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dazu im Gefängniß, wünschen, daß JesuS als der wahrhaftige Messias rascher vorschreiten und so seinen und aller Glauben noch mehr starken möge, denn welcher Gläubige bedarf nicht derGlaubensstärkung? Sehnsucht nach mehr Licht, nach voller Enthüllung des Jesu übertragenen Werkes ließ den Johannes seine Jünger mit solcher Frage abschicken. Bei dieser Gelegenheit verherrlichte Jesus durch sein Zeugniß seinen Herold, und strafte den Unglauben seiner Zeitgenossen, welchen es niemand recht machen konnte, indem sie wie eigensinnige Kinder allezeit den gnädigen Versuchen Gottes, sie zu bessern, widerstrebten, Matth. II, 16—19. Wie thöricht also auch immerhin den Ungläubigen alles erscheinen mag, was Gott thut, die Kinder der Weisheit, welche sie lieben, rechtfertigen es durch Buße und Glauben, daß gerade dies Verfahren Gottes das weiseste sei, und daß Johannes und Jesus, jeder für seinen Beruf, das zweckmäßigste Verhalten bewiefen haben, Herodes ließ endlich Johannes enthaupten, weil er mit falscher Scham sich schämte, die Sünde seines unbesonnenen Eides einzustehen, und hier offenbarte sich weibliche Rachsucht, weiblicher Leichtsinn und schändlicher Gehorsam, da man Gott mehr als Menschen gehorchen soll, die Sündli« ches von uns begehren, in ihrer ganzen Abscheulichkeit, Matth. 14, 1—12. Die Schüler Johannis verbreiteten sich weit, denn Paulus fand zu Ephesus Johannes-Jünger, zu denen sprach er Apostg. 19, 2 — 5: Habt ihr den heiligen Geist empfangen, da ihr gläubig worden seid? Sie sprachen zu ihm: Wir haben auch nie gehöret, ob ein heiliger Geist sei. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft? Sie sprachen: Aus Johannis Taufe. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße, und sagte dem Volk, daß sie sollten glauben an den, der nach ihm kommen sollte, das ist, cm Jesum Christum. Da sie das höreten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesu. Sein Amt, Christo die Wege zu bereiten, Vorkehnmgen für seine Ankunft zu treffen, richtete Iohannes durch seine Bußpredigten und durch sein Zeugniß von Christo aus; durch jene schärfte er das Gefühl und Bewußtsein der eignen Sündhaftigkeit und Strafbarkeit, welches durchaus vorhanden sein muß, wenn die Sehnsucht nach einem Sündentilger und Seelenarzt in unserm Herzen entstehen soll; und diese erweckte er nun überdies noch durch die trostreichen Zeugnisse, welche er über den Messias ablegte. Das evangelische Predigtamt, ebenfalls bestimmt, Chri« sto die Wege zu bereiten, damit er mit seiner Gnadenfülle bei uns einkehren könne, hat daher in dem von ihm zu beobachtenden Verfahren Aehnlichkeit mit Iohannis Amte, denn mit Gesetz und Evangelium sol

len die Herzen zu Christo getrieben und gelockt werden; nöthige sie herein zu kommen.

II. Von Jesu Christo, dem Könige des
Himmelreichs.

Das ist das ewige Leben, daß wir den allein wahren Gott, und den er gesandt hat, Iesum Christum, erkennen, Joh. 17, 3. Wenn nach diesem Worte des Herrn alle Seligkeit in einer lebendigen Erkennt« niß Gottes und Jesu Christi besteht, oder von unserm Glauben an Gott und den Sohn Gottes abhängig ist: so ist unleugbar eine richtige, den Belehrungen der heiligen Schrift gemäße Gottes - und Jesus-Erkennt« niß eben so wichtig, wie nothwendig; den Vater unseres Jesu Christi aber, und unfern Vater, der in einem Lichte wohnt, dazu niemand kommen kann, den nie ein Mensch gesehen hat noch sehen kann, lernen wir kennen, wenn wir mit dem eingebornen Sohne Gottes vertraut wer« den, denn Er und der Vater sind eins, Joh. 10, 30; wer den Sohn flehet, der stehet den Vater, Joh. 14, 9; wer den Sohn hat, hat auch den Vater, und wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht, 1 Joh. 2, 23. Alle richtige, der Wahrheit gemäße, vollkommene Gottes-Erkenntniß ist an die Erkenntniß des Erlösers geknüpft, so daß, wer den Vater ohne Christum und außer ihm zu erkennen trachtet, niemals dazu gelangt; je vollständiger wir aber den Heiland nach seiner Gesinnung und seinen Werken erkennen, desto besser erkennen wir auch Gott, denn Jesus bezeuget Joh. 14, 11: Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist. Man sollte daher auch von den Eigenschaften Gottes zunächst nur so reden, wie sie in Christo und seinem Verhalten That und Leben werden, solche Lehrweise belebt diesen Abschnitt der christ« lichen Lehre, und bringt ihn unserm Herzen und Verstande viel näher, als wenn von göttlichen Eigenschaften geredet wird, ohne sie an dem im Fleisch geoffenbarten Gott nachzuweisen. Um nun den König des himmlischen Reiches, Jesum Christum, ganz kennen zu lernen, muß man sowohl aussein^ Person, wie auf seine Würde sehen, und die Aussprüche der heiligen Schrift hierüber erwägen, dann aber auch die mannigfachen Zeugnisse betrachten, durch welche überdies noch jene Aussprüche des Herrn selber und seiner heiligen Apostel bestätigt worden sind.

1. Von der Person Jesu Christi.

Jesus Christus, der König des Himmelreichs, mit dem wir in Verbindung treten, und durch den wir selig werden sollen, ist nach der Schrift der Sohn Gottes und der Menschensohn, ist wahrhaftiger Gott

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