صور الصفحة
PDF
النشر الإلكتروني

tigt. Wenn aber die Segnungen des Sacraments der Taufe uns wirt. lich zu Theil werden sollen, so ist unsrerseits der Glaube nöthig, die Ger sinnung, welche sich zuversichtlich an Gottes freie Gnade in Christo hålt, reine Verheißungen und Zusagen als wahrhaftig annimmt, reinen Fore derungen sich unterwirft; ohne solchen lebendigen Glauben und die durch ihn bestehende geistige Lebensgemeinschaft mit dem Erldser hilft uns die Taufe nichts; denn da der Erldser ausdrücklich sagt: Wer da glaubet und getauft wird, der wird relig, wer aber nicht glaubet, der wird ver: dammet ! so wird durch dies Wort die Taufgnade, bei jedem der glau: ben kann, an den Glauben geknüpft; und wer die durd, die Taufe ihm 311 Theil gewordene Aufnahme in den Schoob der christlichen Kirche nicht dazu benußt, daß er zum Glauben gelange, der kann ungeachtet der Taufe verloren gehen. Die Taufe selbst aber ist als Gnadenmittel auch geeignet, den Glauben zu erzeugen, daß sich der Sünder, fraft der ihm von dem Sohne Gottes gegebenen Zusicherung seiner Gnade, als ein Eigenthum Jesu Christi ansieht und von dieser Ueberzcugung aus immer mehr zum lebendigen Glauben kommt. Es ist traurig, daß die in der Taufe uns geschenkte Gnade, und der Bund, in welchem wir mit dem Herrn der Kirche stehen, von so vielen Christen geringgeschåßt, und fo durch ihre eigne Schuld die Kraft des Sacramentes geschwächt wird, davor rollte uns die Beherzigung des Wortes des heiligen Apostels Jo: hannes schůßen 1 Brief 3, 1-3. .

. Dom Sacrament des Heiligen übendmahls.

Die Taufe ist für den Sünder Zeichen und Sinnbild seines ersten Eintritts in die Lebensgemeinschaft mit dem Erldser, erste Aneignung der von ihm erworbenen Sündenvergebung und aller andern mit ihr vers bundenen geistlichen Güter, und das heil. Abendmahl soll nach dem Wils len seines Stifters die feierliche Handlung sein, welche sinnbildlich das Bleiben in dieser Gemeinschaft mit ihin und die fortgeseşte, stets sich erneuernde Aneignung und Theilnahme an diesen Gütern darstellt. Das her konnte die Taufe, als Aufnahme in die christliche Kirche, auch nur einmal empfangen, das Abendmahl rollte aber seiner Natur nach wieder: holt werden, denn das im Innern des menschlichen Gemüthes erwachte Leben bedarf eben sowohl der Stårkung und Anregung wie das natürli: che Leben, und da dies durch Speise erhalten wird, so wählte der Herr den Genuß leiblicher Speise als Sinnbild für die Geistesnahrung und Geistesstårkung, die er den Seinen im Abendmahl will jufließen lafa sen. Es wird dieses Sacramentes im N. Test. unter verschiedenen Namen gedacht, indem es auch Nachtmahl, Tisch des Herrn, Ges

