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Sache (Ohren wird, stellen wir die Frage, wie das eben Gewonnene sich zu der Wirksamkeit des heil. Geistes verhalte?

Wir gehen aus von dem Wort: ,der heilige Geist war noch nicht da Joh. 7, 39., so wie anderseits von den bekannten Verfassungen, dass der Geist auf Alles Fleisoh solle gegeben werden, auf dass nicht der Bruder den Bruder lehre, sondern sie Alle von Gott gelehrt seyen, dergestalt dass die Salbung sie allerlei lehre (1 Joh. 2, 27.) und sie Alles wis~ sen. Von diesen Worten aus erheben sich nicht geringe Einreden, und wir werden sie nicht allein durch die Verweisung auf II. und III. beantworten können, sondern uns hier schon der Hauptsache nach mit ihnen auseinanderzusetzen haben. Von Joh. 7, 39. aus könnte man bei der Hinstellung des Geistes als Lebensprincip auf den Satz kommen, dass eben darum alles Gegenständliche im Christenthum eben nur Verleiblichung des Geistes und somit der Gemeinde sey, und man könnte eine Bestätigung darin finden, dass die Apostel nicht eher etwas thun, als bis der Geist da ist. Allein es wäre dabei doch von vornherein unerklärlich, dass vor dem Kommen des Geistes in Taufe, in Abendmahl, im Wort des Herrn u. s. w. das Haus bereits gebaut ist, von dem wir oben sagten. Es bedarf daher eines kurzen Eingehens auf das Verhältniss von Sohn und Geist, und zwar kann sich dasselbe an die eben erwähnte Stelle schliessen. Denn eben deswegen war der heilige Geist noch nicht da, weil Christus noch nicht verklärt war. Hierin liegt aas schon verschlossen , was andere Stellen aussprechen, nämlich dass der Geist gesandt werde „im Namen" Jesu (Joh. 14, 26.), dastehen darum Jesus ihn sende (Joh. 15, 26.), der Geist mithin nicht von ihm selber rede (Joh. 16, 13.), sondern von dem was Jesu sey, indem der Vater es ihm gegeben, es nehmen werde (Joh. 16, 14. 15.), dass demnach die Kräfte des Vaters, die Offenbarung der Kräfte in Wort, Amt u. s. w. des Sohnes, die persönliche Mittheilung, Begabung und Belebung des Geistes sey (1 Cor. 12, 4 — 6.). Nach allen diesen Stellen ist das Verhältniss dies, dass der Sohn wie er die Selbstobjektivirung des Vaters ist, somit auch das Princip für alle primäre Offenbarung, für alles primäre Gestalten der Kräfte wie der Schöpfung so der Erlösung ist, während der Geist das Princip der persönlichen Mittheilung dieser primären Offenbarung und somit der Belebung, Begabung und Aneignung ist. Der Sohn thut Alles im Geiste und aus dem Geiste (der Geist führte ihn in die Wüste), aber er thut das Alles im Geiste für den Geist. Der Geist ist mithin in zwiefacher Weise Princip, ein Mal mittelbarer, das andere Mal unmittelbarer Weise: mittelbarer indem der Sohn es unmittelbarer Weise ist, unmittelbarer indem er aneignet was des Sohnes ist, und nur von letzterer sprechen wir indem wir Sohn und Geist unterscheiden. Hiernach aber ergiebt sich ein zwiefaches Gebiet, das Gebiet der Offenbarung im engsten und das Gebiet der persönlichen .Mittheilung, der Inspiration im weitesten Sinne, und das in den ewigen Gesetzen der immanenten Trinität ruhende Gesetz ergiebt sich, dass die Inspiration gewiesen ist an die Offenbarung. Von hieraus ergäbe sich schon der Schluss der Sache; allein zur Verdeutlichung verweisen wir auf einen Unterschied der im Gebiet des Crealürlichen liegt. Denn obgleich der Geist (Job. 7.) noch nicht da ist vor Plingsten, empfangen ihn die Träger des Amtes bereits Joh. 20., gerade wie ihn David und Moses u. s. w. gehabt; und wie erklärt sich das? Wir verweisen auf den eben gesetzten Unterschied von der Unmittelbarkeit und Mittelbarkeit des Wirkens des heiligen Geistes. Denn daraus ergiebt sich, dass bevor der Geist nicht in der Weise der Unmittelbarkeit wirkt, welches bekanntlich erst Pfingsten geschieht, er auch nicht die Unmittelbarkeit des Menschen erfüllen und neuschaffen, mit andern Worten er nicht im Gebiet der Natur und innersten Persönlichkeit*), sondern nur im Gebiet der abgeleiteten Persönlichkeit erneuernd und belebend zu wirken vermag. Von diesem Unterschied der Persönlichkeit als Gegebenes und Entwickeltes, als Primäres und Abgeleitetes aus erhellt, wie die Apostel den Geist hatten und doch nicht hatten, das Amt hatten sammt

