze, sten getrösten sich des Opfers Christi oft auf eine eben fo sündliche Weise, indem sie in ihren Sünden verharren, wie Israel seiner Opfer. Diesen Irrthum zu zerstören, auf die Nothwendigkeit ächter Buße und lebendigen Glaubens hinzuweisen, den rechten Sinn der Opfer und die wahre Bedeutung alles äußeren Gottesdienstes zu enthüllen, war vielfältig das Bemühen der heiligen Propheten, und aus ihren Belehrungen über diese Gegenstände läßt sich abnehmen, wie nicht nur sie selbst, sondern auch durch sie wieder andre, zur rechten Würdigung der Opfer und der anderweitigen Verrichtungen des levitischen Priesterthums kamen, obwohl das volle Licht für jeden erst durch Christum im Evangelio aufgegangen ist, aber freilich auch da nur für die, welche sehen wollen. Schon der Prophet Samuel sprach zu Saul, als dieser seinen Ungehorsam gegen Gott im Kriege gegen die Amalekiter mit einem Opfer, das er zu bringen Willens sei, beschönigen wollte: Meinest du, daß der Herr Lust habe (mehr) am Opfer und Brandopfer, als am Gehorsam der Stimme des Herrn? Siehe! Gehorsam ist besser denn Opfer, und Aufmerken (auf die Stimme Gottes) besser denn das Fett von Widdern. Denn Ungehorsam ist eine Zauberei-Sünde, und Widerstreben ist Abgötterei und Götzendienst (1 Sam. 15, 22. 23.); indem nämlich der Ungehorsame sich einen andern Gott und Herrn erwählt, dem er dienen will, seinen eignen Willen und seine fleischlich,gesinnte Vernunft. Jm 50 Psalm wird der wahre Gottesdienst im Gegensatz gegen eine bloß äußerliche Verehrung beschrieben; und diese wird als ungenügend bestraft, Iesaias Cap. 1. Daher verlangt denn auch der heilige Paulus ganz andre Opfer von den Genossen des N. B., als jene bei Jsrael , waren, indem er Röm. 12, 1. sagt: Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber (euch selbst) begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst; im A. B. wurden die Opfer getödtet, die Christen sollen heilig leben, das ist das einige Gott wohlgefällige Opfer, und der vernünftige Gottesdienst derer, für die sich Christus geopfert hat, wodurch sie Gottes Gnade erlangt haben; nur der ungöttliche Sinn soll getödtet werden, der verkehrte Wille soll sterben; tödtet eure Glieder, die auf Erden sind (heißt es Col. 3, 5.), Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei. Auf diese Aufopferung des bösen Herzens deutet der Erlöser hin, Matth. 18, 8. 9. Täglich mit Christo der Sünde absterben, ihm allein leben in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, Dank und Preis in täglichem Gebete ihm darbringen, das sind die Opfer für die Genossen des N. Bundes, das ist die wahre Gottes«

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