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in der Hütte des Stifts allen Kindern Israel, und der Herr sprach zu Mose: Wie lange lästert mich das Volk? und wie lange wollen sie nicht an mich glauben durch allerlei Zeichen, die ich unter ihnen gethan habe und Alle die Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, die ich gethan habe in Egypten und in der Wüsten, und mich nun zehnmal versucht, und meiner Stimme nicht gehorchet haben, derer soll keiner das Land sehen, das ich ihren Vätern geschworen habe, auch keiner soll es sehen, der mich verlästert hat. Eure Leiber sollen in der Wüste verfallen, und alle die ihr gezählet seid von 20 Jahren und dar« über, die ihr wider mich gemurret habt, sollt nicht in das Land kommen; und eure Kinder sollen Hirten sein in der Wüste 40 Jahr. Also sturben durch die Plage vor dem Herrn alle die Männer, die Mose gesandt hatte, das Land zu erkunden, aber Josun und Caleb, darum, daß ein andrer Geist in ihnen war, und sie dem Herrn treulich nachfolgten, die will ich, sprach er, in das Land bringen. Und so geschahe es, daß nur diesc zween, von allen die aus Egypten gezogen waren, nach Canaan kamen, 4 Mose 14.

Abermals versündigte sich das Volk gegen Gott nach 4 Mose 20, 1 —13. Gott gebietet, Moses solle den Felsen nur anreden, und zu ihm sagen: Iener Fels Horeb gab uns sein Wasser, gib du uns das Deinige auch; allein aus Ungeduld und Verdruß schlug Moses an den Fels, und deswegen sollte auch er nicht in das Land der Verheißung kommen. , .,, ....

Eine neue Versündigung des Volks zog ihm neue Strafe von Gott zu, 4 Mose 21, 4 — 9. Am Panier des Heeres wurde die eherne Schlange aufgehängt, und das Gebot mit der Verheißung Gottes den Kindern Israel gegeben: Wer sie ansieht, der soll leben. Alles kam hier auf den Glauben an, für den dies Rettungsmittel eine Prüfung und Uebung sein sollte. Es war kein gewöhnliches Mittel, die Vernum« deten zu heilen und sie dadurch vom Tode zu retten, daß sie die kupferne Schlange ansehen sollten; man mußte sich im Glauben an die göttliche Verheißung halten, und dem Wahrhaftigen vertrauen, er werde sein Wort halten und den genesen lassen, der die Schlange ansah; wer solchen Glauben hatte, fügte sich dann aber auch, wider alle Wahlscheinlichkeit des Erfolgs, wenn man nach der Erfahrung urtheilen wollte, in das göttliche Gebot, und sahe die Schlange an, und der treue Gott und Herr erwies sich dann als Arzt und Helfer, und wer gebissen war, genas. Wer aber im Unglauben dachte, was soll mir solches Anschauen helfen, und nicht gehorchte, indem er Gottes Verheißung für nichts achtete, der starb dahin an dem töstlichen Biß der giftigen Schlangen, aus eigner Schuld, weil er sich nicht in die göttliche Heilsordnung fügte. Der Erlöser deutet diese ganze Geschichte als ein Vorbild auf seinen Kreuzestod, Hoh. 3, 14. 15. Es hat also Iesus am Kreuze als ein Fluch dagehangen, wie geschrieben steht: Verflucht ist, der am Holze hangt; und in dieser schmachvollen, verworfenen und verabscheueten Gestalt ist er unser Erlöser von der Sünde und ihrer Strafe, dem Tode, geworden; der gläubige Hinblick auf ihn, das kindliche Vertrauen auf Gottes Zusage: Alle, die an ihn glauben, sollen nicht verloren gehen, das ist unsrerseits nöthig, wenn wir der göttlichen Hülfe theilhaftig wer« den wollen. Der Vernunft scheint es auf den ersten Anblick widersinnig, daß einer, der unter die Uebelthäter gerechnet ist, der Heiland der Welt sein soll, wer aber Gottes Verheißung mehr traut, als sich selber, und in die göttliche Heilsordnung sich fügt, der macht dieselbe Erfahrung zur Rettung seiner Seele, welche die Israeliten durch Hülfe vom leib« lichen Tode machten.

