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darauf angelegt, den Verdacht, dass der Taufer ein xüXuftog vnu avtfiov aultvö^iivog sey, die mögliche, malitiöse Anwendung des: tempora mutantur et nus mutamur in Uli», den Vorwurf der Weichlichkeit zu entfernen, anderweitig zu motiviren? Diese erheblichen Schwierigkeiten zu vermeiden, versuchten Andere in folgender Wendung die Stellen miteinander auszugleichen. Es sey die Absicht des Täufers bei d«r Sendung seiner Junger die gewesen, den Herrn zu instigiren, endlich doch einmal als Messias öffentlich hervorzutreten. Der Grund dieser Mission habe also nicht in einer, an der messianischen Würde tles Herrn total verzweifelnden (denn es heisst ja: da Johannes im Gefängnisse die Werke Christi hörte), sondern in einem zu rascherem Handeln und entschiedenerem Auftreten geneigten Sinne gelegen. — Es kann nicht gcläugnet werden, dass diese Ansicht in dem Charakter des Täufers selbst einigen Halt findet; allein immerhin würde a) eine solche Instigation gegen die früherhin so entschieden ausgesprochene, untergeordnete Stellung des Täufers zu dem Herrn Verstössen, i) scheint dieser Ausweg auf die Voraussetzung einer fleischlich gerichteten Messiaserwartung und Vorstellung in der Seele des Täufers basirt; es muss aber, allen Nachrichten der evangelischen Geschichte zufolge, in Zweifel gezogen werden, dass er diese Vorstellung und Erwartung seiner Zeitgenossen ursprünglich gelheilt habe; eine spätere Aneignung derselben im Kerker vorauszusehen, kann bei einem so entschiedenen Manne, wie Johannes war, psychologisch nicht motivirt werden. Verstand er die innere Bedeutung der Erscheinung des Erlösers für die Seelen der Menschen und seine, der erstem genau entsprechende Thätigkeit, so mussle ihm auch das stillverborgene langsame Verfahren desselben begründet erscheinen; nach der Art aber, wie er selbst vorher sein Vorläuferamt verrichtet hatte, musste er sie verstehen; die Annahme, dass er sie nicht verstanden und daher von Jesus erwartet habe, was nimmermehr von ihm erwartet werden konnte, würde ihn wiederum völlig aus seiner, sonst so festen und gesicherten Stellung hinausrücken und dieser Vermittlungsversuch die Schwierigkeiten nur vergrössern statt sie zu heben. Es musste wohl in der Seele des Täufers zu der Zeit, wo er seine Jünger sandle, etwas liegen, was den, welcher wusste, was in dem Menschen war, zu der milden Warnung veranlasste: Seelig ist, der sich nicht an mir ärgert, und dieses führt uns zur Betrachtung des dritten, zuletzt von ülshausen vertretenen Ausgleichungsversuc/ies. