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ten im Reiche der Natur, ohne Unterschied, Würdigen und Unwürdigen, auch ohne Gebet, aus unverdienter Güte Gottes gegeben werden; so verhält es sich doch mit den Gnadengaben anders. Wenn Gott durch sein Wort ein Herz auf das Vorhandensein solcher Gaben aufmerksam ge« macht und es aufgefordert hat, sich dieselben zu erflehen, so ist es offenbar sträflicher Leichtsinn, Geringschätzung der Gnade und Gabe, Gleichgültigkeit oder gar Unglaube an Gottes Verheißung, wenn solches Herz das Gebet unterläßt; und da diese Güter nicht aufgedrungen werden, so empfängt sie derjenige nicht, der sie nicht begehrt, und der bittend nicht zeigt, daß er ihrer würdig sei; doch ist selbst diese Würdigkeit nicht ein Verdienst, sondern auch nur eine Wirkung der Gnade Gottes, die zum Gebete lockt durch Gebot und Verheißung. Auch bei der Uebung der Gebetspflicht, bei der Anwendung dieses Gnadenmittels ist ein falscher Gebrauch möglich, denn Iakobus sagt, man könne übel beten. Wenn nur der Mund betet, wenn das Herz ohne Andacht ist, wenn nur Worte hergeplappert werden, ohne daß Hunger und Durst nach Gnade und Gabe Gottes im Gemüthe ist, wenn man sich das Beten als Verdienst anrechnet, dann betet man übel und es ist unmöglich, daß solches Gebet wirke, was es sonst thut; es kann den Glauben nicht stärken, die Gemeinschaft mit dem Erlöser nicht befestigen, uns nicht mit himmlischen Kräften bereichern; weil es ein todtts Werk ist, so verbirgt sich der lebendige Gott vor denen, die ihn also anrufen.

Von dem Sacrament der heiligen Tauft.

Zwei heilige Handlungen oder Gebräuche hat der Erlöser ausdrücklich verordnet, die Taufe und das Abendmahl, jene zur Aufnahme in die Gemeinschaft der Heiligen, dieses zur Erhaltung und Förderung derselben; und diese beiden heiligen Handlungen pflegt man Sacramente zu nennen, weil der Bund mit dem Erlöser dadurch entweder wie bei der Taufe geschlossen, oder aufs Neue wie bei dem Abendmahl bestätigt wird. Außer der göttlichen Einsetzung durchIesum Christum gehört aber zu einem Sacrament auch noch dies, daß vermittelst einer in die Sinne fallenden Handlung dem Sünder eine unsichtbare und himmlische Gabe durch die Gnade des allgegenwärtigen und allwirksamen Erlösers mitgetheilt wird, nämlich Vergebung der Sünden, Gerechtigkeit und Seligkeit, oder alle diejenigen geistlichen Güter und himmlischen Wohlthaten, welche Ker Heiland durch das Werk seiner Erlösung erworben hat und kraft seiner königlichen Regierung austheilt. Da aber die geistlichen Güter auch nur auf eine geistliche Weise, mit dem Sinne, der uns für dieselben empfänglich macht, nämlich mit dem Glauben, empfangen und genossen werden können: so ist von Seiten des Menschen der Glau« be nöthig, wenn er die Saeramente auf würdige Weise nehmen, und wie des Irdischen so auch des Himmlischen in ihnen theilhaftig werden will. Denn auch diese beiden von dem Herrn der Kirche verordneten Gnadenmittel sind für uns sinnlich-vernünftige Wesen berechnet und unserm gegenwärtigen Zustande vollkommen angepaßt, indem sie ein äußeres Sichtbares und ein inneres, geistiges Unsichtbares enthalten; jenes ist das Element, wie ein Kirchenvater sagt, Wasser bei der Taufe, Brot und Wein beim Abendmahl, dieses ist das Wort des Herrn, nämlich das Wort seiner gnädigen Verheißung, daß er dem Sünder Vergebung seiner Sünden und die damit verknüpften Güter schenkt, ihn