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der Jungfrau Maria, er ist der Immanuel, von dem JesniaS sp der Gottmensch; sein ganzer Wandel auf Erden, sein Leiden und Sterben ist Zeugniß seiner wahrhaften menschlichen Natur, 1 Tim. 2, 5: Denn es ist ein Gott und Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus. Jn allen Dingen ist er uns, sei« nen Brüdern, gleich geworden, nur in der Sünde nicht; als der andere Adam, frei wie der erste von Sünde und dem Tode nicht unterworfen, ist er auch und zwar oft zur Sünde versucht, Matth. 4, 1 —11., aber durch den ewigen Geist, im Glauben an das Wort Got« teS und durch Gebet hat er sich, im vollkommnen Gehorsam, ohne allen Wandel, Gott geopfert, und ist gehorsam geworden bis zum schmachvollen Tode am Kreuz, und hatte Gott in Ehren, und es war ihm Speise, Genuß und Freude, den Willen seines himmlischen Vaters zu vollbringen im Thun und im Leiden. So ist er ohne Sünde geblieben. Jesu allmähiiges Wachsen Luk. 2, 52. und alle Bedürftigkeit der menschlichen Natur, sofern keine Sünde daran haftet, sein heiliger Zorn über die Sünde, sein Mitgefühl bei fremder Noth, daß ihn des huugernden Volkes jammerte und jener Wittwe zu Nain, die ihren Sohn begrub, und daß er voll tiefer Betrübniß über das unbußfertige Jerusalem weinte, und im Gefühle der Freundschaft für Maria und Martha an Lazarus Gruft Thrauen vergoß, daß er sich freute mit heiliger Freude, wo er Glauben und Kindessinn fand, das offenbart uns Iesu rein menschliche Natur und bringt ihn uns so nahe, wir fühlen uns durch dies alles ihm verwandt und zu ihm hingezogen, und kommen desto eher vertrauensvoll zu ihm, seiner liebreichen Einladung folgend, weil wir sehen, daß er versucht ist allenthalben, gleichwie wir, und nun ein barmherziger und mitleidiger Hoherpriester, daß er auch helfen kann denen, die versucht werden.

Jndem der Heiland die göttliche und menschliche Natur in seiner Person vereint, so rühren daher die so verschiedenen Erscheinungen seines Lebens, daß man ihn bald in Größe und Herrlichkeit, und bald wie- 'der in Schwachheit und Niedrigkeit erblickt. Er ist mit seinen Iüngern auf dem galiläischen Meere, ein Sturm erhebt sich, das Schifflein Christi ist in der größten Gefahr, und er liegt, wie ein armer, schwacher Mensch, auf einem Kissen und schläft, jetzt treten seine Iünger mit dem Worte zu ihm: Herr hilf uns, wir verderben! und er bedrohet den Wind und das Meer, und es ward eine große Stille; derselbe, der eben noch so ohnmächtig geschienen hatte, erscheint jetzt als Herr der Natur, dem die Elemente gehorchen, und dessen kräftiges Wort alles beherrscht! Wie jeder andere Nachkomme Abrahams unterwarf sich Iesus der Obrig«

