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es wahrscheinlich, dass der 'n isy zuletzt ein individuellpersönlicher Hegrill' ist und zwar nicht seinem Umfange, alter doch seinem Wesen nach sich mit dem des *iTT"ja deckt. Das ist vermöge des entwickelten VVahrscheinlichkeitsgrundps in Beihalt von 55, 3. wahrscheinlich, aber gewiss ist es, dass der Begriff des Messias erst mittelst der aufsteigenden Bewegung, welche der Begriff des Knechtes in sich selbst hat, wieder zu sich selbst kommt d. h. von der volklichen Basis aus wieder zur Verpersönlichung und zwar zu inhaltreicherer, geistlicherer, verklärterer gelangt. Im Sinne unseres Proph. ist zunächst das Israel der Zukunft Davids Gegenbild und zur Gleichung des persönlichen Knechtes Jehovas mit dem Sohne Davids kommt es nur dadurch, dass der Knecht Jehovas das Centrum jenes gegenbildlichen Kreises ist. Ich breche hier die Untersuchung ab, um sie anderswo wieder aufzunehmen. Sie gehört der Weissagungsgescbiclite an. In dieser herrscht Continuität des Fortschritts, aber, wie wir dein sei. Drechsler gern zugehen, eines Fortschritts, der oft genug dem Zuschnitte menschlicher Construction widerspricht. Indess dürfen wir uns durch diese richtige Beobachtung nicht auf einen überwundenen Standpunkt zurückdrängen lassen, welcher Alttestamentliches und Neulestamentliches vermengt und das Ineinander von Göttlichem und Menschlichem in der Prophetie sowenig anerkennt, als der Deismus die Immanenz Gottes in der Welt. Wer übrigens von dem weissagungsgeschichtlichen Entwicklungsgänge nichts wissen mag und in der gläubigen Anerkenntniss beruht, dass Jesus Christus der Knecht Jehovas ist, den tadeln wir nicht. Wir selbst beten in Jesu Christo den Einen an, den jener alttest. Evangelist geweissagt, und den Geist der Weissagung, der Jahrhunderte zuvor ein so lebendiges Bild seiner Leiden und seiner Herrlichkeit entworfen hat. Nur mache diese Glaubenseinfalt sich selbst nicht zum wissenschaftlichen Gesetze, und eifere nicht in der falschen Meinung, für Gottes Ehre zu eifern, gegen diejenigen, welche Erfüllungsgeschichte und Weissagungsgeschichte unterscheiden und diese im Lichte jener aus sich selber zu verstehen suchen 1

Leben, Schauen und Wirken eines Protestanten in Rom 1851.

Von
Wilhelm Neumann.

Erster Artikel.

(Anknüpfend an „Bilder und Skizzen aus Rom, seinem kirchlichen und bürgerlichen Leben. Stuttg. Metzler 1844. 202 S. 8.")

Demjenigen, der fremd in Rom sich aufhellt, ist durch die reisehandbücher zwar gewöhnlich mancherlei material geboten, sich zu orientiren unter den trümniern der ewigen Stadt. Und was über diese hinaus erwünscht sein mochte, wird am sichersten durch den umgang mit den verschiedenen klassen römischer bevülkerung selbst gewonnen, bei dem man nur, namentlich in den höhern kreisen, auf zu reiche ausbeute nicht rechnen darf. Aber durch alles dies wird eine seite nur wenig angeregt, und diese hat für den evangelischen theologen doch das grosseste interesse, das geistige, religiöse leben der heiligen Stadt. Man lernt so alhnälig mit einigem geschicke zwar auch darin dies und jenes bruchstilck von mehr oder weniger bedeutung kennen, namentlich was die veräusserlichung aller geistigen demente angebt. Aber bis zu den prineipien hindurch, von denen diese vielgestalteten und verschiedenartigen erscheinungen bewegt werden, dringt der allgemein beobachtende blick nur selten. Die forschung darnach wird um so glücklicher werden je nach der weise, wie das interesse an den erscheinungen selbst angeregt ist. Das anonyme bilchlcin, das wir vor uns haben, ist vortrefflich geeignet, diese forschung zu leiten. Obwohl es bereits vor mehreren jähren erschienen, so möchte ich um deswillen doch nicht versäumen, die leser unserer Zeitschrift darauf hinzuweisen.

