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ist ausser allem Zweifel, und es sind daher für den ganzen Begriff und die ganze Geschichte der Kirche gültige Nonnen die sich aus ihr ergeben, nämlich 1) dass die Kirche ein Anderes sey und ein Anderes das Volk oder die Gemeinde der Kirche und 2) dass die Kirche selbst sey die oxtjvrj Gottes und nur das principaliter die Kirche sey, worin dieser Begriff der axTjvi] sich vollständig realisire. Aber irren wir nicht, so tritt uns an diesem Ende neben der Hütte Gottes und neben dem Volk der Hütte noch ein Drittes entgegen und zwar die Hütte, Wohnung, Stadt des Volks. Denn nach dem Verhällniss von Apok. 21, 2. und 3. würde sich wohl die' Gesammtheit aller hieher gehörigen Realitäten unter den Begriff „die heilige Stadt, das neue Jerusalem" vereinigen lassen (so auch 21, 9.); allein anderseits wird doch vom 12. Verse an das neue Jerusalem als Drittes und zwar eben als Wohnungsstätte des Volks gefasst, als die Herrlichkeit des Volks in ihrem thatsächlichen Andersseyu. Wir linden bei Delitzsch „vom Hause Gottes" p. 12 dieselbe Unterscheidung zwischen dem „Volk und der Stadt Gottes" als des Volkes eigener Objektivität und Wohnstatte; und nach dem Verhaltniss von Ende und Mitte müssen wir auch für das diesseitige Volk Gottes ein dem Entsprechendes, ein der künftigen Stadt Gottes Entsprechendes fordern, eine von dem Volk Gottes selbst ausgewirkte Objektivität und Wohnstätte ihres Lebens und Geistes. Somit wäre es also eine dreifache Realität, welche das Ende uns aufwiese, nämlich 1) die Kirche als axrjvri Gottes, 2) das Volk oder die Gemeine dieser Hütte, 3) die eigene Objektivität und Wohnstätte dieses Volks. — Damit aber wenden wir uns dem Anfang zu; und was anders schallt uns entgegen als das Hundertfältige: das.Himmelreich ist gleich dem und dem? und als das Täufer- und Herren- und Apostel-Wort: das Himmelreich ist nahe herbeigekommen? Offenbar also stimmen Anfang und Ende in Bezug auf das als 1 und 2 bezeichnete, denn selbstverständlich kann der Anfang von dem Dritten noch nicht zu reden haben. Weil das Himmelreich nahe herbeigekommen, darum soll man Busse thun,.in dem kurzen Satz liegt eine unerschöpfliche Fülle Material, die noch sehr wenig ausgebeutet ist. Evident aber liegt in ihm die Unterscheidung einmal zwischen dem Himmelreich in seinein Naheseyn und zum Andern zwischen dem durch seine Kräfte zu'sammelnden bussfertigen gläubigen Volke; und was ist nun jenes anders als die axqvrj und dies anders als das Volk der axijvt),? Hier findet auch die Lehre von der

unsichtbaren Kirche ihre schliesslichc Widerlegung*). Denn es ist hiernach das Unsichtbare in der Kirche nicht das vere credere, sondern das Himmelreich in seiner Fülle; und anderseits ist es nicht das Charakteristikum der Sache, dass diese unsichtbaren Dinge existiren, sondern dass sie diesseitig sichtbar und nahe existiren. Jedes Wort aus des Herrn Mund vom Himmelreich und dass es überhaupt dem und dem Creatilrlichen gleichgestellt und in ihm präsent gedacht werden kann — widerlegt die bestrittene Lehre und bezeugt dass keine Lehre haltbar seyn wird, deren Ausgangspunkt nicht die mystische Identität von Jenseits und Diesseits ist. Die Grundsignatur der Kirche ist weder das nestorianisch-mechanische Nebeneinander, noch das eutychian isch-fleischliche Ineinander, sondern die lutherisch-mystische Identität; und dass dem so ist, bezeugen wie einerseits die Worte vom Naheseyn des Himmelreichs, so anderseits die lutherischen Lehren vom Abendmahl und von der Ubiquität. So stimmen also in Bezug auf 1 und 2 Anfang und Ende vollkommen tiberein; und wir wenden uns der Mitte und damit alle den hohen, erst in der lutherischen Reformation erkannten Namen: Volksversammlung Gottes**), Leib des Herrn, Haus des Herren zu. Die Worte beschreiben uns zunächst nicht die axtjvrj, sondern das Volk der axtjv)] in seiner Herrlichkeit. Allein wird dadurch aufgehoben, was uns Ende und

*) Oder würde diese Lehre bestätigt dadurch, dass das Himmelreich auch „in euch" ist'( Wir meinen nicht; denn abgesehen davon, dass wir mit Kurtz der Ansicht seyn müssen, dass der Herr hier im Gegensatz zu den geforderten „äussern Geberden" der Zeichen vom Himmel das schon Vorhandenseyn des Himmelreichs und doch wahrlich nicht in den Pharisäerherzen, sondern ausserhalb derselben in ihrer Umgebung, nämlich in dem Herrn selber betont — läugnen wir in keiner Weise, dass das Menschenherz seiner Zeit auch die Stätte des Himmelreichs wird, sehen dadurch aber auch in keiner Weise den Satz aufgehoben , dass das Himmelreich zunächst ausserhalb des Menschenherzens nahe sey. Danach beurtheilen sich auch alle Stellen, welche das Himmelreich gleich setzen irgend einem menschlichen Thiin, seiner Busse, seinem Suchen; und wir müssen doch der Meinung seyn, hierin die gesammte lutherische Kirche von dem truncus der F. C, an bis auf Thomasius für uns zu haben, und eben aus diesen praktischen Sätzen erwächst unsre Ansicht.

