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haftigkeit, weil er schon den heiligen Erzvätern, aus freier Gnade, solche Zusicherung über ihre Nachkommenschaft gegeben hatte. Auch der Unter« schied zwischen reinen und unreinen Thirren, von denen nur die ersten gegessen werden durften, gehört mit unter die Anordnungen, durch welche Israel von andern Völkern abgesondert wurde; und er sollte einen Vor« zug Jsraels vor den Heiden als Unreinen anzeigen, im N. B. aber auf« hören, wie sich aus der Geschichte des Petrus ergibt, der zu Ioppe im Hause des Gerbers Simon entzückt wurde, zu dem Heiden Cornelius ging, als er hier alle gegenwärtig sähe, vor Gott, zu hören, was ihm von Gott befohlen war, so that er seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht anstehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist chm angenehm — jetzt bekomme ich die feste zuversichtliche Ueberzeugung, daß alle äußeren Umstände, Verhältnisse und Volksunterschiede vor Gott nichts gelten, sondern wo nur immerhin, in welchem Volke es auch sei, jemand eine redliche Sehnsucht nach ihm hat und nach Maßgabe feiner Erkennt« niß sittlich wandelt, der ist in Gottes Augen so lieb und angenehm, daß er ihm die Segnungen des Evangelii zu Theil werden läßt und ihn zur Gemeinschaft Christi beruft, Apostg. 10. Als späterhin Iuden und Christen in Ierusalem ihm darüber Vorwürfe machten, daß er auch Hei« den das Evangelium gepredigt habe (11, 2.), da erzählte er ihnen den ganzen Hergang der Sache, und wie der heilige Geist auch auf diese, wie auf sie selber am ersten Anfange, gefallen sei, und sprach: So nun Gott ihnen gleiche Gaben gegeben hat, wie auch uns, die da glauben an den Herren Jcfum Christum, wer war ich, daß ich konnte Gott weh« ren? Da sie das hörten, schwiegen sie stille, und lobeten Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden Buße gegeben zum Leben. Hier schon zeigte sich also die Wahrheit, die der Apostel Paulus Gal. 3, 28. so ausspricht: Hier ist kein Iude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Christo Iesu; in der christlichen Gemeinschaft fallen alle Unterschiede hin; und alle Verschiedenheiten, die vor derselben bestehen, dürfen nach Gottes Willen nicht so behandelt werden, als ob durch sie irgend jemand, wegen seiner Lage, von dieser beseligenden Gemeinschaft ausgeschlossen werden solle. Es gehörten diese Speisegesetze über reine und unreine Thiere mit zu dem Ioch des Gesetzes, von welchem Petrus Apostg. 15, 10. sagt, daß weder die Väter noch sie selbst es zu tragen vermogt hät« ten; und in Rücksicht auf die Heiden gehörten sie zu dem Zaun, der Israel von ihnen trennte, der nun aber durch Christum niedergerissen ist, wie Eph. 2, 14.15. sagt. Für die Genossen des N. B. gilt in Beziehung auf die Speise Christi Wort Matth. 15, 11. und des Apostels 1 Tim. 4, 3 — 5., Tit. 1, 15., 2 Kor. 5, 17. 18.

VII. Von der Gesetzgebung bis auf Moses Tod. 1. Von der Abgötterei mit dem gegossenen Kalbe.

Als Moses noch auf dem Berge Sinai war, sprach Gott zu ihm (2 Mose 23, 20—23.): Siehe, ich will einen Engel mitsenden, der soll vor dir hergehen und dich unterwegs beschützen, und dich an den Ort bringen, den Ich bereitet habe. Scheue dich vor seiner Gegenwart, und gehorche seiner Stimme und erbittre ihn nicht, denn er wird euch euren Ungehorsam nicht ungestraft hingehen lassen, denn er trägt meinen Namen in sich. Wirst du nun seiner Stimme gehorchen, und thun alles, was Ich sagen werde, so will ich deiner Feinde Feind sein und deine Widerwärtigen mit harter Strafe angreifen. Da es Ioh. 1, 18. heißt: Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schooß ist, der hat es uns verkündet; und 1 Tim. 6, 16: Gott wohnet in einem Licht, da niemand zukommen kann, welchen kein Mensch gesehen hat, noch sehen kann; da ferner der Sohn Gottes versichert Ioh. 5, 37: Ihr habet nie, weder des Vaters Stimme gehöret, noch seine Gestalt gesehen; da überdies gesagt wird (Joh. 1), das ewige Wort sei das Licht der Welt gewesen, und habe in die Finsterniß hineingeleuchtet, bevor es noch Fleisch geworden sei und unter den Menschen gewohnt habe: so ist es der Schrift nicht nur zuwider, sondern ihr vielmehr gemäß, anzunehmen, daß alle Offenbarungen Gottes eigentlich Erscheinungen des Sohnes Gottes gewesen sind, wie denn auch der heilige Stephanus sagt: den Moses, welchen die Kinder Js« rael verleugneten, den sandte Gott zu einem Obersten (Anführer) und Erlöser, durch die Hand (Vermittelung) des Engels, der ihm erschien im Busche; und dieser Moses ist's, der in der Gemeinde in der Wüste mit dem Engel war, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai und mit unfern Vätern (Apostg. 7, 35. 38.). Wenn also unter dem Herrn, der sich Mose am Horeb und auf Sinai offenbarte, und allemal, wo von Offenbarungen Gottes im A. Test. die Rede ist, dem zufolge der Sohn Gottes zu verstehen ist, der sich nachher, als die Zeit erfüllet war, auch im Fleische offenbaret und unter den Menschen gewohnt hat, da seine früheren Offenbarungen nur in Zwischenräumen und einzeln erfolgten: so redet auch hier (2 Mose 23.) der Sohn Gottes, und verspricht einen erschaffenen Engel mitzusenden, er selbst will nach 2 Mose 33, 3. nicht mit hinaufziehen, daß aber von diesem Engel gesagt wird: Er trägt