Achtet man auf Israels Verhalten während der 40 Jahre, die es in der Wüste zubrachte, so werden uns darin Tiefen des menschlichen Herzens und des Verfahrens Gottes mit den Menschenkindern offenbart. Die Befreiung aus Egypten, die Rettung vor Pharao, die wunderbare Erhaltung in der Wüste, die gnädige Führung Gottes, das alles vermogte nicht die Gesinnung eines kindlichen und unerschütterlichen Ver« trauens, noch die Gefühle dankbarer Liebe gegen Gott in Israel zu erzeugen. Immer auf's Neue sinken sie in Verzagtheit, murren gegen Gott, empören sich gegen seinen Knecht Mose, sind mit seinen Führungen unzufrieden; sie zeigen sich als halsstarrig und hartnäckig, vergessen immer wieder Gottes mächtige und gnadige Durchhülfe, weichen von ihm mit ihrem Herzen; sind verzagt, wenn sie gezüchtigt werden, geloben dann alles und halten nachher nichts. Aber so ist das menschliche Herz. Und Gott trägt sie mit so unsäglicher Geduld, mit so vieler Langmuth, straft sie zwar nach seiner heiligen Gerechtigkeit, vergibt aber immer wieder nach seiner Gnade und hört nicht auf, Barmherzigkeit zu üben. Ein Bild des menschlichen Lebens und auch der sündlichen Herzensbeschaffenheit hält uns Israel vor, aber auch die Regierungsweise Gottes in seinem Gnadenreiche sieht man hier abgebildet. Der heilige Paulus macht 1 Kor. 10, 1 — 11. auf diese Geschichten aufmerksam, um zu zeigen, wie man darum Gott noch nicht wohlgefalle, weil man von ihm mit Wohlthaten überhäuft werde, und dann knüpft er die Ermahnung daran, solche Liebesbeweise Gottes recht zu benutzen und sich vor der Sünde zu hüten, welche der heilige Gott, ungeachtet seiner erbarmenden Liebe, nicht ungestraft lasse. Eben so wird im Briefe an die Hebräer an Israels Ungehorsam und dessen traurige Folgen erinnert, zur Warnung für die Christen, daß sie sich nicht ähnliche Strafgerichte zuziehen mögten; Cap. 3, 7 — II. Unter der hier erwähnten Ruhe ist der Eingang in Canaan und das ruhige Wohnen im Lande der Verheißung zu verstehen; der Grund aber, daß sie Gott nicht dazu gelangen ließ, war kein andrer, als daß sie (V. 16 bis 19.) eine Verbitterung anrichteten, wenn auch nicht alle, die von Egypten ausgingen durch Moses. Ueber welche aber ward er entrüstet 40 Jahr lang? Ist's nicht also, daß über die, so da sündigten, deren Leiber in der Wüste verfielen? Welchen schwur er aber, daß sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, denn den Ungläubigen? Und wir sehen, daß sie nicht haben können hineinkommen um des Unglaubens willen. Im 4. Cap. wird dann die Ruhe Israels in Canaan, nach seinen Zügen in der Wüste, als ein Bild der höhern und seligern Ruhe angesehen, zu welcher alle, die an Christum glauben, gelangen sollen, daher heißt es V. 1. ff.: So lasset uns nun fürchten, daß wir die Verheißung, einzukommen zu seiner Ruhe, nicht versäumen und unser keiner dahinten bleibe. Denn es ist uns auch verkündigt, gleichwie jenen (wir haben eine ähnliche, obwohl himmlischere Verheißung), aber das Wort der Predigt half jenen nichts, da nicht glaubeten die, so es höreten. Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe; zu einer solchen, die ähnlich ist jener Ruhe Gottes, die in den Worten beschrieben wird: Gott ruhete am siebenten Tage von allen seinen Werken. Daß aber Israels Ruhe in Canaan nicht die rechte, wahre Ruhe, sondern nur ein irdisches Bild einer weit bessern und seligen Ruhe war, ergibt sich daraus, daß Gott nach langer Zeit, als Canaan längst eingenommen war, durch Davids Mund sprach: Heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht. Denn so Josua sie hätte zur (wahren) Ruhe gebracht, würde er nicht hernach von einem andern Tage gesagt haben. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk Gottes. So lasset uns nun Fleiß thun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand falle in dasselbige Erempel des Unglaubens.

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3. Bileam. Die Geschichte Bileams ist rücksichtlich auf das Reich Gottes in zwiefacher Beziehung wichtig, sowohl wegen seiner Erkenntniß Iehovahs, als auch wegen der von ihm gesprochenen Weissagung. Bileam wohnte nach 5 Mose 23, 4. in Mesopotamien, und war nach Iosua 13, 22. ein Weissager. Als er von Balak, dem Könige der Moabiter, ausgefordert wird, Israel zu verfluchen, so antwortet er 4 Mose 22, 8: Bleibet hier über Nacht, so will ich euch wieder sagen, wie mir derHert sagen wird. Er hat offenbar eine Erkenntniß des wahren Gottes gehabt, ob von Abrahams Familie her, die einst in Mesopotamien wohnte, oder sogar noch von Noah, läßt sich nicht bestimmen, da sich hie und da zerstreut Spuren der wahren Religion fanden. Aber er ist bei seiner Erkenntniß ein Zauberer (Cap. 24, 1.). Auffallend bleibt es, daß er von dem Gott Israels sogar mit dem Namen Jehova redet (Cap. 22, 28.), welcher damals ein Geheimniß war. Statt zu fluchen, feg« net er Israel, und von der Zukunft verkündet er in seiner Weissagung (Cap. 24, 17.): Ich sehe ihn, aber noch nicht gegenwärtig, ich schaue ihn, aber nur noch von ferne, den Stern, der aus Iakob hervortritt, den Scepter, der in Israel aufkommen und die Fürsten der Moabiter zer« schmettern wird. Daß Bileam diese Worte von einem Heilande und Seligmacher aller Menschen verstanden habe, läßt sich nicht erweisen, er redet zunächst nur von einem Zerstörer der Moabiter, aber die Iuden sahen diese Worte als eine Weissagung von dem zukünftigen Messias an, den sie sich als irdischen König dachten.