Auf dem gedrängtesten räume werden in einfach lebendiger darstellung hier eine anzahl von Roms bedeutsamsten einzelnheiten vorgeführt, in sich meist unzusammenhängend, überall aber zu weiterem nachforschen und zur heobachtung mit eignem nutzen anregend. Der blick auf das römische, insonderheit das katholische leben ist dabei ungeblendet von den prunkenden flittern seines äussern glanzes. Und man muss auch gesteben. wer etwa noch von diesem glänze sich hätte blenden lassen können, hier in Rom selbst würde er am nachhaltigsten, er würde für immer davon sich heilen können. Hier wiederholt noch immer jeder Luthers eiTahrungen. Von der andern seite ist der Verfasser auch nicht eines blinden eifers gegen den kalholicismus zu bezüchtigen. Ueberall nimmt man die anerkennungswerthe absieht wahr, auch das, was gutes etwa unter den verirrungen seiner weltlichkeit mit fortgeht, unserer Kirche zum Spiegel und zum vorbilde zu machen. So erscheint ihm in den die römische hierarchie so mächtig stützenden brüderschaflen , deren äusseres auftreten auf den gassen Roms oft grausig gespensterhaft ist, ein element, dessen still und im verborgnen wirkender segen unserer kirchenverfassung mangele. Die Seelenmessen für verstorbene mahnen ihn an die aufliebung jeglicher Verbindung zwischen den lebenden und den todten, wie sie das protestantische volk bis an den rand des zweifeis an einem ewigen leben überhaupt geführt hat. In der katholischen beichte erkennt er willig wenig das heil der seelen förderndes an, aber auch die mängel, die in der practischen erscheinung der von den lebenskräftigsten grundvorstelliingen getragenen protestantischen beichte eine gesunde entwickelung des kirchlichen lebens hemmen, durch die Wahrheit der katholischen aber gehoben würden. Und wer wollte nicht wie er beim anschauen der tief bedeutsamen architektonik katholischer kirchen mit wehmulh unsers kirchenbaues gedenken, der es endlich dahin gebracht hat, dass selbst theologen die form des hörsaals für die einzig angemessene finden evangelischen ritus erklären? Gewiss, wir müssen ganz mit dem verf. in seinem einleitenden bilde sagen, dass die stärken und die schwächrn des katholicismus in Rom uns zu nutz und frommen dienen mögen. — Durch diese auffassung seines gegenständes ist das buch für freunde unserer kirche allseilig interessant geworden, und während Rom es uns schildert, baut und bessert es unsere kirchliche gegen wart. Beschreibungen der heiligen Stadt, auch in be7.ug namentlich auf die gefeierten festzeiten , hatten von bewundereTM und spöttern wir auch sonst, aber keine, die so in das volksieben selbst hineingeht und mit dem volkstümlichen zugleich das wahrhaft gehaltvolle in den Vordergrund stellt*").

Das buch im einzelnen besprechen würde bei seiner körnigen kürze es copiren heissen. Ich versuche es daher nur an seinem faden einige proben eigner beobachtung, so werthvoll oder werthlos wie sie eben sind, aufzureihen. Und da

*) Es dient so zu einer werthvullen ergänzung der besehreibung der Stadt Koni von Bimsen, Platner und Urlichs, die localität und geschickte vornehmlich im äuge hat.