meinen Namen in sich, heißt: er vertritt meine Person, so wie der Er« löser von seinen Aposteln sagt Luk. 10, 16: Wer euch höret, verhöret mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich.

Als nun das Volk sahe, daß Moses verzog von dem Berge zu kom« men, kamen sie haufenweise zu Aaron und sprachen zu ihm: Auf, und mache uns Götter, die vor uns herziehen, denn wir wissen nicht, was diesem Mose, dem Manne, der uns aus Egypten geführt hat, widerfahren ist. Da ließ sich Aaron güldene Ringe von dem Volke geben und machte ein gegossen Kalb, und sie sprachen: Das sind deine Götter, Jsrael, die dich aus Egyptenland geführt haben. Da Israel keine anderen Gottesdienste, als die der Egypter kannte, welche in ihren Tempeln das Bild eines goldenen Ochsen verehrten, so erklärt sich hieraus diese Form der Abgötterei, deren Israel sich schuldig machre. Als Gott diesen Abfall des Volkes dem Moses auf Sinai mitgetheilt und zugleich erklärt hatte, er wolle dies hartnäckige Volk nun ganz und gar vertilgen, da flehte Moses mit demüthigem und inbrünstigem Gebet zu Gott (wie einst Abraham für Sodom), und erinnerte ihn an die bisher bewiesene Gnade und an seine barmherzigen Verheißungen, daß er Abrahams Samen mehren wolle wie die Sterne am Himmel, und Gott der Herr ließ sich erbitten und beschloß, das Volk nicht zu vertilgen. Moses kam hierauf zum Volke zurück und ergrimmte so sehr in seinem Herzen über die Sünde der Abgötterei, daß er die beiden Bundestafeln faßte, sie aus den Händen warf und sie vor ihren Augen unten am Berge zerbrach. Daraufnahm er das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es mit Feuer, und zerschlug es, und zermalmte es zu Pulver, und warf den Staub in den Bach, und streuete ihn aufs Wasser, und gab es den Kindern Israel zu trinken. Die Leviten mußten hierauf mit Schwertern durchs Lager gehen, und niederhauen, wen sie fanden, und so fielen an dem Tage dreitausend Mann, zur gerechten Strafe der allgemeinen Versündigung. Nun wandte sich Moses wieder an den Herrn, bekannte ihm die Sünde des Volks und betete für dasselbe um Vergebung, indem er sprach 2 Mose 32, 32: Ach! wenn du doch das Mal ihnen ihre Sünden vergeben wolltest! Wenn's aber nicht sein kann, so tilge mich aus deinem Buche, das du geschrieben hast! Mit meinem Volke will ich untergehen, wenn ihm keine Verzeihung zu Theil werden kann: so groß war Moses Liebe zu seinem Volke, von dem er nur Plagen, Beschwerden und Undank erfuhr; ihr ähnlich ist des heiligen Paulus Liebe zu Jsrael, indem er spricht Röm. 9, 3: Ich habe gewünschet, ver« bannet zu sein von Christo für meine Brüder, die meine Gefreundte sind nach dem Fleisch. Auf Moses Fürbitte antwortete der Herr: Jch will de n aus meinem Buche tilgen, der an mir sündigt! Nun strafte er zwar die Sünde (V. 35.), gebot dann aber Mose, das Volk weiter zu führen, und sagte wiederum, sein Engel werde mitziehen, nicht aber er selbst, denn sonst mögte er das hartnäckige Volk unterwegs aufreiben. Es geschah also aus Liebe, daß der Sohn Gottes nicht selbst unter ih« nen sein wollte, damit ihnen seine Gegenwart, bei ihrer Hartnäckigkeit, nicht zum Schaden gereichen, noch sie ins Verderben bringen mögte. Allein das Volk wurde über diese Rede traurig, und niemand legte sei« nen Schmuck an; da sagte Gott (2 Mose 33, 5.), wenn sich die Kinder Jsrael gänzlich von allem Schmuck losmachten (der sheilweise zur Anfertigung des Götzenbildes gemißbraucht war), um die Aufrichtigkeit ihrer Buße zu beweisen, und ihm nicht mehr so mit ihren Sünden ins Angesicht trotzten, sondern sich demüthig von Horeb entfernten, dann wolle Er doch noch seine heilige Wohnung bei ihnen aufrichten, aber nicht im Lager, sondern außerhalb desselben in beträchtlicher Entfernung (V. 7.); und sein Angesicht, d. h. er selbst in eigner Person, wolle mit' gehen. Moses entgegnete hierauf (V. 15. 16.): Wenn du nicht in eigner Person mitgehst, so führe uns nicht von hinnen, denn wobei soll doch erkannt werden, daß ich und dein Volk Gnade in deinen Augen gefunden haben, außer wenn du mit uns gehst? Denn das ist der besondere Vorzug, welchen wir, ich und dein Volk, haben sollen vor allem Volke, das auf Erden ist. Da sprach der Herr zu Mose: Auch das Wort, das du jetzt geredet hast, will ich thun, denn du hast Gnade funden in meinen Augen, und ich kenne dich mit Namen. So laß mich denn deine Herrlichkeit sehen, flehte Moses; da antwortete der Herr: Ich will alle meine Lieblichkeit vor deinem Angesicht lassen vorübergehen, und will dir den Namen Jehovah vorpredigen, d. h. dir von der Gottheit und dem Namen Jehovah eine noch nähere und deutlichere Erkenntniß geben; das alles aber aus lauter unverdienter Gnade, ohne irgend ein Verdienst von deiner Seite, denn wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. Aber mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn der Mensch ist das nicht im Stande mich anzuschauen und lebendig zu bleiben; wenn ich aber vorübergegangen bin, so sollst du mir hintennach sehen. (So werden wir allezeit Gottes Wege mit uns erst nachher inne, und verstehen es erst später, daß es seine gnadenreiche Führung war, die wir erfahren haben.) Der Herr kam nun in der Wolke hernieder, und stellte sich zu Mose hin und predigte den Namen Jehovah; denn indem Er vor ihm vorüberging, so rief Er Selbst der Herr: Jehovah, Jehovah ist ein barmherziger und gnadenreicher Gott, geduldig und von großer Güte und Treue, der Gnade beweiset in tausend Glied, und Missethat, Uebertretung und Sünde vergibt, und vor welchem niemand unschuldig ist, der die Missethat der Väter heimsucht an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied, 2 Mose 34, 6. 7. So offenbarte sich Gott auch hier in seiner Heiligkeit und Barmherzigkeit, und Moses flehte ihn abermals an, selber das Volk zu führen, und der Herr sicherte es ihm zu, und führte fortan das Volk, des Tags in einer Wolken- und des Nachts in einer Feuersäule, dem sichtbaren Unterpfand seiner allgegenwärtigen Nähe.

