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dabei: die mich hassen, also nur, wenn die Kinder in der ungehorsamen, feindseligen und gehässigen Gesinnung ihrer Väter gegen Gott verharren, nur dann sollen sie nicht ungestraft bleiben, wie sich das deutlich ergibt aus Ezech. 18, 2. ff. und 5 Mose 24, ItzG^Neben der Strafandrohung steht aber die Verheißung Gottes, welche die Größe seiner Barmherzigkeit und Treue vorhält, wie sich deutlich aus 5 Mose 7, 9. ergibt, wo es heißt: So sollst du nun wissen, daß der Herr, dein Gott, ein Gott ist, ein treuer Gott, der den Bund und Barmherzig« keit hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, in tausend Glied. An vielen Tausenden verheißt Gott den Gehorsam zu beloh« nen, d. h. so viel, wie bis in das tausendste Glied; wie unermeßlich Gottes Barmherzigkeit sei, zeigt sich aus dieser Beschreibung, denn es umfassen tausend Glied eine unübersehliche Zeit, indem von Adam bis Christus, also in 4000 Jahren, nur 42 Glied gelebt haben, Matth. 1, 17. — Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht miß« brauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. — Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn hei« ligest (von den andern sechs Tagen aussonderst, unterscheidest); sechs Tage sollst du arbeiten, und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbath (Ruhetag) des Herrn, deines Gottes, da sollst du kein Werk thun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Thoren ist (unter dir lebt). Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erden gemacht, und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage, darum segnete der Herr den Sab« bathtag und heiligte ihn. — So wurde durch dies Gebot die uralte Verordnung Gottes über die Feier des siebenten Tages, welche er schon den ersten Eltern gab, 1 Mose 2, 2. 3., auf's Neue bestätigt und eingeschärft, den Menschen zum Besten, daß sie eine Erholung hätten von der Arbeit im Schweiß ihres Angesichts, und zugleich eine Gelegenheit und Aufforderung, die Geschäfte ihres Seelenheils vorzugsweise und ausschließlich zu besorgen; daher sagt Iesus Mark. 2, 27: Der Sab« bath ist um des Menschen willen gemacht, und nicht der Mensch um des Sabbaths willen; wodurch er einer knechtischen und fleischlichen Auffassung dieses Gebots entgegentritt, welches der lieblose Sinn so miß« deutete, daß auch nicht einmal Werke der Liebe und der Noth an diesem Tage verrichtet werden sollten, wogegen er seine Widersacher fragte: Ist's recht am Sabbath Gutes thun oder Böses, Leben erhalten oder verderben? Luk. 6, 9.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der Herr dein Gott gibt. Paulus macht ciuS« drücklich darauf aufmerksam, wie dies Gebot das erste sei, an welches Gott eine besondere Verheißung von Wohlergehen geknüpft habe, Eph. 6, 2. — Du sollst nicht tödten. — Du sollst nicht ehebrechen. D« sollst nicht stehlen. — Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. — Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Haus. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, das dein Nächster hat. —

Nachdem Gott dem Moses diese Gebote gegeben hatte, kam dieser zum Volke (2 Mose 24, 3. ff.) und erzählte ihm alle Worte des Herrn und alle Rechte. Da antwortete alles Volk mit einer Stimme und spra« chen, wie früher, ehe das Gesetz selbst noch bekannt gemacht war: Alle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir thun; und hierauf folgte nun 3. die Errichtung des Bundes.