meinschaft des- Leibes und Blutes Christi (Communio) und das Brot: brechen heißt. Die drei ersten Evangelien und Paulus 1 Kor. 11. berichten und das Geschichtliche über die Einsekung des heiligen Abendmahls. Da sich der Herr, im Begriff seinem Tode entgegen zu ges hen, zum leßten Mahle. mit seinen lieben Jüngern versammelt hatte, und da dasselbe überdies ein Pasrahmahl, das Stiftungsa und Bundess mahl des A. Test. war, so mußte es ganz besonders wichtig und bedeu: tungsvoll erscheinen, und das wurde es auch, sowohl durch die Fußwas schung, wie durch die liebevollen und zårtlichen Trostreden des scheiden: den Erldsers, wie auch durch seine herrlichen Verheißungen, durch die Einsebung des heiligen Abendmahls und endlich durch jenes hohepriesters liche Gebet Jesu Christi Joh. 17., mit dem er sein bisher geführtes Lehramt in Fürbitte für alle die Seinen beschloß. Das jüdische Passah folgte allemal auf eine gemeinsame Mahlzeit der Hausgenossen; und der Hausvater, indem er Brot und Wein unter die Gåste austheilte,, dankte Gott theils für die Gaben der Natur, die das irdische Leben erhalten, theils und ganz insonderheit für die Errettung seines Voltes aus dem Joche irdischer Knechtschaft in Egypten; der Kelch mit Wein, über wel: chen das Dankgebet ausgesprochen wurde, hieß der Keld der Danksas gung, und daher rührt auch der Name, den das Abendmahl in der er: sten Zeit der christlichen Kirche führte, nåmlich Eucharistie (Danksagung). Weil nun die Einseßung des Abendmahls nad; einer gemeinsamen Mahls zeit erfolgte, so entstand daraus, die in den ersten Jahrhunderten der Kirs che sich vorfindende Sitte, gemeinschaftliche Mahlzeiten anzustellen, bei de: nen die Reicheren durch Liebesgaben ihre årmeren Mitbrüder speisten, und den Beschluß machte die Feier des Sacramentes; solche Mahlzeiten, Agapen, Liebesmåhler genannt, finden sich schon 1 Kor. 11, 20. ff. er: wähnt, und unter dem Ausdruck: Brotbrechen Apostg. 2, 46. sind sie ebenfalls gemeint. Sie sollten die innige Verbindung der Gläubigen mit dem Herrn und ihre brüderliche Gemeinschaft, als engverbundene Glieder eines Leibes, dessen Haupt Christus ist, darstellen, und wur: den tåglid in der Gemeinde zu Jerusalem gefeiert. Die Bedeutung des Pasahmahles wurde von dem Herrn im Abendmahle vergeistigt, so daß es die höhere und beseligendere Erldsung von Schuld und Strafe der Sünde, kraft seines Todes, darstellte, und auch die innige Lebensge: meinschaft mit ihm vermittelst des Genusses der irdisden Nahrungsmit: tel, die er zu Bildern und Zeichen seines Fleisches und Blutes weihte. Zweck, Bedeutung und Feier des heiligen Abendmahls ergibt sich am be: sten aus der Betrachtung der Einsegungsworte und der Belehrungen des Apostels Pauluis.

Da fie aber aßen, heißt es Matth. 26, 26 - 28., nahm Jesus, – als Hausvater unter seinen Jüngern; nachdem die Feier des jüdischen Passah-schon vollendet war, und er nun im Sinne hatte, etwas Neues für seine Gemeinde zu stiften - das Brot, das dünne, ungesåuerte Brot, dankte, sprach ein Danks oder Weihgebet dars über aus, um die irdische Speise und ihren Genuß zu heiliger, so wie noch jeßt die irdischen Nahrungsmittel geweiht werden, indem das Gebet des Herrn und die Einsekungsworte darüber-ausgesprochen wer: den, und bra ch 8, zum Sinnbilde; wie nun bald sein Leib gebrochen (Joh. 2, 19: Grechet diesen Tempel - meines Leibes) und er sein Leben dahingeben werde; und gabs den Jüngern und sprach: " Nehmet; effet: das ist mein Leib; so verordnete er für alle Zeiten seiner Kirche und für alle: seine Gläubigen, daß das irdische Brot ihnen sein sollte sein Leib, welchen er zur Erldsung in den Tod

dahingab. Und (V. 27.) er nahm den Kelch, und dankte, · und gab ihnen den, und sprach: Trinket alle daraus;