aller Segnungen seines Todes und seines Lebens, das er jetzt bei dem Vater führt, theilhaftig macht. Wenn die katholische Kirche sieben Saeramente zählt, so ist sie bei den fünf übrigen nicht im Stande, die unmittelbare Einsetzung von dem Herrn der Kirche aus der Schrift nachzuweisen, und wenn sie wirklich Gnadenmittel wären, durch welche der Sünder der Gnade theilhaftig wird, so wäre es gewiß höchst ungerecht, nicht alle an allen Sacramenten Theil nehmen zu lassen, wie doch die katholische Kirche thut, indem sie ihren Priestern das Sacrament der Ehe und allen übrigen Mitgliedern der Gemeinde das Saerament der Priesterweihe verweigert. Die Gnade des Herrn ist allgemein und für alle, und der Mensch darf es sich nicht herausnehmen, was wirklich ein Gnadenmittel ist, irgend einem zu versagen; wenn man daher auch die übrigen sogenannten Sacramente der katholischen Kirche als erbauliche Handlungen gelten läßt, so kann man ihnen doch die Würde und Kraft nicht zugestehen, welche der Erlöser ausdrücklich durch sein Wort in die Sacramente der Taufe und des Abendmahls gelegt hat.

Die Taufe hat der Herr unmittelbar vor seiner Himmelfahrt angeordnet, und die Einsetzungsworte finden sich Matth. 28, 18—20. und Marc. 16, 15. 16. Was die'äußere Form der Taufhandlung betrifft, so war sie früher anders als sie jetzt verrichtet zu werden pflegt; die Täuflinge stiegen sonst ganz in das Wasser hinab und wurden in dasselbe untergetaucht, so daß es sie völlig bedeckte und verbarg, das sieht man aus Matth. 3, 16. und Apostg. 8, 38. (Daraus ist auch der bildliche Ausdruck zu erklären Matth. 20, 22; seine Leiden vergleicht der Herr hier deshalb mit einer Taufe, weil er ihnen im Tode ganz zu erliegen schien.) Es ist nicht zu leugnen, daß der Gebrauch des Untertauchens viel bedeutungsvoller ist, als das später an seine Stelle getretene, jetzt gewöhnliche Besprengen mit Wasser, bei welchem man sich an die frühere Sitte erinnern muß, um die Bedeutung des Bespnn« gens recht zu verstehen. Nach Iesu Willen geschieht die Taufe im (oder auf den) Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, weil der Getaufte dadurch zum Glauben an Gott den Vater, zum Glauben an den Sohn Gottes und zum Glauben an den heiligen Geist ge« weiht und verpflichtet, ihm aber zugleich auch die Verheißungen aus Gnaden geschenkt werden, daß Gott der Vater, der allmächtige Schöpfer Himmels und der Erden, durch Christum sein Vater, daß der ewige Sohn Gottes, Iesus Christus, sein Heiland und Erlöser sein, und daß der heilige Geist, den Christus den Seinen als Tröster sendet, auch ihm gegeben werden, und er unter die Gnadenwirkungen desselben gestellt und mit ihnen gesegnet werden solle. Die Worte Gal. 3, 27. bezeugen, wie man durch die Taufe mit Christo in die innigste Verbindung getreten sei, so daß er jedem Getauften und dieser hinwiederum ihm angehört; durch Christum aber allein stehen wir mit dem wahren Gott in dem rechten Verhältniß der Kindschaft, nach Ioh. 1, 11. 12. und Gal. 3, 26., und dies selige Verhältniß kommt zu Stande, wenn wir durch Christi Gnade, den Geist Gottes, den heiligen Geist empfangen, Röm. 8, 14. 16. Ohne Gemeinschaft mit Christo empfangen wir diesen Geist nicht, und wer daher mit ihm noch nicht in Verbindung steht, ist auch nicht in jener beseligenden Gemeinschaft mit dem Vater 2 Joh. V, 9.,^md daß wir auf den Namen des heiligen Geistes getauft werden, um ihn zu empfangen, bezeugt theils das Wort Iohannis des Täufers Matth. 