**> Man möchte der ganzen Untersuchung vorwerfen, dass sie trennt, was das eine Schriftwort ixxi. eint. Allein es ist eben das Verhältniss von Schrift und Dngmatik, dass hier geschieden wird, was dort geeint erscheint. Man hätte sonst schwerlich irgend eine Lehre zu Stande gebracht. ,

Anfang bezeugt habe»? und ist es nicht allseitig zugestanden, dass ixxX. an nicht wenig Stellen mehr als Gemeine bedeute? Wir müssen behaupten, schon das paulinische „Alles ist euer" weist auf die Kirche als solche zurück. Denn wenn der Gemeine Alles gehört, so ist dies Alles nicht die Gemeine selbst, so muss dies Alles die Fülle der Heilsobjekte in diesseitig präsenter Nähe seyn, d. h. die Kirche als göttliche Stiftung, Wohnuug und Offenbarungsstätte. Eben dahin gehört das wunderbare Wort des Apostels Rom. 10, 8. urid nicht minder gehören hierher die höchsten Worte, die aus Menschen - Mund über die Kirche je gesagt sind: 1 Cor. 12, 12., wo die Kirche Christus genannt wird, und Eph. 1, 23., wo sie die Fülle Christi heisst. An beiden Stellen wird von der Gemeine ausgegangen; aber wie anders ist die Gemeine Christus, als durch den in Taufe und Abendmahl, wovon eben die Rede ist, ausser ihr präsenten Christus? und wie anders ist die Gemeine das nh-qgwftu Christi als durch das Mittel einer von ihr unabhängigen absoluten und doch diesseitig menschlichen Offenbarungsstätte*) Christi? So sehen wir auch im Gebiet der Gemeine die Unterschiedlichkeit der Kirche. Aber noch ein Drittes tritt uns entgegen. Denn wenn die Gemeine nach 1 Tim. 3, 15. ein Pfeiler und Grundveste der Wahrheit ist, so ist sie das doch offenbar weder dadurch, dass es objektiv in ihr das Pfund der Wahrheit giebt (= Kirche), noch dadurch, dass sie durch die angenommene Wahrheit Gottes Gemeine geworden, sondern allein dadurch, dass sie mit ihrem Wort und ihren Gedanken und ihrem Bekenntniss das Wort der Wahrheit frei reproducirt hat und frei in die Welt hineinträgt als ihre eigene Objektivität. Ebenso: wenn die Gemeine nach 2 Tim. 2, 20; das von den Gefässen unterschiedene Haus des Herrn ist, so ist sie das doch nicht in dem gewöhnlichen Sinne des Hauses Gottes, da die Seelen die lebendigen Bausleine sind, denn es wird hier eben unterschieden zwischen Gefässen und Haus; sondern dies Haus ist eben ihre eigene Objektivität, die ei

*) Wir wissen wohl, nX^gio/ua ist nicht unmittelbar das diesseitig, was als Jenseitiges die Gnostiker nk. nannten, lll. ist hier im Gegentheil die zuständliche Christuserfülltheit der Gemeine, die zuständliche Erfülltheit der Gemeinde von dem , der Alles in Allem erfüllend doch nur sie in realer Selbstmittheilung erfüllt. Aber eben dadurch wird die Gemeine mittelbar als diesseitiges -iX. gnostischer Bedeutung hingestellt; und wie anders ist sie das als durch ihren Zusammenhang mit eiuer diesseitig menschlichen absoluten Offenbarungsstätte Christi? Man kann mithin den unmittelbaren Gedanken nicht vollziehen, ohne auf die Kirche im Unterschied von der Gemeine zu kommen.

