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Knechte; und wie theuer wirerkauftsind, welches köstliche Lösegeld Jesus gegeben hat, um uns vom Reiche der Finsterniß loszukaufen, ihm zum Eigenthum, sagt Petrus 1 Brief 1, 18. 19. und Paulus Apostg. 20, 28. — und auf die daraus herfließenden Verpflichtungen macht Paulus aufmerksam 2 Kor. 5, 15. und Röm. 14, 7 — 9. Damit aber in dem Verhältnisse zwischen dem Könige des Himmelreichs, unserm Herrn Iesu und uns, der knechtische Geist der Furcht nicht herrschen möge, sonKern vielmehr der Geist der Liebe und Zuneigung, so würdigt der Herr Iesus alle die Seinen, seine Freunde zu nennen, obwohl er sich auch für ihren Herrn bekennt, es heißt Ioh. 13, 13: Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bins auch; und 15, 14. 15: Ihr seid meine Freunde, so ihr thut, was ich euch gebiete. Jch sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid, denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr thut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid, denn alles, was ich habe von meinem Vater gehöret, habe ich euch kund gethan; und deshalb sagt Paulus Röm. 8, 15: Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen. daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater.

Da wir die eignen Erklärungen Iesu haben, daß er der Messias ist, so sind wir über diesen Glaubenspunkt außer allem Zweifel. Zwar bekannte sich Jesus nicht vor Iedermann für den Messias, aber wo er es nach seiner Weisheit und Herzenskenntniß für heilsam erachtete, that er es auch ganz unumwunden; so vor jenem samaritischen Weibe am Jakobsbrunen Joh. 4, 25. 26; eben so vor dem Blindgebornen, den er sehend gemacht hatte, Joh. 9, 35 — 38. Es gelangten daher auch viele, außer den unmittelbaren und nächsten Jüngern Jesu, schon bei seinen Lebzeiten, zu der Erkenntniß und zu dem Glauben an seine Messiaswürde, so Martha Ioh. 11, 27. Besonders wichtig ist jene Prüfung, die der Herr mit seinen Iüngern einst anstellte, Matth. 16, 13 bis 17. Es herrschten also im Volke die verschiedenartigsten und verkehrtesten Vorstellungen über Iesum, gerade wie das jetzt noch unter den Christen der Fall ist, die es nicht der Mühe werth achten, durch Forschen in der Schrift und durch Beachtung der öffentlichen Verkündigung des Worts, eine feste und der Wahrheit gemäße Erkenntniß Jefu von Nazoreth sich zu verschaffen; aber die, welche wie jene ersten Jünger des Herrn seinen Wandel betrachten und sein Wort hören, wissen mit seliger Gewißheit, was sie von Iesu zu halten haben, und stimmen freudig in das Bekenntniß Petri ein, das dieser Iünger im Namen aller Iünger aller Zeiten abgelegt hat, und sprechen voll Liebe zu Iesu und aus Ersah auf zu sein, wenn je dieser Grund umgestürzt werden könnte, aber zu fest ist er begründet, als daß selbst die Mächte der Hölle, alle Bosheit und List des Fürsten der Finsterniß und der Feinde Jesu ihn je sollten wankend machen. So leuchtet denn schon hieraus die Wichtigkeit dieses Glaubens, dieser Grundwahrheit aller andern Glaubenspunkte ein, aber auch aus den Worten des heiligen Iohannes, der also schreibt 1 Brief 2, 22: Wer ist ein Lügner, ohne der da leugnet, daß Iesus der Christ sei? Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet; siehe auch, Cap. 4, 2. 3. und 2 Brief V. 7.

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3^, Bon den Zeugnissen für Jesum Christum, den König des Himmelreichs. Alles, was der Erlöser selbst und nach ihm seine Apostel, über seine Person, Würde und die Absichten seines Kommens in die Welt gelehrt haben, ist durch viele und mannigfache Zeugnisse bestätigt worden; nicht als ob die Wahrhaftigkeit Jesu solcher Zeugnisse bedurft hätte, aber für die Menschen waren sie erforderlich, um sie zum Glauben geneigt zu machen. Denn wenn alle Seligkeit von dem Glauben und der Glaubensgemeinschaft mit Jesu abhängig ist, und wenn die äußere, persönliche Erscheinung Jesu, seine Knechtsgestalt, den nicht in ihm erkennen ließ, der er wahrhaftig war, Gottes Sohn und der Welt Heilande so' waren Zeugnisse nöthig, durch die solcher Glaube erweckt und die menschlichen Herzen angereizt wurden, sich an Jesum anzuschließen; um also Jesu und seinem mündlichen Zeugnisse desto mehr Eingang zu verschaffen und dadurch alle, welche von ihm hören würden, zum Glauben an ihn hinzuführen, sind diese Zeugnisse gegeben worden, deren Beachtung heilige Christenpflicht ist, weil wir dadurch gewissen Grund erfahren der Lehre, darin wir unterwiesen sind. Diese Zeugnisse sind nun folgende: Zeugnisse aus der unsichtbaren Welt, das Zeugniß Johannis, das Zeugniß der Wunder Jesu, das seines Wandels und seiner Schicksale, das Zeugniß des heiligen Geistes und das, welches in den Wundern der Apostel Jesu lag.