Moses schrieb alle Worte des Herrn auf, und machte sich bei frü« hem Morgen auf, bauete unten am dem Berge einen Altar (von Erde und ungehauenen Steinen nach Cap. 20, 24. 25.) und errichtete zwölf Säulen für die zwölf Geschlechte Jsrael. An diesen Säulen sollten die Opferthiere, wenn sie zum Brandopfer zugerichtet waren, aufgehängt werden, daher befanden sich später im Tempel Salomonis ebenfalls solche Säulen neben dem Brandopferaltare. Hierauf sandte er hin die jungen Männer aus den Kindern Israel (das waren die erstgebornen Söhne aus allen Stämmen, welche damals Priester waren, weil sie sich aber späterhin mit dem goldenen Kalbe so schwer versündigten, so wurde seit der Zeit der Stamm Levi und das Geschlecht Aarons zum Priesterthum erwählt, 4 Mose 3, 41. 45.), daß sie Brandopfer darauf opferten, und sie schlachteten Rinder, und brachten sie dem Herrn zum Dankopfer. Und Moses nahm die Hälfte des Bluts und thats in etliche Becken, die andere Hälfte aber sprengte er auf den Altar. Und nahm das Buch des Bundes (das war dasjenige, worin Moses alle göttlichen Verordnungen, alle gottesdienstlichen Vorschriften und Landesgesetze, wie sie Cap. 21 bis 23. verzeichnet stehen, geschrieben hatte) und las es vor den Opfern des Volkes; und da sie sprachen: Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir thun und gehorchen: da nahm Moses das Blut, mit Wasser gemischt, und vermittelst eines Isopstengels, an dem sich ein Büschel Purpurwolle befand, besprengte er das Buch und alles Volk damit, und sprach: Sehet, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch macht über allen diesen Worten. Die Besprengung mit Blut war eine sinnbildliche Handlung zur Bezeichnung der Gemeinschaft zwischen Gottes Gesetz und dem Volke, daß das Volk nunmehr zum Gehorsam gegen das göttliche Gesetz verpflichtet sei. Jm Briefe an die Hebräer 9, 19. 20. wird auf diese feierliche Errichtung und Einweihung des A. Bundes zwischen Gott und Jsrael hingewiesen, und aller Nachdruck der Gültigkeit des Bundes wird auf das Opfer gelegt, bei welchem das Blut der Opferthiere vergossen wurde. So wie nach dieser Opferfeierlichkeit und durch dieselbe der A. Bund dergestalt geschlossen war, daß er volle Gültigkeit hatte und unverletzlich war, so daß jede Uebertretung strafbar machte, eben so ist auch der N. Bund durch ein Opfer geschlossen, und das ist der blutige Tod Iesu Christi. Jedes Testament, d. h. jeder Bund, bedarf einer Versiegelung, und die geschieht durch den Tod dessen, der ihn macht; so war es im A. Bunde, er wurde nicht ohne Blut gestiftet (V. 18.), denn ein Testament wird fest durch den Tod, anders hat es noch nicht Macht (Gültigkeit), wenn der noch lebet, der es gemacht hat (V. 17.). Bei dem A. Bunde waren es nun nur Opferthiere, durch deren Tod er besiegelt ward, nach göttlichem Befehl; wenn aber auch die Vorbilder der himmlischen Dinge auf diese Weise befestigt wurden, so müssen doch sie selbst, die himmlischen Dinge, bessere Opfer haben, denn jene waren. Und es ist bei dem wahrhaftigen Gnadenbunde Gottes mit den Menschen, wo es auf geistige Gemeinschaft ankommt, indem der Mensch ganz Gottes Eigenthum werden soll, wirklich auch ein vorzüglicheres Opfer gebracht worden; Iesus Christus selbst hat sich für uns dargegeben, ist für uns gestorben, sein Tod stiftet den N. Bund. Daher bezeugt er selbst, als er zum letzten Mal das Pafsahlamm mit seinen Iüngern aß und nun das heilige Abendmahl stiftete, indem er ihnen den Kelch gab: trinket alle daraus, das ist mein Blut des N. Test., welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sün« den, d. h. so wie das A. Test, durch Blut gestiftet ist, so wird auch der N. Bund durch Blut, und zwar durch mein Blut, gestiftet, und wenn es in jenem auf Gesetz und Gehorsam ankam, so sollen in diesem Vergebung der Sünden und damit Gnade, allen Genossen desselben, gegeben werden.

4. Das Wesentliche des A. Bundes bestand in folgenden Punkten: 1) Gott, der Retter Israels, offenbart sich ihm als sein König und Gesetzgeber; 2) Israel wird vor allen andern Völkern sein Eigenthum; 3) Gehorsam gegen den im göttlichen Gesetz geoffenbarten Willen Gottes ist des Herrn Forderung und Jsraels'

Pflicht; 4) Israels Wohlergehen wird an sein Wohlverhalten als unmittelbare Folge angeknüpft, so wie Strafe an den Ungehorsam.

Wenn es bei jedem Bunde auf treue Erfüllung der gegenseitigen Gelöbnisse ankommt, Gott seinen Willen an Israel bekannt gemacht und das Volk Gehorsam gelobt hat, wie dies geschichtlich feststeht: so ist es keinem Zweifel unterworfen, daß der Gehorsam bei diesem Bunde das Wesentliche ist, welches auch durch viele unzweideutige Stellen bezeugt wird, 5 Mose 10, 12. 13. 20., Cap. 8, 6. 11, 1. In dem vollständigen Gehorsam gegen den bekannt gemachten Willen GottcS , sollte fortan Israels Gerechtigkeit bestehen, denn es heißt 5 Mose 6, 24. 25: Es hat uns geboten der Herr, zu thun nach allen diesen Rech« ten, daß wir den Herrn unfern Gott fürchten, auf daß es uns wohl gehe alle unsere Lebtage, wie es gehet heutiges Tages; und es wird unsere Gerechtigkeit sein vor dem Herrn, unserm Gott, so wir thun und halten alle diese Gebote, wie er uns geboten hat. Die Gerechtigkeit des Menschen vor Gott ist nichts anderes, als das Wohlgefallen Gottes an ihm; diese Gerechtigkeit erlangte Abraham nach 1 Mose 15, 6. durch den Glauben, durch den mit Israel errichteten Bund des Gesetzes tritt hier eine große Veränderung ein, wodurch das Verhältnis; der Menschen zu Gott wesentlich anders gestellt wurde; von nun an sollte nicht mehr im Glauben, sondern im Gehorsam die Gerechtigkeit derer bestehen, die zu diesem Bunde gehörten; nur wer vollständig das ganze Gesetz erfüllte und auch in keinem Stücke es übertrat, sollte sich des Beifalls Gottes versichert halten. Da nun aber niemand das Gesetz Gottes vollkommen gehalten hat, auch keiner dessen fähig ist, so mußte hierdurch das Bewußtsein der Sünde und das Gefühl, Gottes Beifall nicht zu besitzen, sehr mächtig erregt werden; und damit diejenigen, welche dies schmerzlich fühlen, auch noch unter dem A. Bunde, des Trostes der Vergebung und des frohen Bewußtseins der göttlichen Gnade in der Erlassung ihrer Schuld und wohlverdienten Sündenstrafe, in Glauben und Hoffnung gewiß werden mög« ten, so ordnete Gott zu dem Ende den ganzen Opferdienst an, von dem weiter unten die Rede sein wird.

