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diesem Evangelium zur Mittheilung an die Menschen wesentlich Nöthige — und nach Schrift und Erfahrung gehurt hierzu das wirkliche Amt — auf göttlichem Befehl beruhen müsse. Das ist eben auch unser Gedanke, und um des Evangeliums .willen widersprechen wir daher mit aller Entschiedenheit einer Ansicht, welche das Amt höchstens als Potenz von Gott kommen lässt, seine Wirklichkeit aber der kirchlichen Zweckmässigkeit zuschreibt. Was nach dieser Ansicht das Amt gemacht hat, ist offenbar nur der allgemein menschliche Ordnungstrieb; und wie kann da noch vom jus divinum des Amtes geredet werden? Der Verlauf wird zeigen, dass wir auch eine zeitlich wandelbare Seite des Amts unterscheiden und mithin Kirchenordnung und göttliche Stiftung nicht vermengen. Aber Schrift wie Kirchenlehre bestätigen uns den Satz, dass der Begriff des Amts, weil auf der Besonderheit eines göttlichen Befehls ruhend, auch die besondere Stellung und somit die einzelne Person, sey dieselbe immerhin welche sie wolle, fordere. Aber wir haben vorgegriffen, und wir verweisen daher nur noch einmal auf die erwähnte Einleitung*). Dann aber können wir nicht umhin für unsre gesammte Anschauung von der Kirche noch einige Stellen anzuführen. Wir rechnen hierher die ganze Stellung, welche die lutherische Kirche den Gnadenmitteln giebt. Wir rechnen hierher, dass sie die Zeichen der Kirche in ihnen sieht, dass sie die Einheit der Kirche in ihnen sieht, dass sie das ganze Leben der Gemeine durch sie vermittelt denkt. Denn muss nicht das principaliter die Kirche seyn, woraus alles Uebrige sachlich fliesst? Wenn es im kleinen Katechismus heisst: „in welcher Christenheit er mir die Sünde vergiebt" und im grossen „wo man nicht von Christo predigt, da ist kein heiliger Geist," und in Luthers Glaubensbekcnntniss: „in dieser Christenheit ist Vergebung der Sünden, das ist ein Königreich der Gnaden und des rechten Ablass, denn

*) „Zwar bin ich nicht," sagt Luther, „der Patriarch Abraham; siehe aber was ich thue. Ich nehme ein junges Kindlein, und wenn ich dasselbe taufe, errette ich es vom Tode und versetze es aus dem Reich der Finsterniss in das Reich des Lichtes. Daselbst zerstöre ich nicht des Türken, des Kaisers Augusti, auch nicht des Königs der Perser Reich, sondern des Fürsten und Gottes dieser Welt" u. s. w. Rudelbach, Swedberg p. 309. Das sind die grössern Werke, welche die Jünger des Herrn thun sollten; und wir fragen, ob Luther das sagen konnte? ob er sich als Werkzeug Gottes wissen konnte, wenn er unmittelbar nur das Werkzeug der Gemeine war? Wir kennen auch seine Aeusseruugcn in der Schrift an den deutschen Adel. Wir wissen aber auch, dass das ein überwundener Standpunkt ist.

