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2Petr. 3, 18. Der Eine Glaube der Kirche ist am kürzesten, nach der Schrift, ausgesprochen in dem christlich«apostolischen Glaubensbekenntniß; christlich genannt, weil es die Unterscheidungslehren hervorhebt, wodurch sich der christliche Glaube vom heidnischen Aberglauben (im ersten Artikel) und von dem jüdischen Unglauben (im zweiten und dritten Artikel) wesentlich unterscheidet; apostolisch heißt es, weil es die Summa von dem enthält, was die Apostel gelehrt haben, und was immerfort in der Kirche Iesu verkündet, als Botschaft den Sündern gebracht werden soll. Alle Glaubensbekenntnisse gelten in der Kirche des Herrn nur so viel und so weit, als sie mit dem Worte Gottes übereinstimmen, enthielten sie etwas wider die Schrift, so könnte dies keine verbindende Kraft haben, und niemanden nöthigen, es zu glauben, weil es im Glaubensbekenntnisse steht, denn Gottes Wort allein hat richterliches und entscheidendes Ansehn. Dennoch sind Glaubensbekenntnisse für einzelne kirchliche Partheien darum von Wichtigkeit, weil sie die Grundsätze enthalten, wie diese einzelne Parthei die im Worte enthaltene Wahrheit auffaßt und erklärt, durch welche Auffassungs - und Erklärungsweise sich die einzelnen Partheien von einander, rücksichtlich des Glaubens, zu unterscheiden pflegen. Zur Einheit der Kirche rechnet der Apostel ferner, daß sie Eine Taufe hat, durch dasselbe heilige Sacrament des'Bades der Wiedergeburt werden nach des Herrn Befehl alle in dieselbe aufgenommen, und erkennen fortan durch den Glauben an Iesum Christum, in Gott, dem Vater des Herrn Iesu Christi, auch ihren gemeinschaftlichen Vater, der nach Eph. 3, 14. der rechte Vater über die ganze Familie aller Gotteskinder im Himmel und auf Erden ist; mit diesem Vater über alles im Verhältnis; seliger Kindschaft zu stehen, ist der letzte Punkt, den der Apostel, als zur Einheit der Kirche gehörig, bemerklich macht.