ist es besondere ein eindruck , der mir wie dem verf. auf jedem schritte in Rom geworden, der, dass man Roms religiösität mit unrecht christlich nenne. Denn im wesentlichen ist Christus durchaus nicht der mittelpunkt der Verehrung, sondern Heiligen- und Mariendienst sind der kern der römischen religion, und dies nicht etwa in jener schonen mystisch poetischen weise des andächtigen mitlelalters, sondern als plattester götzendienst, das bezeugen tausend lieobachtungen bis in jede regung des Volkslebens hinein. Eine ängstliche Iran, der nicht weit von mir in einer engen Strasse ein weinkarren zu nahe kam, kreischte laut auf: Deh Madonna mia\ bei uns hatte sie: herrje! geschrien. In seiner last heidnischen nacktheit zeigen den Madonnacultus die Wochen vor Ostern. Die fastenzeit ist überhaupt die zeit der predigten, vornehmlich aber der predigten, we]che die Maria addolorata feiern. Auf dem platze vor S. Maria della consolazione wurden sonntags etliche stunden vor Ave Maria nach einer feierlichen procession predigten gehalten für das in der stadt versammelte landvolk aus der campagna besonders. Auf der treppe der kirche stand zwischen brennenden kerzen dabei eine bald so bald anders ausgeputzte lebcnsgrosse puppe der schmerzensreichen mutier unter rothsamlnetenem baldachin. Darneben nahm der die predigt haltende Passionist seine stelle, sprach mit einer mehr als feurig glühenden begeisterung von den quälen der himmelskönigin zu seiner seile, rief mehrmals das volk zu einem tausendstimmigen Corion für sie auf, stürzte dann am schluss vor ehr gefeierten nieder, umfasste inbrünstig ihre knieen und liebte um ihr erbarmen und ihre hülfe für ihre armen kinder. Mich ergriff dabei ein wunderbares geniisch von gefühlcn, aus dem mich indess ein lautes murren aufstörte, mit welchem die Contadini den fremdling verfolgten, der nicht wie sie andächtig auf den knieen lag. Bei keiner andern gelegenheit ist solcher unwille mir bemerklich geworden. Aber die Madonna gilt dem volk wenn nicht als vierte person, so als multer der trinität. Und wie die kirche fördernd diesem wabne begegne , das hat der verf. durch den abdruck mehrerer öffentlichen documente für die festfeiern ausdrücklich belegt. Man nehme hiezu die lilania di Maria S. S. addolorata vom papst Pins 7., worin unter vielen andern kühnen namen die Schmerzensmutter gaudium afflictorum heisst, ara desolatorum, refugium dereliclorum, solatium miserorum, medicina languentium, Hedatio procelltirum, recursun gewientium etc. und das so oll wiederkehrende: Viva Gesu nostro wnore e Maria nostra speranza.

Die heiligenverehrung ist in der iimgegeml Roms äussorlicli greller noch hervortretend. Ais ich in Tivoli den führer nach den milteln fragte, die. man gegen den liiss von Schlangen anwende, da wir eben eine ungewöhnlich grosse gefunden , so sprach er nur von einer an S. Antonio gefeierten messe. In der Stadt mag nach solchen Seiten bin der bestandige verkehr mit ketzerischen fremden, Inglesi schlechthin genannt, manchem frommen wahne den tod gebracht haben. Aber seine prächtigen heiligen feste lässt der Römer um so weniger sich nehmen, deren zahl — legionen — das Diario Romano, der festkalendcr, ihm angibt. Da wird nicht gearbeitet, und alle osterien schenken für festliches geld den festlich geschmückten gasten den schlechtesten wein. Was die Verehrung der heiligen für die kunst gewesen, das zeigen die kirchen Roms, von denen ja manche die schätze ganzer museen enthalten. Aber hatte ich jemals glauben können, dass darstellungen von martyrien der kunst oder der erbauung wahrhaft dienen könnten, so würde hier S. Stefano rotondo auf dem Monte Celio diesen glauben mir genommen haben. Die dort an den wänden ringsum unter dem Papst Gregor 13. von Tempesta und Pomerancio gemalten fresken, welche die mannigfaltigen marternder ersten Christen darstellen, sind so geschmacklos nicht nur, sondern so widerlich und grässlich, dass auch keine horde von barbarenvölkern daran den geisl erheben könnte, am wenigsten aber ein volk, in dem der geist des schönsten lebt unter den menschenkindern.

ftieses ästhetisch verletzende tritt auch in der reliquienverehrung heraus. Treffend ist vom verf. schon die viertheilung der heiligen teste gegeisselt, nach der köpf, hand, bein u. s. f. durch alle möglichen kirchen vertheilt werden. Jede hat nahe dein baupteingang ein langes Verzeichnis ihrer reliqnien, zwanzig, dreissig nummeru auch die sonst unbedeutendste. Die orte der aufbewahrung sind theils die altäre und zwar oft antike, marmorwannen darin aus verschiedenen thermen, theils abgesonderte schränke in den kirchen selbst oder den Sakristeien. Manche werden den schaulustigen leicht gezeigt für eine kleine gäbe an den sakristan, wie die pfeile des S. Sebastian und die fusstapfen Christi in der kirchc jenes heiligen. Andre sind bis auf gewisse feslzeiten jedem äuge verschlossen, der Papst oder Kardinäle, welche den titel von der kirche führen, bewahren alsdann die Schlüssel, wie zu den ketten des Petrus in S Pietro i vincoli. Zum grossen theil bilden aus gold oder silber gearbeitete käslchen oder kästen in der form der reliqnien ihre hüllen, in denen zur Verehrung dann sie ausgestellt werden, köpfe, häude,

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