daselbst ist das Evangelium, die Taufe, das Sakrament des Altars, darinnen Vergebung der Sünden angeboten, geholet und empfangen wird, und ist auch Christus und sein Geist and Gott daselbst," und bei Melanchthon: „weder will Gotti anders angerufen und erkannt werden, als wo er sich geoffenbart hat, noch bat er sich sonst irgendwo geoffenbart als in der sichtbaren Kirche" — ist da nicht überall die Kirche principaliter als Offenbarungsstätte des lebendigen Christus gefasst? Ich sehe mich bei den Neuern um, und wenn ich überall den Trieb wahrnehme die Kirche auch als Anstalt zu fassen, wohin weist dieser Trieb als eben in unsre Ansicht? Wenn ich bei Rudelbach lese (Reformation u. s. w. p. 31): „Wo die Kirche so aufgefasst wird, wie es von unsern Bekennern geschah, als das Hausl Gottes, darinnen jseine Herrlichkeit wohnet, und das Tabernakel, dessen Nagel nie ausgezogen werden —" oder bei Guericke: „Der evangelische Begriff geht aus von der innerlich geistigen Wesenheit der Kirche, als einer mittelst des Wortes- Gottes und der Sakramente geknüpften Gemeinschaft des Glaubens —' — die sich aber auch zugleich in äusserer Erscheinung leibhaftig gestalte; in dieser äusseren Erscheinung sey sie erkennbar eben an Wort und Sakrament, als den äussern Bedingungen des Innern, am Bekenntniss, dessen Lauterkeit und Einheit, eben in Wort und Sakrament, denn nun auch zu wahrer Einigkeit der Kirche selbst genüge. So also eine sichtbar-unsichtbare, eine unsichtbar-sichtbare Kirche, die sichtbare die Erscheinung wie die Bedingung der unsichtbaren" — da bin ich doch offenbar weit hinaus über die Lehre von der unsichtbaren Kirche; und wo ist nun das absolute Tabernakel und die absolute Stätte des sichtbar-unsichtbaren als an der von uns angewiesenen Stelle? Wir müssen der Meinung seyn, dass der ganze Zug unsrer Kirche nach der Taufe und ihrer Kirchenmitgliedschaft stiftenden Bedeutung hin — und es sind eben Männer unsrer Kirche die ihm folgen — zugleich der Zug und Trieb des Geistes ist, Kirche und Gemeine zu unterscheiden, und wir sind sehr bestimmt der Meinung, dass wir erst auf der Grundlage der Realität der Kirche als des Prius die Herrlichkeit der Gemeine lebendig erkennen werden. Ja wir sind der Meinung, dass der ganze pantheistische Trieb der Gegenwart nur Heilung wie Befriedigung finden wird durch den Begriff der absoluten Ox^tt; Gottes, dass die falsche Immanenz nur überwunden werden wird durch das Evangelium von einem diesseitig offenbaren und durch selbst verordnete Mittel offenbaren Christus. Zu diesen Mitteln im eigentlichen Sinne haben wir nicht das Amt gezahlt. Wohl aber haben wir es seiner Bestimmung nach in der vollkommensten Einheit mit den Gnadenmitteln denken müssen, und es ergeben sich uns daher schliesslich folgende Bestimmungen und zwar nach dem Grundverhältniss zwischen der Kirche als dem sachlichen Prius und der Gemeine als dem sachlichen Posterius: nämlich l)dass alle zurErbauung von Gemeine und kirchlichem Gemeinwesen wesentlich nothwendigen Thätigkeiten dem Amte anerschaffen sind, und 2) dass eben darum das Amt obwohl nicht in seiner ursprünglichen Weise, so doch in seiner ursprünglichen Fülle durch die ganze Kirchengeschichte hindurch zu gehen habe bis a'n das Ende der Tage.

Lb.

Von der Kirche treten wir in die Gemeine, aus dem Gebiet der Offenbarung in das Gebiet der Inspiration. In ein sachlich andres Gebiet treten wir' ein und zwar so verschieden von dem Gebiet der Kirche, als Sohn und Geist es sind und der neue Mensch und die neue Menschheit. Wir haben schon gesehen , das Princip der neutestamentlichen Gemeine ist der Geist nicht schlechthin, sondern der Geist der Wiedergeburt oder von der Seite des Menschen angesehen der neue Mensch der nach Gott geschaffen. Auch zeillich sehen wir dies Princip sich thatsächlich unterscheiden von dem der Kirche und eben damit auch die beiden Gebiete thalsächlich sich unterscheiden. Denn der Geist kommt nicht, bevor nicht Christus sich seine Stätte bereitet, und die neutestamentliche Gemeine wird nicht, bevor nicht das neutestamentliche Amt geworden; und das bestätigt uns, indem wir rückwärts blicken, zunächst das oben Gewonnene. Thatsächlich ist die neutestamentliche Gemeine nur geworden durch Amt und Kirche, und nach dem Wort des Herrn, das die Apostel in ihrem Amte bis an die Enden der Erde gehen und zeugen sieht (cf. Delitzsch vom Hause Gottes p. 37), wird die Gemeine fort und fort nur durch das Amt *). Die Gebiete