*) Wir stimmen vollkommen mit der Unterscheidung von Personund Natur - Leben überein, einer Unterscheidung, für deren klares Aussprechen die gesummte Theologie den hocherlenchteten Lehrern Martensen und Hofmann zum lebendigsten Dank; verpflichtet ist. Die Untersuchung Nägelsbachs über die Taufe hat neuerdings gezeigt, «ie von hieraus nach allen Seiten hiu Licht wird. Allein wir können doch die Weise nicht billigen, wie die Unterscheidung vielfach gefasst wird. Es giebt keine mechanische Trennung von Natur und Person, und wenn diese Natur nicht von vornherein Person ist, woher soll sie's werden? Man müsste in der Anthropologie den lrrthum wiederholen, der Christus erst bei der Taufe begeistet werden lässt. Die vernünftige Creatur ist eben qua solche von vornherein Persönlichkeit, mag die Existenzweise dieser Persönlichkeit auch immerhin vorläufig die der Natur seyn, was überdies wohl schwerlich je absolut der Fall seyn möchte. Mich dünkt, indem man vom Begriff Leben ausgeht, stellt man sich schon ins Gebiet des Abgeleiteten, und es wäre daher vielleicht besser zu unterscheiden: gegebene und entwickelte Persönlichkeit. Von hieraus würde man leichter den Kinderglauben , so wie anderseits die Lehre der Väter von der communicat. idiom. sofort bei der Geburt Christi verstehen.

seinem Geiste und doch dasselbe nicht üben konnten in der Weise des N. T. Denn die neutestamentliche Gabe ist eben der neue Mensch. Auch von hieraus behält mithin der Unterschied von Offenbarung und persönlicher Belebung seine vollständigste Gültigkeit; und dass der Geist sein Besonderes giebt, wird dadurch nun etwa die Realität und Selbstständigkeit des Gebiets der Offenbarung aufgehoben? Wir verstehen vielmehr nun, dass es eine Offenbarungsstätte des Sohnes geben musste, ehe der Geist kommen konnte. Wir verstehen dies vorhergehende Stiften der Taufe u. s. w. Wir verstehen was die Ergänzung der Zwölfe durch Matthias bedeutet. Wir verstehen was es heisst, dass der Geist gesandt werde im Namen Jesu und dass er nicht von sich selber rede, sondern von dem, was Jesu sey. Im Namen Jesu soll er gesandt werden, und was ist sein Name anders als sein geoffenbartes Wesen? und wo ist die Stätte seines geoffenbarten Wesens, als in dem Hause von dem wir hier reden? Nur von dieser Stätte aus kann der heilige Geist daher thun was er thut. Nur von den Gnadenmitteln und ihrem Amte aus. Nur von dem verklärten Christus aus in seiner diesseitigen Offenbarkeit. So haben uns die ewigen Relationen zwischen Sohn und Geist den Satz bestätigt, dass die Kirche principaliter die diesseitige Offenbarungsstätte Christi sey, und wir haben eingesehen, warum eine solche Stätte vor dem Daseyn des Geistes der Wiedergeburt vorhanden seyn musste, nämlich um des ewigen Verhältnisses willen zwischen Offenbarung und Inspiration. Eben damit sehen wir nun auch vollständig ein, warum weder Gemeine noch kirchliches Gemeinwesen die absolute aY.r\vr\ Christi seyn kann. Wir haben oben darauf hingewiesen, dass jedem Gläubigen die Sünde anklebe. Hier aber erkennen wir nun den tiefsten Grund der Sache. Denn offenbar ist die neutestamentliche Gemeine Werk des heiligen Geistes und nur in ihm Gemeine, des heiligen Geistes ist es nun aber eben nicht zu wirken was hier gefordert wird. Die Gemeine steht im Gebiet der Inspiration. Unsere Forderung bezieht sich aber nicht auf Inspiration, sondern auf Offenbarung; und so gewiss also der 2te Artikel unterschieden ist vom 3ten und Offenbarung von Inspiration und der Sohn vom Geiste, so gewiss kann die Gemeine das nicht liefern, was gefordert wird , nämlich wie oft gesagt eine Stätte nicht des Wohnens überhaupt, sondern die Stätte der Offenbarkeit Christi. Wir müssen die Worte der Schrift: aus Gott geboren, neuer Mensch, für wirkliche, wenn auch immerhin metaphysische Realitäten halten. Wir müssen der Meinung scyn, dass der neue Mensch ein wirklich empirischer Mensch ist, ein wirkliches, wenn auch immerhin dem Lebensmittelpuukte nach jenseitiges Geschöpf Gottes; und wir müssen daher schliessen, dass der Gedanke: die Gemeine die primäre Offenbarungsstätte Christi, den monströsen Gedanken eines empirischen Wiedergeborenwerdens Christi in sich schliesse; und wäre das nicht der panlheistische Gedanke eines sich Auslebens des Herren? Der Begrift des Amts bedarf der menschlichen Person nur formaliter, der Begriff der Gemeine dagegen materialiter. Die Gemeine mithin zum primären Träger Christi machen, heisst sie materialiter zu Christus und Christus materialiter zur Gemeine machen; und ich verweise auf die Schleier mach er sehe Grundanschauung, nach welcher es wesentlich nur einen christlichen Geist giebt, der in der Gemeine sich fortpflanzt wie der Kunstgeist in der Kunstschule u. s. w., um zu zeigen, dass es sich nicht nur um einen monströsen, sondern um einen wirklichen Gedanken handelt und zwar um einen Gedanken, der unsre Theologie nach allen Seiten hin durchsäuert hat.