Heilig wird die Kirche in zwiefacher Beziehung genannt, theils weil alle ihre Mitglieder, bei rechtschaffner Buße und in lebendigem Glauben an Iesum Christum, durch die Gnade der Rechtfertigung und Sündenvergebung, von ihren Sünden frei geworden sind, Eph. 5, 26. 27; theils weil eben diese in täglicher Reue und Buße der Heiligung nachjagen und eines unsträflichen Wandels sich befleißigen; in den Briefen der Apostel ist es etwas ganz Gewöhnliches, daß die Christen Heilige genannt werden, womit also sowohl was sie schon sind, als auch was sie noch immer mehr werden sollen, bezeichnet wird. Eine allgemeine wird die Kirche genannt, weil es ihre Bestimmung ist, ganz allgemein zu werden, alle Völker und Menschen in ihren Schooß aufzunehmen, ihre Segnungen niemandem vorzuenthalten; denn da das Gnadenwerk der Erlösung für alle Sünder ist, so soll auch die Anstalt, in der Sünder zum Genusse der Wohlthaten derselben hingeführt werden, ganz allgemein sein, wie sich auch aus Christi Willen und Wort ergibt Matth. 28, 19. Es hat aber diese Benennung der Kirche als einer allgemeinen, außerdem daß sie im Worte Gottes begründet ist, auch noch eine geschichtliche Bedeutung. Im Gegensatz nämlich und zum Unterschiede von mancherlei Secten und Partheien, die schon frühe in der christlichen Gemeinde entstanden, und die sich theils durch schriftwidrige Auffassung mancher Lehren des geoffenbarten Wortes, theils durch besondere Gebräuche von der großen Mehrzahl der Gläu« Vgen aussonderten, nannten sich diejenigen, welche sich nur an Gottes Wort hielten und bei denen Lehre und Gebräuche übereinstimmend waren, die allgemeine (katholische) Kirche. Daß späterhin dieser Name von einer der kirchlichen Partheien beibehalten wurde, daß sie ihn sich allein zueignet, und daß sie ungeachtet ihrer eignen Abweichung von Gottes Wort, in Lehre, Verfassung und Gebräuchen, von allen andern Partheien behauptet, sie seien von der Wahrheit gewichen, das ist eine Anmaßung, denn die Eine und allgemeine Gemeinde ist als solche keine sichtbare; und zur Kirche, insofern sie eine allgemeine ist, gehören alle einzelnen kirchlichen Partheien und jeder einzelne Christ, wenn sie anders in Christo den Sohn Gottes und den Heiland der Welt erkennen und verehren. Es darf sich daher keine einzelne Gemeinde oder kirchliche Parthei den Namen der allgemeinen Kirche ausschließlich so beilegen, daß sie behauptet, er komme keiner andern weiter zu, als nur ihr allein. Iede einzelne kirchliche Parthei, ja jede einzelne Gemeinde ist daher, für sich betrachtet, ein Ganzes und steht zum Erlöser in demselben Verhältnisse wie die allgemeine, unsichtbare Kirche, empfängt von ihm Gnade und Gabe; jede steht aber auch zum Ganzen überdies noch in dem Verhältnisse eines einzelnen Gliedes zum ganzen Leibe, denn der Leib Christi ist die ganze Christenheit, und die einzelnen Gemeinden, so wie die einzelnen Gläubigen sind Glieder dieses Leibes, dessen Haupt Christus ist. Endlich heißt die Kirche auch noch eine christliche,

weil sie sich an Iesum als den Christus hält, und zum Unterschiede von der jüdischen Kirche, die freilich auch einen Christus, Messias, Heiland glaubt, aber nicht glaubt, daß derselbe in der Person des Iesu von Na« zareth erschienen und im Fleisch geoffenbart sei. Eine solche heilige, allgemeine, christliche Kirche ist wirklich vorhanden, daß sie aber mit Christo in solcher Verbindung steht, wie die Schrift lehrt, daß sie heilig ist, weil sie Vergebung der Sünden von ihm empfängt, ist Gegenstand unseres Glaubens nach der Schrift, und deswegen heißt es im Glaubensbekenntniß: Ich glaube eine heilige Kirche, nicht aber etwa: Ich glaube an eine solche Kirche; das würde heißen: Ich setze meine Zuversicht auf dieselbe, erwarte von ihr Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit; diese Güter schenkt uns allein Christus, er gibt sie aber in und vermittelst der Kirche, läßt uns in dieser Anstalt seine Gnadenschätze zufließen und genießen; daher sollen wir freilich diese Heilsanstalt hochschätzen und zu unserm Heile die Gemeinschaft mit derselben benutzen, immer aber bedenken, daß nicht die Kirche, als die Gesammtheit begna« digter Sünder, der Gegenstand unserer Zuversicht sein könne, sondern allein der, welcher in ihr Gnadengaben austheilt. Völlig schriftwidrig ist es, den Begriff der Kirche so zu beschränken, daß nur die darunter verstanden werden, welche in ihr den Dienst am Worte und die Verwaltung der Sacramente besorgen, und diese als Vermittler für die andern anzusehen. So war freilich im A. B. die Stellung der Priester, aber im N. B., in der christlichen Kirche, sollen alle Priester sein, sich selbst Gotte opfern, und in unmittelbarer Verbindung mit dem Herrn und Haupte der Gemeinde stehen, der seinen Geist wehen läßt, wo er will; dadurch wird indessen der Stand der Lehrer in der Kirche nicht aufgehoben, von dem weiter unten die Rede sein wird.

