صور الصفحة
PDF
النشر الإلكتروني
[graphic]
[graphic]
[graphic]

«

Hülfe gewährten, offenbaren ihn als Arzt in leiblicher Noth, damit wir in ihm auch den Seelenarzt finden sollen, wie er sich denn schon durch den Propheten also äußert: Ich bin der Herr, dein Arzt; jene Wunder hat er nur eine kleine Zeit in Person, und dann durch seine Apostel verrichtet, diese wirkt er von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn seit er erhöhet ist zur Rechten des Vaters und ihm alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, erstreckt sich seine herrlich wirkende Macht auf sein erlöstes Geschlecht, ohne alle Schranken, auf alle und auf alle allenthalben zugleich, während er in den Tagen seines Fleisches nur in einem kleinen Kreise als mächtiger und liebevoller Helfer sich offenbaren konnte. Aber gerade diese einst von ihm verrichteten sichtbaren Wunder sollen, da er unveränderlich derselbe ist, ein recht lebendiges Vertrauen zu ihm in uns erzeugen, damit wir ohne einigen Zweifel in jeglicher Noth Leibes und der Seelen unsre Zuflucht zu ihm nehmen und gewißlich hoffen, er werde uns, nach der mächtigen Wirkung, womit er alle Dinge sich unterthänig machen kann, einst erlösen von allerlei Uebel und uns aushelfen zu seinem himmlischen Reiche, denn er ist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende.

Das göttliche Zeugniß, welches in den Wundern des Herrn lag, nahm dem Unglauben an ihn alle gegründete Entschuldigung, wie er darauf selber aufmerksam macht Ioh. 15, 24. Daher war es aber auch eine der ärgsten Sünden, dies Zeugniß vor sich haben, innerlich fühlen, daß es ein wahrhaft göttliches sei, und aus Haß gegen Iesum, es doch dem Teufel und der Gemeinschaft mit dem Reiche der Finsterniß zuschreiben, um nur der Nöthigung, an ihn zu glauben, zu entgehen. Das thaten in ihrer alle Begriffe übersteigenden Bosheit die Pharisäer, indem sie sagten, als erMnen Teufel austrieb, Luk. 11, 15: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die Verkehrtheit und Bosheit dieser ganz grundlosen Beschuldigung zeigt ihnen Iesus V. 17—22. und macht hier bemerklich, wie ihre Beschuldigung dadurch widerlegt werde, daß der Teufel nicht gegen sich selbst kämpfen und so sein Reich durch Zwietracht selbst zerstören werde; wie die bekannte Erfahrungssache, daß auch von andern ähnliche Wunder verrichtet würden, sie widerlege, denn wenn sie von ihren Kindern nicht behaupten würden, daß sie mit Beelzebub im Bunde ständen, sondern bei diesen göttliche Kräfte als wirksam annähmen, so müßten sie billigerweise, bei gleichen Wirkungen auch gleiche Ursachen, also bei ihm ebenfalls eine göttliche Macht anerkennen, die auch allein stärker sei als Satans Macht; und so müßten sie erkennen, daß sich ihnen Gottes Reich nahe, weil die Macht des Teufels besiegt werde. Fast nicht minder groß ist die Ver« kehrtheit und Bosheit derer, welche allen Zeugnissen der evangelischen Geschichte zuwider, während Iesus sich auf seine Wunder beruft, und seine Zeitgenossen eine solche Berufung gelten lassen, und selbst seine Widersacher seine Wunder anerkennen (Zoh. II, 46 — 48.); dennoch jetzt die Wunder des Herrn und seiner Apostel leugnen, indem sie Gottes Kraft, Rathschlüsse und Weisheit nach ihrer Ohnmacht und Kurzsichtigkeit abmessen. Nur beklagen und bemitleiden kann man solche ungläubige Verblendung, durch welche dem Herrn seine Ehre geraubt werden soll, denn welche Schlußfolgerung ergibt sich, wenn der Herr wirklich keine Wunder gethan, sondern die Augenzeugen dieser Begebenheiten nur getäuscht, und diese Täuschung absichtlich und geflissentlich unterhalten hat? Kann er da noch der Heilige in Israel sein, der nie eine Sünde gethan hat? Bedenkt man aber die Gotteswürdigkeit aller Wunder Iesu, daß sie nur Werke rettender und helfender Liebe waren, daß der große und erhabene Zweck, die Menschen zum Glauben an ihren Heiland und somit zur Seligkeit hinzuführen, durch sie erreicht werden sollte und konnte, daß sie für ein solches Geschlecht, wie Iesus vor sich hatte, nöthig waren, um aus stumpfer Gefühllosigkeit so viele herauszureißen: so wird man keinen Anstand nehmen, diese Wunder zu glauben, und wer sie grade so glaubt, wie sie in der evangelischen Geschichte uns erzählt werden, denn beweisen sie noch heute mit voller Kraft, was sie einst beweisen sollten und bewiesen haben; wer sie aber nicht glaubt, verwirft die heilige Schrift, glaubt nicht an das Zeugniß Gottes und macht Gott zum Lügner.