gone Wohnstätte ihres Geistes und Lebens, die sie «ich erbaut (nach 1 Tim. 3, 15.) vornämlich in ihrem Bekenntnisse dann aber auch in allen ihren Ordnungen und Einrichtungen, mit einem Worte in ihrem Gemeinwesen. Sonach hatten wir hier das, was die Stadt Gottes im Jenseits ist. Wir hätten die Einheit von Kirche und Gemeine im kirchlichen Gemeinwesen; denn einerseits sind es die ausgestalteten Kräfte der Kirche, welche sich im kirchlichen Gemeinwesen objektiviren, anderseits aber ist diese Objektivirung freie That der Gemeine. Fleisch von ihrem Fleisch, Bein von ihrem Bein. Wir verweisen noch auf 1 Cor. 3, 11. 12*). Denn hier wird einmal unterschieden der Grund, welcher ist Christus und zwar nicht der Abstrakte, sondern der durch die Kirche nahe (Rom. 10, 8. das Wort ist dir nahe) und präsente , und dann anderseits die auf diesem Grunde erbauten Dinge, welche eben nicht Seelen, sondern Dinge, Lehren, Ordnungen u. s. w., mit einem Wort das Material des kirchlichen Gemeinwesens sind. Aber noch vollständiger findet sich Alles beisammen Eph. 2, 20 f. Denn hier wird 1) unterschieden der Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein = die Kirche als göttliche Stiftung, die auch bereits ein Haus Gottes ist und zwar das absolute im Diesseits. Dann ist 2) die Rede von den Menschen die eben deswegen Gottes Hausgenossen genannt werden, von der Gemeinde also, und dann endlich 3) von einem aus Kirche und Gemeinde einheitlich erwachsenden Tempel Gottes, worunter einerseits die Gemeine selbst, anderseits aber auch das nach 2 Tim. 2, 20. von der Gemeinde unterschiedene Haus ihres Lebens und Geistes zu verstehen ist. Nach alle diesem wird es als schlechthin unmöglich erscheinen, die Fülle des Schriftstoffes mit der engen Formel vom vere credere zu bewältigen, und auch eine so beredte und scharfsinnige Vertretung der Lehre von der unsichtbaren Kirche, wie sie uns neuerdings hei Höfling entgegengetreten ist, hat daher nicht befriedigen können. Man wird vielmehr diese Fülle von Realitäten nur erfassen und durchdringen können, wenn man gemäss der eben erfahrenen Weisung der Schrift 1) handelt von der Kirche als göttlicher Stiftung, 2) von der Gemeine, 3) von der Kirche, welche die^Einheit von Kirche

*) Es giebt keinen zweckmässigeren Text für das Reformationsfest. Denn kaum an einem andern liisst sich der Unterschied zwischen göttlicher Stiftung und kirchlicher Ordnung, so wie die Abhängigkeit letzterer von ersterer, so deutlich mit Schriftworten nachweisen.

und Gemeine ist, mit andern Worten vom kirchlichen •Gemeinwesen, und auf allen diesen Punkten den lebendigen Christus in verschiedenen Relationen, als Quell der Sachen erkennt und als reales l'rincip setzt. Das wollen die folgenden Zeilen versuchen , indem sie sich auf das wesentlich Nothwendigste beschränken.

La.

Die Schrift hat uns gelehrt, das sey principaliter die Kirche, worin der Begriff der axrjvtj zum Vollzug komme. Darnach ist aber Christus principaliter die Kirche; denn in ihm allein wohnet die Fülle der Gottheit leibhaftig (Col. 2, 9.) und „es ist das Wohlgefallen gewesen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte" (Col. 1, 19.). Von seinem Daseyn auf dieser Fleischeswelt spricht die Schrift daher: „er zeltete unter uns" Joh. 1, 14. und seine heilige Person schaut sie als das, was die axyvr] zur ay.r\vr\ macht, als den „Gnadenstuhl" (Rom. 3, 25. ef. Hebr. 4, 16). Alles durch die Hütte wie durch den Thron der Gnade vorbildlich Abgeschattete ist in Christo der Einzigkeit seiner Person nach Körper und Wesen geworden, und diese lebendige Person des Gottmenschen ist daher wie selbst principaliter die Kirche, so auch die Materie der Kirche und des Begriffs der Kirche, den er als ein Anderes aus sich herausstellen wird. Nach der Bedeutung der axrjvfi ist die Grundkategorie der Kirche die Diesseitigkeit des Jenseits oder die Einheit des Göttlichen mit der Menschheit (Immanuel Jes. 7., Zweig des Herrn und Frucht der Erde Jes. 4. u. s. w.); und tes kann daher für das gesammte Gebiet unsrer Frage nur der der primaire Punkt seyn, auf welchem diese Einheit selbst die primaire ist, wie es überhaupt nur zu einem Begriff der Kirche als Christi in seinem Andersseyn kommen kann, sofern er selbst sich in neue Relationen zur Welt stellt und somit aus sich selber sein Andersseyn erzeugt. Das ist aber gerade der Punkt von dem wir ausgehen. Wir übergehen die Zeit seiner Zeitlichkeit und versetzen uns in die Mitte derjenigen Relation, welche die Ubiquitätslehre der lutherischen Kirche ausspricht. Diese Lehre führt auf die Unterscheidung der Verklarung und der Verherrlichung des Menschlichen in Christo (Ostern, Himmelfahrt?). Sie lehrt von dieser Voraussetzung aus, dass eben dies verklärte Menschliche der zustündlichen Wirklichkeit der Herrlichkeit Gottes (Stand der Erniedrigung = stete Negation der realen Möglichkeit, Stand der Erhöhung = zuständliche Wirklichkeit) thei.lhaftig geworden sey. Sie lehrt hiemit bekanntlich keine Expansion des wahren Menschen

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