2. Von den Reisen der Kinder Israel.

Die Kinder Israel hatten schon einmal gegen Gott gemurrt und Fleisch begehrt (2 Mose 16.), und so thaten sie abermal nach der Erzählung 4 Mose 11. Das Pöbelvolk war lüstern geworden, und saßen und weinten und sprachen: Wer will uns Fleisch zu essen geben? Wir gedenken der Fische, die wir in Egypten umsonst aßen, nun aber ist unsere Seele matt, denn unsere Augen sehen nichts als das Man. Da verhieß ihnen Moses auf Gottes Befehl, sie sollten einen ganzen Monat lang Fleisch zu essen haben, bis es ihnen zum Ekel würde; und der Herr ließ Wachteln kommen vom Meer, und streute sie über das Lager, zwo Ellen hoch über der Erde; da sammelten sie, als aber das Fleisch noch unter ihren Zähnen war, und ehe es aufwar, da ergrimmte der Zorn des Herrn unter dem Volke, und schlug sie mit einer sehr großen Plage; daher dieselbige Stätte heißet Lustgräber, darum, daß man daselbst begrub das lüsterne Volk.

Späterhin murrete ganz Israel gegen Mose und Aaron, und sprach zu ihnen: Ach, daß wir in Egyptenland gestorben wären, oder noch stürben in,dieser Wüste, warum führet uns der Herr in dies Land, daß unsere Weiber durch's Loos sterben und unsere Kinder ein Raub werden? Ist's nicht besser, wir ziehen wieder in Egypten? So zu murren hatten die Kundschafter Veranlassung gegeben, welche dem Lande Canaan ein böses Geschrei machten, indem sie die Bewohner desselben als wild und sehr kriegerisch schilderten. Ia man wählte einen Anführer, um den Gedanken der Rückkehr nach Egypten wirklich auszuführen. Da fielen Mose und Aaron vor der ganzen Gemeinde auf ihr Angesicht, Jo« sua aber und Caleb, die auch Kundschafter gewesen waren, zerrissen ihre Kleider, und versicherten, das Land, welches sie durchwandelt wären, sei schr gut, sie sollten nur nicht vom Herrn abfallen, so werde Er ihr Schutz und ihre Hülfe sein zur Eroberung desselben. Ueber dieser Rede wollte das Volk sie steinigen, da erschien aber die Herrlichkeit des Herrn

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