V. 28. das ist: mein Blut des Neuen Test a mentes, wela 'ch es vergorfen wird für viele zur Vergebung der Sün: den. Wie mit dem Brote, so that der Herr auch mit dem Weine, und ordnete ihn zum sichtbaren Darstellungsmittel seines Blutes, seis. nes blutigen Kreuzestodes, den er zur Errichtung eines neuen Bundes, eines neuen Verhältnisses, der an ihn Glaubenden zu. Gott duldete, und es war sein gnådiger Wile, daß alle, welche diese sichtbaren Zeis chen des Brotes und Weines gendssen, im Glauben an sein Wort, er sterbe zur Erldsung der Sünder – ihrer Theilnahme an der durch ihn erworbenen Sündenvergebung sich versichert hielten, und überzeugt wåren, daß er auf geistige Weise, wie bei der Stiftung des Abends mahls sinnlich und sichtbar, mit seinen Gnadenwirkungen stets allen Abendmahlsgenossen gegenwärtig sein und ihnen Gnade, Sündenver: gebung und ewiges Leben schenken werde, so daß sie eben so gewiß wie der irdischen Speise zur Stärkung des natürlichen Lebens, also aud, seiner himmlischen und geistigen Griadengaben und seines kräftis gen Einflusses zur Stårkung ihres geistlichen Lebens theilhaftig werden sollten. Es ist also bei diesem wie auch bei dem andern Sacramente das wesentlich, daß der Herr vermittelst desselben etwas gibt, nåmlich Gnade, Sündenvergebung, Gerechtigkeit und ewiges Leben, und daß der Mensch, der Sünder, eben diese Gabe des Herrn empfängt; aber freilich nur dann, wenn er die Gnadengabe auf eine ihrer Natur ges måße Weise sich anzueignen und zu erlangen bedacht ist, nämlich durch und mit Glauben. Die äußere Handlung im Sacrament, der Genuß

des Brotes und Beines, so wie diese felbst, sind nun freilich nicht die Hauptsache, sondern eben jene geistige Gabe und unsere im Glau. ben bestehende Empfänglichkeit; allein da der Herr nach seiner Weiss heit und Güte, wohlbefannt mit den tiefsten Bedürfnissen unserer gans zen Natur, dieser gemäß auch das Leußere verordnet hat, fo follen wir es dankbar annehmen, daß wir Unterpfand und Siegel darin has ben für die frohe, beseligende Gewißheit unserer Theilnahme an den Segnungen seiner Erldsung. Sehr unrecht ist daher die Ansicht vom Sacramente, wo man wähnt, der Segen desselben für uns bestehe in dem, was wir dabei thun, in der Sammlung unseres Gemüths, in der Richtung desselben auf den Erldser, in der Betrachtung und Er: wägung seiner Wohlthaten; so wenig der Segen leiblider Speise in etwas anderm besteht, als darin, daß die genossene Gabe, übergegan: gen in unser Blut, neue Kraft und Lebensfäfte uns gibt, so wenig liegt der Segen des Sacramentes in etwas anderm, als darin, daß die Gnade des allgegenwärtigen und allwirksamen Erldsers unsere huns gernde und dürftende, ihr Elend lebhaft fühlende Seele, die sich nach Sündenvergebung rehnt, erquickt und ihr das begehrte Gut, das sie in Demuth sucht, schenkt. Soll aber leibliche Speise ins das wirk: lich gewähren, was sie geben kann, Sättigung, Stärkung, neue Kraft, To muß sie genossen werden, und dieser Genuß geschieht bei der geis