3, 11., theils Iesu Verheißung Apostg. 1,8., theils der geschichtliche Hergang der Sache Apostg. 19, 1—6. Der Apostel Petrus nennt die Taufe den Bund eines guten Gewissens mit Gott, faßt man sie unter diesem Bilde auf, so führt das einerseits auf die große Gnade, die wir von dem Herrn empfangen, andrerseits auf die ernsten und heiligen Verpflichtungen, die wir gegen ihn übernehmen. Die uns in der Taufe geschenkte Gnade besteht in der Vergebung der Sünden, wir empfangen Antheil an allen Gütern und Wohlthaten, die der erhöhete Christus in diesem und jenem Leben den Seinen will zufließen lassen, und dagegen geloben wir in dem christlichen Glauben zu bleiben und zu wachsen, Christo Treue bis in den Tod zu beweisen und zu seines Namens Ehre, wie es Kindern Gottes geziemt, zu wandeln. Wie wichtig und bedeutungsvoll in dieser Beziehung die Taufe sei, und wie sie zu einem heiligen Leben verpflichte, darauf macht ausführlich Paulus aufmerksam in der wichtigen Stelle Röm. 6, 1—6. Er sagt zuerst, daß der Christ, welcher durch den Glauben gerecht ge: worden und zum Frieden mit Gott, also zum Genusse der Seligkeit durch die Gewißheit der ihm geschenkten Gnade gelangt sei, unmöglich in sei.

nen vormaligen Sünden beharren und fortleben könne, denn denen sei er abgestorben (V. 2.); dies Abgestorbensein für die Sünde erweist er nun aus der Taufe, deren sinnbildliche Natur und Bedeutung er darlegt; alle, die in Iesum Christum getauft, durch die Taufe in seine Gemeinschaft eingetreten sind, die sind in seinen Tod getauft, V. 3., haben dadurch, aber nur aus Gnaden, ein Anrecht an den Segnungen seines Todes, sind aber auch zum Tode oder zum Sterben verpflichtet, denn wir sind (V. 4.) mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod; so wie Christus begraben wurde, nachdem er gestorben war, so sind auch die getauften Christen bei ihrer Taufe, als sie ganz untergetaucht wurden, gleichsam im Wasser begraben, damit sie auf geistige Weise, nämlich der Sünde, sterben sollen. Es ist also die Taufhandlung bedeutungsvolles Bild des Todes und Begräbnisses Christi, aber auch seiner Auferstehung, denn so wie Christus nachher durch die herrliche Macht seines Vaters von den Todten auferweckt worden ist, so kommt der Täufling aus dem Grabe des Wassers wieder hervor, und alle Getaufte sollen daher in einem neuen Leben wandeln, so daß sie mit dem vorigen Sündenleben gar nichts mehr gemein haben. Noch weiter erläutert der Apostel die durch die Taufe mit Christo errichtete Gemeinschaft V. 5., er nimmt das Bild von einem Pfropfreis her, zwischen welchem und dem Baume, dem es eingepflanzt ist, eine Lebensgemeinschaft der Safte zum Fruchtbringen statt findet, eben so zwischen dem Christen und Christo; so gewiß wir mit ihm sterben, so gewiß sollen wir auch mit ihm auferstehen, denn die bei Christo unzertrennliche Verbindung des Todes und der Auferstehung soll sich auch bei den getauften Christen zeigen,,M Sterben für die Sünden und im Auferstehen für ein heiliges Leben. Denn das weiß ja jeder Getaufte (V. 6.), daß, wie Christus den schmerzlichen Tod am Kreuze gestorben ist, auch der alte in Sünden verderbte Mensch im schmerzlichen Tode der Selbstverleugnung sterben muß, damit der sündliche Leib, d. h. die Gesammtheit der Sünde, alle Sünde, völlig abgethan werde, so daß wir der Sünde hinfort nicht dienen. Die Taufe als Sinnbild des Begrabenwerdens und der Auferstehung erwähnt Paulus auchKol. 