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Die Kritik der reinen Vernunft, welche diesen Band ausfüllt, erschien zuerst im Jahr 1781 (Riga, J. F. HARTKNOCH, XXII (unpaginirte] S. Dedication, Vorrede und Inhaltsverzeichniss, 856 S. Text). Im Jahr 1787 folgte die zweite ,, hin und wieder verbesserte Auflage" in demselben Verlage (XLIV S. Dedication und Vorrede, 88+ S. Text). Rücksichtlich des Verhältnisses zwischen beiden Ausgaben mag es erlaubt sein, zuvörderst an das zu erinnern, was KANT selbst in der Vorrede zur zweiten Auflage über die Veränderungen sagt, die er ,,bei Gelegenheit“ derselben vorgenommen habe. Auf das Unzweideutigste und im vollen Vertrauen auf die durchgängige innere Uebereinstimmung und Unveränderlichkeit seiner Lehre erklärt er, dass er in den Sätzen selbst und ihren Beweisgründen, imgleichen der Form sowohl als der Vollständigkeit des Plans nichts zu ändern gefunden, dass er aber in der Darstellung Verbesserungen versucht habe, welche theils dem Missverstande der Aesthetik vornehmlich im Begriffe der Zeit, theils der Deutlichkeit der Deduction der Verstandtsbegriffe, theils dem vermeintlichen Mangel einer genugsamen Evidenz in den Beweisen der Grundsätze des reinen Verstandes, theils endlich der Missdeutung der der rationalen Psychologie vorgerückten Parologismen abhelfen sollen. Eigentliche Vermehrung, aber doch nur in der Beweisart, könnte er nur die nennen, welche er durch die neue Widerlegung des psychologischen Idealismus gemacht habe. Er fügt hinzu, dass mit diesen sich nur bis zu Ende des ersten Hauptstücks der transscendentalen Dialektik erstreckenden Abänderungen und Verbes

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serungen ein kleiner Verlust für den Leser verbunden sei, der „nicht zu verhüten war, ohne das Buch gar zu voluminös zu machen“, nämlich, „dass Verschiedenes, was zwar nicht wesentlich zur Vollständigkeit des Ganzen gehört, mancher Leser aber doch ungern missen möchte, hat weggelassen oder abgekürzt vorgetragen werden müssen.“ (Vgl. unten S. 28–31.) Dass er mit seinem Vortrage in einigen Abschnitten der Elementarlehre, z. B. der Deduction der Verstandesbegriffe oder den von den Paralogismen d. r. V. nicht völlig zufrieden sei, weil eine gewisse Weitläufigkeit in denselben die Deutlichkeit hindere“, hatte er schon im Anhange zu den Prolegomenen jeder künftigen Metaphysik (vgl. Bd. IV, S. 127), also, da dieses im J. 1783 zuerst erschienene Buch wohl schon 1782 geschrieben worden sein wird, wenig mehr als ein Jahr nach dem ersten Erscheinen der Kritik der reinen Vernunft ausgesprochen.

Diese eigenen Erklärungen KANT's bezeichnen das Verhältniss beider Ausgaben in einer mit dem Sachverhalte übereinstimmenden Weise. Der überwiegende Theil der Veränderungen der zweiten Ausgabe besteht einfach in Zusätzen und Erweiterungen. Hierher gehört, abgesehen von einigen hin und wieder hinzugekommenen Anmerkungen, vor allem die neue Vorrede zur zweiten Ausgabe, so wie die Einleitung, deren Inhalt durch die Erweiterung der Abschnitte I und II und durch Hinzufügung der Abschnitte V und VI eine dem Plane und Zwecke des ganzen Werks viel angemessenere Ausführung bekommen hat. Es gehören ferner hierher die Erweiterung der „metaphysischen und der transscendentalen Erörterung.“ der Begriffe von Raum und Zeit ($ 2—5), die Zusätze zu den allgemeinen Anmerkungen zur transscendentalen Aesthetik (S 8, II. III), die „artigen“ Betrachtungen über die Tafel der Kategorien (S. 11. 12), die den Axiomen der Anschauung, den Anticipationen der Wahrnehmung und den Analogien der Erfahrung hinzugefügten ,,Beweise“ (S. 156, 159, 165), die nach dem Abschnitte über die Postulate des empirischen Denkens eingeschaltete „Widerlegung des Idealismus“; endlich die „allgemeine Anmerkung zum System der Grundsätze“ (S. 205). Abkürzungen finden sich dagegen in dem Abschnitte über den Grund der Unterscheidung aller Gegenstände in Phaenomena und Noumena (S. 212, 214, 216); ebenso gehört hierher der Abschnitt von den Paralogismen der reinen Vernunft, der in der ersten Ausgabe die Fehlschlüsse der rationalen Psycho

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logie nach der Reihenfolge der vier Titel der Kategorien in schulgerechter Ausführlichkeit durchgeht, während die zweite Ausgabe „um der Kürze willen ihre Prüfung in einem ununterbrochenen Zusammenhange fortgehen lässt“ (S. 278) und dadurch dieselbe auf weniger als die Hälfte des früheren Umfangs reducirt. Eine eigentliche Umarbeitung, die weder Erweiterung noch Abkürzung ist, hat nur die ,,transscendentale Deduction der reinen Verstandesbegriffe" erfahren; auch die ,,Widerlegung des Idealismus" hatte KANT ein Recht eine Vermehrung „nur in der Beweisart“ zu nennen; denn die beiden Sätze: „alles Erkenntniss von Dingen aus blossem reinem Verstande oder reiner Vernunft ist nichts als lauter Schein und nur in der Erfahrung ist Wahrheit,“ (so formulirt KANT seine Lehre im Gegensatze zu der „aller ächten Idealisten“ schon im J. 1783, vgl. Bd. IV, S. 122) und: innerhalb der für den Menschen möglichen Erfahrung bezieht sich alle wahre Erkenntniss nicht auf die Dinge an sich, sondern lediglich auf Erscheinungen, sind so sehr die beiden Angelpunkte, um welche sich die Kritik der reinen Vernunft bewegt, dass zur Erhärtung der Behauptung, KANT sei in der zweiten Ausgabe dieses Werks von seiner eigenen Lehre abgefallen, nachgewiesen werden müsste, dass er in ihr den einen oder den andern dieser beiden Sätze aufgegeben oder eingeschoben oder auch nur modificirt habe.

Wie es sich aber auch mit der Verstümmelung und Verunstaltung verhalten möge, welche Kant in der zweiten Ausgabe dieser reifsten Frucht seines vieljährigen Nachdenkens zugefügt haben soll, jedenfalls ist er selbst der Ansicht gewesen, dass die Veränderungen der zweiten Ausgabe wirkliche Verbesserungen, wenn auch nur der Darstellung gewesen sind, „die im Grunde in Ansehung der Sätze und selbst ihrer Beweisgründe schlechterdings nichts verändert“ (S. 31). Will man diese seine Ansicht nicht gelten lassen, so hat man die Wahl, entweder den oben aus der Vorrede der zweiten Ausgabe angeführten Erklärungen eine Unredlichkeit unterzulegen oder ihm eine Selbsttäuschung aus geistiger Schwäche zuzuschreiben, vermöge deren er unfähig gewesen sei zu beurtheilen, was er eigentlich habe sagen wollen. Ich halte es für überflüssig, auf die verschiedenen Motive, welche KANT zu den Veränderungen der zweiten Ausgabe bestimmt haben sollen, zurückzukommen; man findet die Literatur der Verhandlungen darüber in F. UEBERWEG’s

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