stigen Speise oder Gabe durch Glauben, daher sagt der Erlöser Joh. 6, . 35: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmerinehr dür: sten. Ist es nun schon ein unserm Äuge verborgenes Geheimniß, wie die irdische Speise sich mit unserm Körper vereint, von ihm verarbei: tet wird, und ihm dann neue Kräfte fchenkt, so darf es uns nicht wundern, wenn noch mehr das Wie der Wirkungen der Gnade des Erldfers an unsern Herzen verborgen bleibt. Niemand låßt ficy indeß abhalten, wenn er hungert und dürsiet, heilsame Speise zu genießen, und so sollen und werden auch wir im Vertrauen auf die wahrhaftige Zusage des Herrn, von der ans Sacrament geknüpften Sündenverges bung, dasselbe genießen, wenn nur unsere Seele in Wahrheit hungert und dürftet; und diesen geistlichen Hunger und Durst sucht er da zu erregen, wo er noch nicht ist, damit er ihn nachher stille und das menschliche Herz mit seinen Gnadengaben erquicke. Wenn der Herr Jesus bei der Darreichung des Kelches sagte: Das ist mein Blut des N. Test., welches vergosien wird für viele zur Vergebung der Sünden, odex nach Luk. 22, 20: Das ist der Kelch, das N. Test. in meinem Blut, das für euch vergossen wird: fo liegen in diesen Worten die zwei Punkte, auf wilche es wesentlich ankommt, daß nämlich durch seinen Tod ein neuer Band gestiftet wird, und daß derselbe seiner Natur und eigentlichen Bestimmung nach ein Gnadenbund ist, in welchem Sünden: vergebung durch Christi Tod, das hohe, kdstliche Gut ist, welches allen Glåubigen gegeben wird, die desselben audy wirklich durch den rechten Genuß des heil. Abendmahls theilhaftig werden, deshalb sagt Paulus 1 Kor. 10, 16: Der gesegnete Keld), welden wir regnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? d. h. indem wir das heil. Abendmahl feiern, so zeigen wir dadurch, daß wir in Gemeinschaft mit dem Erldser ftehn, und zwar in der Gemeinschaft seines Blutes und Leibes, daß sein Kreuzestod und etwas angeht; und welche andre Bes ziehung könnte derselbe für uns haben, wenn nicht die, welche die heil. Schrift ausdrücklich angibt, daß wir an Christo haben die Erldsung . ' durch sein Blut, nåmlich die Vergebung der Sünden, und das kann nur vermittelft unseres Glaubens geschehen; so enthalten diese Worte des Apostels eine schöne Erläuterung der Worte der Einseßung: das ist mein Leib, das ist mein Blut. Im folgenden Verse (17.) heißt es: Denn Ein Brot ist es, so sind wir viele Ein Leib; dieweil wir alle Eis nes Brotes theilhaftig sind; hier ist das heil. Abendmahl von der andern Seite aufgefaßt, insofern es eine Feier der innigsten und belebenden Gemeinschaft war, in welcher die Gläubigen miteinander standen, als engverbundene Glieder eines geistigen Leibes unter dem Einen Ober: haupte, Christo. Die Meinung des Apostels ist diese: So wie es Ein Brot ist, dessen alle theilhaftig werden, so bilden diese alle Einen Leib, ein gegliedertes Ganzes, durch einen Glauben, in einer Liebe, zu einer Hoffnung verbunden, und daher soll die Feier des Abendmahls nicht nur das Bewußtsein der Gemeinschaft und des Verbundenseins mit dem Ers Idser fråftigen und beleben, sondern auch die Christen unter einander in herzlicher Bruderliebe verbinden, so daß alles entfernt werde, was in jedem Einzelnen dem Ganzen hinderlich sein könnte, daniit das Band der Vollkommenheit, die Liebe, welche die Herzen aufs Festeste verbindet, in allen gemehret werde. Besonders wichtig ist über das heil. Abends mahl die ausführliche Stelle 1 Kor. 11, 23 – 29. Hier wird als Bes stimmung, wie auch bei Lukas 22, 19. noch besonders hervorgehoben, daß es gefeiert werden solle zum Gedå chtniß des Erldfers. Wie dies zu verstehen sei, jeigt V. 26: Denn so oft ihr von diesem Brot esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Das Gedächtniß des Erldsers, das Andenken an ihn wird im heil. Abendmahl so gefeiert, daß die Gläubigen seinen Tod

[ocr errors]
« السابقةمتابعة »