[graphic]

Von dem Zeugniß der Propheten.

Iesus selber und nach ihm seine Apostel haben sich unzählig oft auf die Weissagungen der Propheten im A. Test. berufen, um zu erweisen, daß er der verheißne Messias sei, daher die vielfachen Anführungen des A. Test. in den Schriften der heiligen Apostel und Evangelisten, daher die so oft wiederkehrende Formel: auf daß erfüllet würde, was geschrieben steht. Nachdem sich der Erlöser Joh. 5. aus Johannis Zeuguiß berufen hat, weist er V. 39. 40. auf das Zeugniß der Propheten hin, macht aber zugleich den Iuden einen Vorwurf, daß sie ihn, den Messias, nicht in der Schrift suchten, um sich durch Lesung derselben zum Glauben an ihn bewegen zu lassen. Ihr forschet freilich, will der Herr sagen, in der Schrift, aber daß ihr diese Beschäftigung an und für sich als ein Gott wohlgefälliges Werk ansehet, und es euch zum Verdienst anrechnet, und euch einbildet, wegen solches Forschens das ewige Leben zu erlangen, das ist thöricht und verkehrt. Die heilige Schrift enthält allerdings die Anweisung zum ewigen Leben, zur Seligkeit, aber nur für den, der in ihr Christum findet und sich gläubig an ihn anschließt, das nun thut ihr nicht, ihr wollt das Zeugniß der Schrift über mich nicht annehmen, wollt in mir nicht die Erfüllung ihrer messianischen Weissagungen anerkennen, und so stoßt ihr im Unglauben das Leben von euch, das ihr durch werkgerechtes Forschen zu erlangen wähnet. So lange Christi Werk auf Erden bis zu seiner Himmelfahrt noch nicht ganz vollendet war, trafen freilich die Züge des von den Propheten gezeichneten Bildes des Messias an ihm nur theilweise zu, aber jede neue Uebereinstimmung, die der aufmerksame Schriftforscher und Beobachter des Lebens Iesu zwischen jenem Bilde und seinem Urbilde, Iesu Christo, auffand, mußte ein neues Zeugniß für diesen werden; und jetzt, nach der Vollendung des Werkes Iesu auf Erden, sind alle jene einzelnen Züge, die den Messias charakterisiren, an ihm in Erfüllung gegangen, und so ist das Zeugniß der Weissagung im A. Test, ein höchst wichtiges Hülfsmittel, um zum Glauben an Iesum als den rechten Messias zu gelangen. Denn die Betrüger, welche sich vor und .nach Jesu Zeit fälschlich für den Verheißnen ausgegeben haben (Apostg. 5, 36.37.), haben dies Zeugniß nicht, und man muß daher Gottes Weisheit und Güte bewundern, der auf diesem Wege, durch das prophetische Zeugniß so vieler Iahrhunderte, die größte Gewißheit für die Ueberzeugung gewirkt hat, daß Jesus der Heiland der Welt ist. Dies Zeugniß leugnen, indem man keine messianischen Weissagungen annimmt, heißt Jesu und seinen Aposteln widersprechen, heißt sie einer tadelns« werthen Anbequemung beschuldigen, indem man behauptet, daß sie selbst im A. Test. keine Weissagungen angenommen hätten, oder sie eines groben Irrthums bezüchtigen, wenn man meint, sie hätten gewisse Stellen als Prophezeiungen angesehen, die doch keine sein sollen. Wer das Zeugniß der prophetischen Weissagungen als gar nicht vorhanden ansieht, hebt den Zusammenhang zwischen dem A. und N. Test. auf, und leugnet, daß das Christenthum eine durch vier Iahrtausende schon verbreitete Gnadenanstalt Gottes ist, kann also auch solche Spuren der göttlichen Vorsehung und Regierung nicht in ihm erblicken, wie der, welcher nach Iesu und seiner Apostel Vorgang dies prophetische Zeugniß gelten läßt. Ie wichtiger aber das Christenthum ist, berechnet auf die Seligkeit einer ganzen Sünderweit, desto'würdiger und angemcßner ist es für Gott, schon die vorchristlichen Geschlechter auf das zukünftige Heil hinzuweisen, und sie im Glauben an den zukünftigen Retter selig zu machen. Auch stimmt es ganz mit der sonst von uns erkannten Regierungsweise Gottes überein, große Begebenheiten, wie

[graphic]
« السابقةمتابعة »