*) Um den unerquicklichen Streit zwischen Amt und Gemeine zu schliesaen, fügen wir das Nöthige hier bei. Der Begriff des allgemeinen Priesterthums soll dem Begriff des Amts entgegentreten. Allein offenbar ist zunächst die organisirte Gemeine — denn sie existirt nirgend anders als gegliedert — nur des allgemeinen Priesterthums theilhaftig, folglich nur in der Einheit mit dem Amte. Zum Andern kennt die Schrift nicht das Epitheton, aus dem die gegentheilige Lehre alle ihre Kraft zieht, nicht das Epitheton der Offenbarung und Inspiration bleiben bei alier Einheit geschieden der Sache nach, und bei aller Freiheit der Gemeine,

„allgemein." Sie kennt mithin in dieser Lehre keinen Gegensatz zwischen Geistlichen und einzelnen Gemeinegliedern, sundern in Bezug auf die Welt und in Bezug auf Gott existirt dies Friesterthum der ganzen Gemeine. Zum Dritten endlich steht dies Priesterthum überall nicht im Gebiet des Besondern, sondern im Gebiet des Allgemeinen, nicht im Gebiet der Zwecke der Gnade, sondern im Gebiet der Gnade selbst. Es gehört daher zunächst dem Volk als Ganzem, dann erst dem Einzelnen, und besteht eben in dem G na den verhältniss des Menschen zu Gott. Es fehlt daher das iertium comparationis, um es mit der besondern Stellung des Amtes zu vergleichen u s. w. — Ferner: es soll Lehre der Symbole seyn, das Amt sey immediate der ganzen Kirche, mediale dem Einzelnen gegeben, und es ist das ihre Lehre. Aber welche Kirche wird hier gemeint! Die gegliederte; oder sie wäre ja nicht Kirche, sondern nur ein unverbundener Haufe, lind welch' Amt wird hier gemeint? Offenbar das wirkliche, als besondere Stellung und Ordnung sich darstellende. Auch die Ehe und die Obrigkeit sind immediate der ganzen Menschheit gegeben, und es gehört kein andersartiger Mensch dazu, um in ihre Ordnung zu treten. Aber wer wird daraus den Schluss ziehen wollen: zunächst hätten alle Menschen obrigkeitlich Amt geübt und dann dasselbe erst auf einen übertragen? Gerade so aber steht's mit der von uns bestrittenen Ansicht. Und man mache die Anwendung auf die Ehe und man wird sagen müssen: die Polygamie sey zunächst Gottes Intention gewesen und erst der Ordnung wegen hätten die Menschen die Monogamie eingerichtet. In solchen vulgären modernen Gedankenzusammenhang geräth die Ansicht, welche das Amt nicht von vornherein als besondre Stellung fasst. — Ferner: es soll evident seyn, dass das Amt nur die Leiblichkeit des Charisma sey. Aber es haben doch die Apostel ihr Amt vor dem Daseyn irgend eines Charisma. Auch das Charisma wird sich seine Leiblichkeit schaffen. Aber das ist nicht das leibliche Amt, welches als grundleglich sich zur Kirche verhält, und überdies ist das Charisma, von dem hier die Rede ist, nur Gabe der Urkirche. Wenn man erwägt, wie gerade der Unterschied des Amtes und seiner an die pfingstliche Begeistung gewiesenen Uebung seine Objektivität beweist; wenn man erwägt, dass die vom Amt der Apostel gestifteten Gemeinen sofort im Presbyterat durch Setzung der Apostel ihr besonderes Amt empfangen (Act. 14, 23 ), dass demgemäss die eben gestiftete Thessalonichergemeine ihre Regierer und Seelsorger hat und die independente Korinthische Gemeine im Hause des Stephanas solche die an ihr arbeiteten; wenn man erwägt, dass dies Verfahren durch 'Virus und Timotheus aus dem Gebiet des Wunders in das Gebiet der Geschichte hinein sich fortsetzt — so wird man nicht umhin können einzugestehen, dass der mütterliche Boden alles und jedes Gemeinelebens nirgend anders als in der Kirche und ihrem Amte gegeben ist. Kben damit wird man auch schon den Ungrund der Behauptung einsehen, dass nur die Missionspredigt vom Herren sey. Denn bei allem Unterschiede zwischen Aposteln und Predigern ist es doch nur ein Amt. Oder ist es nicht das Amt, durch welches der Herr die Apostel bis an