Von den Zeugnissen aus der unsichtbaren Welt.

Es hatten alle diese Zeugnisse zunächst den Zweck, darauf hinzuweisen und die Ueberzeugung zu begründen, der Sohn der Jungfrau Maria werde der verheißne Messias sein; es wurde also durch dieselben Aufmerksamkeit auf dies Kind erregt, und das Außerordentliche derselben fand gewiß späterhin um so mehr Glauben, als so viele andere Zeugnisse noch hinzukamen, welche dasselbe von Jesu aussagten, was in diesen schon weissagend verkündet war. Das erste dieser Zeugnisse empfing der Priester Zacharias, als ihm der Engel die Geburt seines Sohnes und die Bestimmung desselben, dem Messias voranzugehen, bekannt machte, hierdurch wurde doch die Hoffnung angeregt, daß jetzt die Zeit der Erfüllung früherer Verkündigungen gekommen sei, und nun bald der Erwartete erscheinen werde. Bestimmter schon ist das Zeugniß, welches Maria empfing, Luk. 1, 30—32. 34. Daß die früheren Verheißungen Gottes an ihrem Sohne erfüllt werden sollten, und daß derselbe auch Gottes Sohn und König eines ewigen Reiches sein sollte, das waren die ihr gegebenen Enthüllungen. Ein ähnliches Zeugniß, ebenfalls durch einen Engel, empfing Joseph Matth. 1, 19—21. Die heilige Elisabeth begrüßte die Maria, als dieselbe sie besuchte, mit den Worten: Woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? voll des heiligen Geistes weiß sie also, daß das Kindlein der Maria der Herr aller Herren sein werde. Diese Zeugnisse waren sämmtlich noch Verheißungen, das erste aber, welches von der wirklich erfolgten Geburt des Heilandes redet, empfingen die Hirten durch den Dienst der Engel, Luk. 2, 10. 11. 13. 14; daß dies Kindlein der Maria der Heiland der ganzen Welt sein, daß er Friede stiften werde, davon wurden diese Hirten in Kenntniß gesetzt. Durch einen wunderbaren Stern empfingen die Weisen im Morgenlande, auf außerordentliche Weise, die fröhliche Kunde, daß der König der Iuden geboren sei, und sie machten sich auf, den Neugebornen in Ierusalem zu suchen, den sie in Bethlehem fanden, und sie bewiesen ihm durch Geschenke und Anbetung ihre Ehrfurcht und Liebe. Noch auf andere Weise, durch den heiligen Geist, empfing der fromme Greis Simeon, der lange schon auf den Trost Israels, auf den wartete, der über Israel Heil und Segen bringen sollte, Zeugniß, daß das Kind der Maria der verheißne Heiland sei. Wie oft mogte er schon im Tempel der Darstellung erstgeborner Söhne vor dem Herrn beigewohnt haben, als jetzt aber Maria mit ihrem Kindlein erschien, das Fleisch und Blut hatte wie alle andere Kinder, und im Aeußern durch nichts sich unterschied, da nahm er dasselbe auf seine Arme, und erleuchtet vom heiligen Geiste, der in ihm war, und von dem er die Zusage empfangen hatte, er solle den Tod nicht eher sehen, als bis er zuvor den Christ des Herrn gesehen hätte, erkannte er in diesem Kinde jenen ver« heißnen Trost Israels und lobete Gott, Luk. 2, 29—32. Wenn nun, wie von den Hirten ausdrücklich erzählt wird, diejenigen, die solche Zeugnisse über das Jesuskind, als den verheißnen Messias und Heiland der Welt, empfingen, dieselben ausbreiteten und andern mittheilten, so

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