2, 12., und daß das Untertauchen oder Besprengen mit Wasser in der Taufe die Reinigung der Seele von allen Sünden vorbilde, so wie Wasser den Körper von seinen Flecken reinigt, das zeigt deutlich Apostg. 22, 16. Diese Reinigung geschieht aber durch die Kraft des versöhnenden Todes Christi, seines Blutes, von welchem das Wasser Bild ist, Offenbarung 1, 5. Cap. 7, 14. Nach 1 Petr. 3, 21. 22. ist die Taufe keineswegs ein äußeres Abwaschen von körperlicher Unreinigkeit, sondern vielmehr sinnbildliche Dar«

stellung der erlösenden Kraft und der heiligenden Gnade Iesu Christi, welche er den Seinen gibt, so auch 1 Kor. 6, II. Die von dem Herrn eingesetzte Taufe ist als eine äußere Handlung Bild der Geistestaufe, daß wir durch die Wirkungen des heiligen Geistes wiedergeboren und ganz neue Menschen werden sollen, denn darauf kommt es wesentlich an, wenn wir wahre Genossen seines himmlischen Reiches sein wollen, wie auch Iesus bezeugt Joh. 3, 5. Weil die Wassertaufe nun Bild und Siegel der geistigen Erneuerung ist, so nennt sie Paulus deshalb ein Bad der Wiedergeburt Tit. 3, 5. Da Jesus die Taufe ausdrücklich geboten hat, so muß sie auch derjenige empfangen, der vermittelst des Wortes durch den Glauben die Wirkungen des Geistes erfahren und aus dem Geiste wiedergeboren ist, denn es gibt ihm dies Sacrament die theure Zusicherung, daß er dem Heilande der Welt angehört und sich seiner getrösten darf. Nach dem Worte des Herrn: Lehret alle Völker und taufet sie! ging die Verkündigung der frohen Botschaft von Christo, die Predigt von der Buße und Sündenvergebung der Taufe voran, und diese wur« de nur an denen vollzogen, welche das Wort mit willigem Herzen aufgenommen hatten und gläubig geworden waren an Iesum, als den ver« heißnen Messias und Heiland der Welt. Da aber Iesus ausdrücklich auch von den Kindern redet Marc. 1N, 13—16., da es nichts gegen sich hat, daß in den von den Aposteln getauften Familien nicht auch Kinder gewesen sein und die Taufe mit empfangen haben sollten; da die Kinder, Fleisch vom Fleische geboren, wegen des in ihnen vorhandnen Verderbens unserer Natur der erlösenden und heiligenden Gnade Iesu Christi allerdings ebenfalls bedürfen: so ist schon frühe in der Kirche die Kindertaufe gewöhnlich geworden, und die Taufzeugen vertreten die Stelle des Kindes insofern, als sie in seinem Namen das Bekenntniß des christlichen Glaubens und das Gelübde der Treue gegen Iesum ablegen. Wenn nun auch ein in den ersten Tagen seines Lebens, also im Zustande des noch nicht erwachten Bewußtseins getauftes Kind nicht als ein Glau« biger angesehen werden kann, so empfängt es doch die Gnade der Aufnah« me in die Kirche, Anrecht an der Kindschaft, und späterhin, wozu Eltern und Taufzeugen sich verpflichten, indem sie es zur Taufe darbringen, christliche Unterweisung, so daß es von der frühesten Zeit an unter dem beseligenden Einflusse des heiligen Geistes steht, der in alle Wahrheit leitet. Durch die Kindertaufe ist ganz natürlich die Bestätigung des Taufbundes von Seiten des Kindes nöthig geworden, und es ist die Confirmation in so fern als Ergänzung und Vervollständigung der Kindertaufe anzusehen, als der junge Christ selbst das Bekenntniß seines Glaubens ablegt und die Gelübde der Treue gegen seinen Heiland bestä

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