Israels Glück und Wohlergehen wurde in diesem Bunde als der Lohn Gottes für seinen Gehorsam verheißen, dagegen dem Ungehorsam Strafe, Unglück und Verderben gedroht; der Stellen sind unzählige, in denen sich Gott also erklärt, es heißt 3 Mose 18, 5: Nach meinen Rechten sollt ihr thun, und meine Satzungen sollt ihr halten, daß ihr darinnen wandelt, denn ich bin der Herr, euer Gott; darum sollt ihr meine Satzungen halten und meine Rechte: denn welcher Mensch dieselben thut, der wird dadurch leben. Aehnliche Verhei« ßungen finden sich Cap. 11, 13—17; und 3 Mose Cap. 26. wird Segen und Fluch neben einander vorgehalten; als Segen wird angedeutet: Fruchtbarkeit des Landes, Friede, Sieg über die Feinde, Vermehrung des Volkes, Gottes Nähe; in dem Fluche drohet Gott mit Krankheit, Unfruchtbarkeit des Landes, Beilegung von den Feinden und andern Uedein. Und damit dem Volke die Wichtigkeit des Gehorsams wegen des herrlichen an ihn geknüpften Segens, so wie die furchtbaren Folgen des Ungehorsams wegen des Fluches, mit dem Gott ihn bedrohte, recht eindrücklich werden mögten, so wurde verordnet, daß die Kinder Jsrael, nach der Einnahme des Landes Canaan, auf den Bergen Grisim (Garizim) und Ebal, einander gegenüberstehend, den Segen und Fluch Got« tes sich zurufen sollten; auf Grisim standen die Stamme: Simeon, Levi, Jnda, Jsafchar, Joseph, Benjamin; und die Leviten huben den Segen an zu sprechen und alles Volk sprach ihn nach; auf Ebal standen: Ruben, Gad, Asser, Sebulon, Dan und Naphthali, und spra« chen den Fluch 5 Mose 27, 11 —14. Daher konnte denn auch Moses zu dem Volke sprechen Cap. 11, 26—28: Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und Fluch; den Segen ff. Da der ganze A. Bund eine sichtbare Gottes-Herrschaft, eine äußerliche Theokratie bildete, so sind auch die Verheißungen wie die Drohungen auf das irdische Leben hingerichtet, und betreffen das äußere Wohl und Wehe desselben, und selbst der Ausdruck 3 Mose 18, 5: Du wirst durch den Gehorsam leben, bezieht sich nur auf das zeitliche Leben. Jm N. Bunde sind die herrlichen Gnadenverheißungen Gottes unseres Heilandes für seine treuen Jünger vorzugsweise auf das zukünftige Leben hingerichtet, und selbst die, welche schon in diesem Leben in Erfüllung gehen, enthalten nicht sowohl das Versprechen eines äußeren Glücks, als vielmehr einer inneren Seligkeit, die'theils in der Herzensgemeinschaft mit dem Erlöser durch den Besitz seines Geistes und seiner Tugenden hier schon geschmeckt, theils durch Hoffnung noch erwartet wird im Himmel; weshalb auch das Wort Iesu, das er zu jenem Schriftgelehrten sprach, dem er das Holten der Gebote empfohlen hatte: Thue das, so wirst du leben! in einem geistigen Sinne zu nehmen ist, so daß er nicht vom irdischen Leben, dieser Verheißung des A. Bundes, sondern von der innern Seligkeit redet, welche die empfinden, die als Gottes liebe Kinder, nach dem Vermögen, das er darreicht, im Gehorsam gegen ihren himmlischen Vater wandeln. So viel herrlicher die Gnadenverheißungen sind, so viel erschrecklicher und furchtbarer sind aber auch die Drohungen über die Verächter der Gnade Gottes in Christo; es ist schrecklich in die Hände des lebendigen

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