Die christliche Kirche, als eine auf Erden unter den Menschen sich vorfindende Anstalt, hat nach Gottes und Iesu Christi Willen den Endzweck, Sünder selig und heilig zu machen; es ist ihre Aufgabe, die Sünder zum Genusse der Segnungen der, durch den Sohn Gottes gestifteten, Erlösung zu bringen, in so weit sie derselben schon hiMieden theilhaftig werden können, damit sie einst zum Vollgenuß ungetrübter Seligkeit und zu der ihnen im Himmel aufbewahrten Herrlichkeit gelangen mögen. Sämmtliche Mitglieder der Kirche können in diesem Leben an Seligkeit und Heiligkeit immer mehr zunehmen, und alle bedürfen eines solchen Wachsthums in der Heiligung, der Stärkung ihres Glaubens und ihrer Liebe, und deshalb findet sich ein großer Unterschied unter denen, die sich für Genossen der christlichen Kirche bekennen. Die Einen befinden sich noch ganz in dem Zustande des natürlichen Verderbens, erkennen vielleicht nicht einmal die Nothwendigkeit einer sittlichen Erneuerung, schätzen die Gemeinschaft mit Iesu gering, denken nicht an ihre Bestimmung für ein zukünftiges Leben, und sind noch weit fern davon, daß auch nur die geringsten Spuren eines göttlichen Lebens bei ihnen sich fänden; diese stehen in Wahrheit außer der Gemeinschaft mit dem Erlöser, welche durch den Glauben des Menschen zu Stande kommt; Andere sind, indem sie die Gnadenmittel benutzt haben, durch die Gnadenwirkungen des heiligen Geistes, welche an jene sich anknöpfen und

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durch sie auf uns sich äußern, zu einer Lebensgemeinschaft mit dem Erlöser, zum Glauben, gelangt, es hat eine Veränderung mit ihnen und in ihnen begonnen, sie sind darauf bedacht, alles was dem Sinne,Jesu zuwider ist, immer mehr von sich zu entfernen, seine Gnade und sein Wohlgefallen in immer höherem Maße zu erlangen, seinen Forderungen zu genügen und heilig zu werden, gleichwie er heilig ist, der sie mit einem heiligen Ruf berufen hat. Beide Klassen von Christen sind Mit« Glieder der Kirche, und diese selbst heißt insofern, als sie den Anblick einer höchst gemischten Gesellschaft, die aus Guten und Bösen besteht, darbietet: die sichtbare Kirche. Die ganze Gemeinde der Christen, ohne Rücksicht auf Würdigkeit oder Unwürdigkeit ihrer Genossen, die wahren Christen und die bloßen Namenchristen, Ungebesserte und Gebesserte, Unbckehrte und Bekehrte, Ungläubige und Gläubige, solche die der Hei« ligung nachjagen und solche, die in ihren Sünden dahinleben — sie alle gehören zur sichtbaren Kirche. Diejenigen aber, welche ein göttliches Leben in Glaube, Liebe und Hoffnung zu führen bemüht sind und in der wahren Gemeinschaft des Geistes mit dem Erlöser stehen, bilden die nnsichtbare Kirche; so genannt, weil dies innere Leben der Seele dem äußeren Auge sich verbirgt, und kein Mensch mit untrüglicher Gewißheit anzugeben im Stande ist, welche unter den Mitgliedern der sichtbaren ^ Kirche zugleich auch Genossen der unsichtbaren Kirche sind. Wie in der Schale der Kern sich findet, so in der sichtbaren Kirche die unsichtbare; an den Genossen der letztern sind die Absichten des Herrn zum Theil schon erreicht und werden es immer mehr, je treuer sie in der Benutzung der Gnaden- und Hülfsmittel sind, durch welche der Heiland seine er« barmungsvollen Endzwecke mit den Sündern zu verwirklichen sucht. Daß die Kirche auf Erden den Anblick einer solchen aus Guten und Bö« sen gemischten Gesellschaft darbietet, lehrt Iesus vornämlich in den beiden Gleichnissen vom Unkraut unter dem Weitzen und vom Fischernetz Matth. 13; aber auch das Gleichniß von der königlichen Hochzeit, wo sich unter vielen Gästen einer befindet, der kein hochzeitliches Kleid anhat, die Mischung der thörichten und klugen Iungfrauen, und viele andere Stellen der Schrift, so wie die tägliche Erfahrung enthält diese Wahrheit und bestätigt sie. Das Himmelreich, wie es sich schrift- und erfahrungsmäßig auf Erden zeigt, ist die sichtbare Kirche, aber diese Mischung wird nicht in alle Ewigkeit fortdauern: was hier schon innerlich getrennt ist, wird einst auch äußerlich von einander gesondert werden; auf ein solches Gericht deuten jene Gleichnisse und die eigentlichen ben, auch zugleich Mitglied der unsichtbaren Gemeinde, ein lebendiges Glied am Leibe Christi, ein fruchtbringender Rebe an dem wahrhaftigen, Weinstock zu werden, und wenn das wirklich geschehen ist, so hat ein solcher Christ noch einen täglich sich erneuernden Kampf nöthig, sowohl gegen die Sünde, die ihm selber noch anklebt und ihn zum Ungehorsam gegen Gott reizt, als auch gegen alles ungöttliche Wesen, das so vielfältig an andern Mitgliedern der Kirche und in dem gemeinsamen Leben wahrgenommen wird. Wegen dieses hier auf Erden nie aufhörenden Kampfes gegen die Sünde, mit welcher der Geist Gottes streitet, der in den Wiedergebornen sich mächtig erweist, wird dasHim«melreich auf Erden auch die streitende Kirche genannt. Dagegen pflegt man die obere Gemeinde, deren Mitglieder zu werden alle Christen berufen sind, die triumphirende Kirche zu nennen, weil ihre seligen Genossen, kraft des Verdienstes Christi, vermittelst des Glaubens, Sünde und Tod besiegt haben und durch die Gnade ihres Heilands voller Seligkeit theilhaftig geworden sind.