das Amt zu gestalten, vermag sie doch auf keinem Punkt dasselbe zu erzeugen. Der lebendige Christus schafft es fort und fort. Das Gewordene kann niemals die Ursache seiner Ursache werden, und der heilige Geist kann nicht so Christum verklären in den Seelen, dass er sein personliches Thun überflüssig machte. Sondern das in die Kategorie des Werdens Hineingestellte (Gemeine) kann bis zur Zeit der Einheit von Werden und Seyn nur durch ein objektives Seyn geschaffen werden, und der heilige Geist kann nur in der That Christum verklären, wenn Christus in der That als der Verklärte durch diese Welt geht. Sonacli erbaut sich auf Grund seiner ersten Stiftung der Auferstandene fort und fort neu sein Haus seiner Herrlichkeit, und Seine Stimme nicht eines Abwesenden sondern eines Gegenwärtigen geht von Seiner Stätte aus zu sammeln und zu erhalten Seine Gemeine. Da verschwindet vor der Gegenwart dessen, vor weichein Johannes wie ein Todter ward , jeder Gedanke menschlicher Hoffart oder menschlichen Misstrauens, und wo Sein Wort ist, da ist auch das steinerne Haus voll des Rauches Seiner Herrlichkeit. Oder sammelte Er seine Gemeine nur und das Erhalten hätte nur die Basis einer einmaligen Gegenwart? Das ist die vulgäre Ansicht vom lieben Gott, der hinter den Wolken sitzt und die Naturgesetze und Menschenkinder thun lässt, was diese wollen und jene sollen, das ist eben die Ansicht auf CUristum angewendet. Der Ansicht aber gegenüber ruft die Kirche: der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und die Schrift zeugt nicht nur von einem Sammeln der Gemeine durchs Amt, sondern auch von einem Erhalten- und

Gefördertwerden, wie geschrieben steht Eph. 4.: er gab

Hirten und Lehrer, dass die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amtes, bis dass — ein vollkommener Mann werde, der da sey in dem Maasse des vollkommnen Alters Christi. Sonach sind Rindes- wie Mannesalter der Gemeine an das Werk des Amtes gewiesen; und wir haben schon wiederholt auf die tiefste Ursache hingewiesen, nämlich dass das Christentum kein blosser menschlich so und so bestimmter Geist sey, sondern auf stets neuen Thaten und Wirkungen des Auferstandenen beruhe. Das Alles bestätigt sich uns hier,

der Zeiten Ende gehen sieht? Und sind es nicht Prediger und Lehrer, welche Paulus, darin ihm gleich, als Haushalter Gottes bezeichnet? Und ist es nicht die schon gewordene Gemeine, welcher nach liph. 4. auch Hirten und Lehrer gegeben sind % Viel moderner rationalistischer Saueiteig, der in unsre Ansicht vom Amte gedrungen ist! und wollte Gott, die Kirche hielte einmal Ostern, um den Sauerteig auszufegen!

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