raelit zu entrichten hatte. Eingetreten in das Haus, fragt Iesus seinen Jünger: Was dünket dich Simon? Von wem nehmen die Könige auf Erden den Zoll oder Zinse? Von ihren Kindern oder Fremden? Petrus sprach: Von den Fremden; Iesus sprach zu ihm: So sind die Kinder frei; und will damit sagen: So wie die Prinzen des königlichen Hauses, die Mitglieder der königlichen Familie, von den Abgaben frei find, wel« che die Unterthanen in einem irdischen Reiche aufbringen: so ist es ei« gentlich auch in dem himmlischen Königreich, und als Sohn Gottes, als König des Himmelreichs bin ich rechtmäßig frei von der Abgabe. Nachdem der Herr so auf die Hoheit seiner Person hingewiesen hat, spricht er, in Liebe sich selbst verleugnend: Auf daß wir sie aber nicht ärgern, so gehe hin an das Meer, und wirf den Angel, und den ersten Fisch, der herauffährt, den nimm, und wenn du seinen Mund aufthust, wirst du einen Stater finden, denselben nimm und gib ihn für dich und für mich. So offenbart er sich auch hier als der Allwissende, der den Fisch auf dem Meeresgrunde kennt, und als der Allmächtige, der diesen Fisch fangen läßt. Am Grabe des Lazarus weint er, und dann offen« hart er sich als Urheber des Lebens, als der die Auferstehung und das Leben ist, wie er gesagt hatte V. 25. 26: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubest du das? Als er von Bethanien nach Ierusalem geht, hungert ihn in menschlicher Bedürftigkeit, Marc. 11, 13. 14.20—22. und um das Aergerniß aufzuheben, daß er Feigen gesucht und nicht gefunden hatte, offenbart Iesus darnach seine herrliche Macht. Die Schaar der Knechte kommt nach Gethsemane, ihn gefangen zu nehmen, Ioh. 18, 4 — 9. Erst zeigt Iesus hier die Kraft seines Wortes, und dann läßt er sich binden und gefangen fortführen, damit beides, seine Hoheit und seine Willigkeit zum Leiden, offenbar werde. Diese im Leben des Erlösers an so vielen Thatsachen so deutlich sich kund gebende Vereinigung von Hoheit und Niedrigkeit, von göttlicher Allmacht und menschlicher Beschränktheit ist unumstößliches Zeugniß für das anerkannt große Geheimniß der Gottseligkeit, daß Gott geoffenbaret ist im Fleisch. Eben dieser anscheinende Widerspruch in seiner Person soll für uns eine Uebuug des Glaubens sein; wäre der Sohn Gottes nicht in Knechtsgestalt auf Erden erschienen, sondern in solcher Majestät und Herrlichkeit, wie ihn einst bei seiner Wiederkunft zum Gericht umgeben wird, so hät« te jeder leicht in ihm den Herrn der Herrlichkeit erkannt, aber da der Unglaube unseres Herzen und die mit ihm verknüpfte Unseligkeit nur dadurch geheilt werden kann, daß wir zum Glauben angeleitet und im Glauben geübt und so selig werden, so war kein besseres Mittel, dies zu bewirken, als daß das ganze irdische Leben des Erlösers in seinen mannigfachen Erscheinungen und Begebenheiten eine Mischung von Hoheit und Niedrigkeit war; und wir müssen durch seine göttlichen Allmachts- und Liebeswerke das Aergerniß seiner Kncchtsgestalt überwinden lernen, und uns gewöhnen, in dem Menschen Iesu auch Gottes eingebornen Sohn zu erkennen. Auch war die Erniedrigung Iesu, nach welcher er die Herrlichkeit des Himmels aufs Neue eingenommen hat, zugleich Offenborung des Weges, der auch von uns gegangen werden muß, wenn wir einst seine Herrlichkeit mit ihm genießen wollen, nur durch Demuth und Niedrigkeit können wir wieder in den Himmel kommen, da Hoffahrt die erLen Menschen gestürzt hat und Hochmuth das Grundlaster unseres verderbten Herzens ist. Von dem allerdemüthigsten Jesus müssen wir Demuth lernen, Matth. II, 29. Auch in dieser Beziehung gilt das Wort des Herrn: Ich bin der Weg.

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2. Von der Würde Jesu.

Jesus von Nazareth ist der Messias, Christus; als solcher vereint er in sich die dreifache Würde eines Propheten, Hohenpriesters und Königs. Gleich denen, welche diese Würden zur Zeit des A. B. bekleideten, durch eine feierliche Salbung mit heiligem Salböl zu ihrer Amtsführung eingeweiht wurden, und deswegen Gesalbte hießen, heißt Iesus vorzugsweise und in einem weit höheren Sinne der Gesalbte Gottes, weil er mit dem heiligen Geiste und mit Kraft gesalbt worden ist, Apostg. 10, 38. und daher steht von ihm schon Psalm 45, 7.8: Gott, dein Stuhl bleibet immer und ewig, das Scepter deines Reiches ist ein gerades Scepter. Du liebest Gerechtigkeit und hassest gottlos Wesen, darum hat dich, Gott, dein Gott gesalbet mit Freudenöl, mehr denn deine Gesellen, und Joh. 3, 34. Nur in geringem Maße hatten die Propheten der Vorzeit den Geist, nicht so Christus. Als Prophet hat er uns seine göttliche und heilsame Lehre gebracht, und daß er ein Prophet sei, wurde seinen Zeitgenossen sowohl durch seine Wunder deutlich, wie auch dadurch, daß er Verborgnetz offenbarte und die Zukunft enthüllte. Dem Nathanael schließt er als Herzenskündiger die Tiefe seines Gemüthes auf, Ioh. 1, 47—50; zu den Pharisäern spricht er: Was denket ihr so arges in euern Herzen? Der Samariterin am Jakobsbrunnen enthüllt er ihr Leben. Unzählig sind die Verkündigungen

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