2. Von den Gnadenmitteln.

Da die christliche Kirche eine göttliche Erziehungs« und Bildungs« anstatt für den Himmel ist, so muß sie als solche gewisse Mittel haben, durch die sie ihren Zweck an ihren Genossen erreicht, daß sie selig und heilig werden; und da sie als das Himmelreich auf Erden für eine unaussprechlich selige Gemeinschaft mit Christo und durch ihn mit dem Vater erziehen will, welche durch eine gewisse Beschaffenheit des menschlichen Herzens bedingt und nur bei einer gewissen Gemüthsverfassung möglich ist: so müssen diese Erziehungsmittel so beschaffen sein, daß durch ihre rechtmäßige Benutzung von Seiten der Menschen, das von Natur nicht zum Himmelreich geschickte Herz zur seligen Wiedervereinigung mit Gott hingeführt und der Mensch wieder hergestellt werde nicht bloß zu jenem ursprünglich-seligen und heiligen Zustande der ersten Eltern vor dem Falle, sondern zum Genusse dessen, was hier kein Auge gesehen, kein Ohr gehört hat, und in keines Menschen Herz und Sinn gekommen ist.

Der Herr seiner Kirche, der in ihr seine Gnadenabsichten erreichen und Sünder retten will, hat uns diese Gnadenmittel zu unserm Heile verordnet, und sie wirken mit einer solchen Kraft auf das menschliche Herz, daß es aus dem Zustande seines Verderbens herausgerissen und in seinem Innersten geheilt wird, wenn es dieselben auf die rechte Weise gebraucht. Da die Wirksamkeit der göttlichen Gnade eine völlige Erneuerung unseres Geistes beabsichtigt, so müssen die Mittel, deren sie

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