4. Ein Theil des Landes Canaan wird in Besitz genommen. Da die Kinder Ruben und Gad sehr viel Vieh hatten, so wünsch« ten sie den östlichen Theil Canaans auf dem linken Ufer des Jordan ge« legen, das Land Gilead, als Erbtheil zu besitzen, und sprachen zu Mose: Haben wir Gnade vor dir funden, so gib dies Land deinen Knechten zu eigen, so wollen wir nicht über den Iordan ziehen. Wie, sprach Mose, eure Brüder sollen in den Streit ziehen und ihr wollt hie bleiben? Da sprachen sie: Wir wollen nur Schafhürden hier bauen für unser Vieh und Städte für unsere Kinder, wir aber wollen uns rüsten voran vor die Kinder Israel, bis daß wir sie bringen an ihren Ort; wir wollen nicht heimkehren, bis die Kinder Israel einnehmen ein jeglicher sein Erbe; denn wir wollen nicht mit ihnen erben jenseits des Jordans, sondern unser Erbe soll diesseits des Jordans gegen Morgen gefallen sein. Da sprach Moses zu ihnen: Wenn ihr das thun wollt, daß ihr euch rüstet zum Streit vor dem Herrn, daß das Land unterthan werde, so sollt ihr dies Land zu eigen haben, und so gab er es ihnen, 4 Mose 33. So fing nun an, die gnädige Verheißung Gottes, die er dem Abraham und allen Erzvätern gegeben hatte, in Erfüllung zu gehen, und er erwies sich hier als der Wahrhaftige und Treue.

5. Die Verheißung von dem zukünftigen Propheten.

Da Gott sein Volk fernerhin durch Propheten regieren wollte, de« nen er unmittelbar sich offenbarte und die seinen Willen an Jsrael bekannt machen sollten, so belehrte er sie auch über die Kennzeichen der wahren Propheten, damit sie vor den Täuschungen betrügerischer Menschen gesichert sein mögten, 5 Mose 13, 1—5. Zeichen und Wunder sollten also allerdings eine Beglaubigung für die Propheten sein, aber ihre göttliche Sendung sollte dennoch vorzugsweise, ja allein nach der Lehre beurtheilt werden, die sie vortragen würden, und sobald sie hier vom Glauben und Gehorsam gegen Gott abwendig zu machen versuchen würden, so sollte man ihren Zeichen und Kräften keinen Glauben bei« messen. Daher sagt denn auch Paulus Gal. 1,8: Wenn ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen, anders, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Damit Israel vor allen Täu« schungen der heidnischen Abgötterei und den thörichten Versuchen, die Zukunft oder den Willen Gottes auf selbsterwählte Weise und in eigenen Wegen zu erforschen, gesichert würde, gab Gott die Verheißung von ei« nem Propheten, den er selbst senden würde, 5 Mose 18, 15—22. Gott war es zufrieden, daß sich die Israeliten einen Menschen zu ihrem Lehrer oder Propheten ausbaten, weil ihnen seine majestätische Erschei« nung auf Sinai so schrecklich war, und da er selbst Mensch zu werden beschlossen hatte, so stimmte hier ihre Bitte mit seinen gnädigen Rath« schlössen überein. Iesus ist nun dieser Prophet, er hat nur geredet, wie ihn der Vater gelehret hat, Ioh. 8, 28; und der Vater hat Zeugniß von ihm gegeben und gesagt: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Einst aber wird dieser Richter aller Welt, die, so ihn und sein Wort verachtet haben, zu Gericht ziehen und Rechenschaft wegen solcher Verachtung fordern, und sie nicht ungestraft lassen, nach 2 Thess. 1, 8 — 10.

6. Mosis Weissagung über Israels zukünftige
Schicksale.

Jn den letzten Reden Mosis finden sich höchst merkwürdige Weiss»« gungen über die ferneren Schicksale des jüdischen Volkes, die allemal von seinem Gehorsam oder Ungehorsam gegen Gott abhängig sein soll« ten. Es heißt 5 Mose 28, 36. 37: Der Herr wird dich und deinen König, den du über dich gesetzet hast, treiben unter ein Volk, das du nicht kennest, noch deine Väter, und wirst daselbst dienen andern Gör« tern, Holz und Steinen. Und wirst ein Scheusal und ein Sprichwort

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