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lig, Gesetz den Tod an und für sich gebracht haben sollte, baS that viel« mehr die in mir wohnende Sünde, die eben dadurch in ihrer ganzen Abscheulichkeit und Verdammlichkeit einleuchtet, daß sie durch Widerstreben gegen ein heilsames Gesetz mir die auf Uebertretung desselben gesetzten Strafen zuzog, V. 13. So wissen wir denn beides V. 14, daß das Gesetz geistlich ist, gut und vollkommen, aber das natürliche Herz ist fleischlich, verderbt und unter die Sünde verkauft, so sehr ein Selave derselben, daß es von ihrer Herrschaft nicht einmal durchs Gesetz befreit wird. Bis hieher hat der Apostel von dem unverkennbaren Streit zwi« schen dem göttlichen Gesetz und dem verderbten Herzen im Allgemeinen geredet, und die Größe des sündlichen Verderbens besonders dadurch dar« gethon, daß selbst Gottes heiliges Gesetz den Menschen nicht zum Gehorsam bewegen könne und ihm deshalb verderblich werde, weil seine Sünde diesem Gesetz allezeit widerstrebe. Nun redet er von dem Zwiespalt im Herzen selbst, der durch das Gesetz offenbar werde, und sagt V. 15: Ich weiß nicht, was ich thue; denn ich thue nicht, das ich will, sondern das ich hasse, das thue ich, V. 18; denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische (verderbten Herzen) wohnet nichts Gutes; Wollen habe ich wohl, aber Vollbringen finde ich nicht, V. 19.; denn das Gute, das ich will, thue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das thue ich; V. 22. 23: Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen, ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemü« the, und nimmt mich gefangen in der Sünden Gesetz, welches ist in meinen Gliedern. Wenn Gottes Gesetz vor uns hintritt, so können wir nicht anders als die Wahrheit und das Heilsame seiner Forderungen anerkennen, es ganz und gar billigen und eingestehen, daß der Gehorsam gegen dasselbe beglückend für uns sein würde; wir versagen ihm auch diese Billigung in Stunden ruhiger Ueberlegung und klarer Besonnenheit nicht, ja wir sind sogar geneigt, uns ihm zu unterwerfen, wollen ge« horchen;' aber dieser Wille ist mehr nur ein schwaches Wünschen als ein kräftiges Wollen, und die Macht der in uns wohnenden Sünde zeigt sich eben darin, daß sie uns gegen unser besseres Erkennen und Begehren zum Ungehorsam fortreißt, so daß wir das Gemißbilligte und Verabscheute thun; das bessere Selbst in uns unterliegt dem schlechteren Selbst, mit Riesenkraft trägt das zum Bösen geneigte Herz den Sieg davon über jene ohnmächtigen besseren Regungen, die dadurch nicht stärker werden, daß sie ein von ihnen gebilligtes, heiliges, göttliches Gesetz vor sich sehen, das noch dazu mit Strafandrohung und Lohnverheißung verknüpft ist. Wie stark muß daher der verderbte Wille sein, der beides

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Von der ewigen Dauer des Gesetzes. Obwohl das Gesetz nur eine vorbereitende und Zwischenanstalt auf Christum war, so hat es dessenungeachtet auch eine ewige Dauer und ewige Gültigkeit, so daß die, welche Christo im Glauben angehören, nicht weniger an das Gesetz und seine Befolgung gewiesen sind, als es einst Israel war; nur ist das Verhältniß des Wiedergebornen zum Gesetze ein ganz anderes als das des Unwiedergebornen. Die Gültigkeit des Gesetzes auch für Jesu Jünger erkennt man sowohl aus der bestimm« te n Erklärung des Herrn Matth. 5, 17., als aus allen den Stellen, in welchen der Herr einen heiligen Wandel, Gehorsam gegen Gottes Willen und Befolgung seiner Gebote fordert. Das Gesetz auflösen, ihm seine verbindende Kraft nehmen, es abschaffen, die Seinen vom Gehorsam gegen dasselbe frei machen, ist daher keinesweges des Erlösers Ab« ficht, vielmehr war sein kindlich-gehorsamer Wandel gegen den Vater im Himmel, und die Belehrungen, welche er über den tiefen und umfassenden Sinn des Gesetzes gab, die lauteste Erklärung von seiner Seite, wie er durch Beispiel, Wort und Ermahnung das Gesetz selbst erfüllen, und sich und alle die Seinen demselben unterwerfen wollte. Daher sagt auch Paulus, Gott habe seinen Sohn unter das Gesetz gethan, und der Erlöser selber versichert: es sei seine Speise, zu thun den Willen des Vaters im Himmel. Da das Gesetz Ausdruck und Offenbarung des hei« ligen Willens Gottes, Gott selbst aber wie sein Wille ewig unveränderlich derselbe ist, so hat natürlich auch sein Gesetz ewige Gültigkeit, und was in ihm geboten oder verboten ist, bleibt es für immer ohne einige Abänderung. Es ist also dies Gesetz, als Grundlage aller Heiligkeit und Sittlichkeit, die unveränderliche Richtschnur des Vaterwillens Gottes für alle seine Kinder, für Engel und Menschen, in diesem und jenem Leben; dahin deutet auch die dritte Bitte im Gebete des Herrn: Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden; die seligen Bewohner des Himmels, die heiligen und seligen Engel und die vollen« deten Gerechten thun allezeit Gottes Willen, der ist ihr Gesetz, und ein Kind Gottes wird niemals frei vom Gesetze Gottes, daß ihm dasselbe nicht die alleinige Regel des Denkens und Empfindens, seines Wollene? und Thuns bliebe. In diesem Sinne also sind auch die Gläubigen an das Gesetz gebunden, aber in einem andern Sinne sind sie frei vom Gesetz, durch Christum von demselben erlöst und zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes berufen. Paulus sagt Röm. 3, 21: Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne; sondern wir richten das Gesetz auf. Wenn nämlich der Mensch zum lebendigen Glauben an Christus gelangt, wenn er glaubend den heiligen Geist empfängt, so wird er mit solcher Liebe zu Gott erfüllt, daß es seines Herzens Freude wird, Gottes Gebote zu halten, und da die Liebe des Gesetzes Erfüllung ist, so wird vermittelst des Glaubens das Gesetz aufgerichtet, ihm der geforderte Gehorsam wirklich verschafft. Wo Glaube an Gottes Gnade in Christo ist, wo man der Vergebung seiner Sünden gewiß geworden ist, da wird Herz und Wille des also Begnadigten eins mit dem Willen Gottes, so daß ihm das Gesetz nicht mehr als ein von außen gegebenes dasteht, dem er mit Widerstreben gehorcht, sondern sein gan

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