Wir haben nicht Anstand genommen die Kirche zu deflniren als das Amt an den heiligen Gnadenmitteln, und wir müssten es schon thun, weil jenes diese in sich schliesst, diese aber nicht jenes. Wir haben es aber wesentlich deswegen gethan, weil die oxr/vr] des Menschensohns sich nicht erbauen kann ohne ein Element des Menschlichen. Wir erkennen den begrifflichen Unterschied zwischen Amt und Gnadenmittel. Aber wie unsre Väter, nachdem sich einmal der Geist sein Organ im Schriftwort geschaffen, das Schriftwort dergestalt in Einheit mit dem Geist denken, dass sie ihm nicht nur eine efficientia im legitimen Gebrauch, sondern auch eine stete efficacia ausserhalb des Brauchs zuschreiben, ja dass sie, wenn auch nicht allgemein, bis zu dem Satz fortschreiten: die eis supernaturalh sey dem Schriftwort naturalis, — in eben derselben konkreten unzerreissbaren Einheit haben wir Amt und Gnadenmittel zu denken, nachdem die Einheit einmal gegeben ist vom Herrn. Man dürfte vielleicht sagen: das Daseyn Christi in seinem diesseitigen Seyn müsse vollkommen den innerlichen Verhältnissen seiner Person entsprechen, sein diesseitig offenbares Daseyn in den Gnadenmitteln müsse mithin eben nach den Bestimmungen der Unvermischbarkeit und Untrennbarkeit sich mit einem Menschlichen vereinigen, und analog der Lehre von der Unpersöjilichkeit der Menschennatur Christi müsse dies Menschliche eben nur die Form seines offenbaren Daseyns hergeben. . Aber wie dem auch sey, die Schrift lehrt eine solche Einheit zwischen Amt und Gnadenmittel, dass sie nicht nur dem Amt zuschreibt was materialiter nur das Gnadenmittel thut, nämlich dass es den Geist gebe (2 Cor. 3, 8.), sondern dass sie die Wirkungen des Amtes mit den.Wirkungen seiner Träger zusammenschaut (Ihr sollt meine Zeugen seyn bis aü der Welt Ende Actorum 1, 8. Der Herr hat gegeben Apostel u. s. w. Ephs. 4. Du wirst dicli selbst selig machen und die dich hören 1 Tim. 4, 16.). Und sollte dem nun die lutherische Kirche widersprechen? Wir erinnern an das inhaltsschwere: solchen Glauben zu erlangen hat Gott das Predigtamt. eingesetzt Aug. Conf. V.; und es möge uns auch vergönnt seyn, noch eine kurze Stelle unserer vaterlandischen Kirchenordnung beizubringen, welche so lautet: „Wir sollen Cbristo danken, dass er also das Predigtamt erhält und dadurch kräftig ist, bei uns wohnet, hilft und erhört uns und macht uns Erben ewiger Seligkeit." Wir müssen behaupten, dass sich hierin die innerste Anschauung der Kirche vom Amte ausspreche; und dass dem wirklich so sey, wissen wir nicht besser und vollständiger zu beweisen, als wenn wir auf die wunderbar köstliche Einleitung zu Rudelbachs „Swedberg" verweisen. Gerade das was wir oben sagen wollten, dass das Amt als solches, als besondere von Gott geordnete Stellung der Person nicht zur Gnade, sondern zu ihren Zwecken Gabe für die Gemeine sey, gerade das spricht die Stelle aus Luther p. 307 f. aus und zwar in der eigentümlich evangelischen Weise, dass sie den göttlichen Befehl fordert, „damit nicht abermals Jemand gestattet werde, aus eigner Gewalt etwas zu ordnen, das da solle für göttlich Werk gehalten werden." Gegen unsre Absicht sagen wir hier schon: Die ihr die Uebung des Amtes als Allen gehörig und das Amt selber als aus menschlicher Zweckmässigkeit dem Einzelnen übertragen denkt, ihr macht, dass Menschenwerk müsse gehalten werden für gottlich Werk, denn das wirkliche Amt, das Amt im Namen Gottes zu handeln mit seiner Gemeinde, was begreiflich nicht die ganze Summe ihrer Personen kann, das habt ihr ja nur entstehen lassen aus menschlicher Zweckmässigkeit und doch redet ihr vom jus divinum des Amtes und macht mithin menschliche Zweckmässigkeit zum Jus divinum. Ihr könnt im Grunde nicht vom Jus divinum des Amts reden. Thut ihr's aber doch, so macht ihr eben menschlich Beginnen zu Gottes Werk. Denn die Schrift weiss hier von einem göttlichen Befehl und doch habt ihr den Inhalt dieses Befehls gemacht oder vielmehr machen wollen. Der tiefste Gedanke der Stelle ist der, dass gerade um des Evangeliums von der Gnade willen Alles

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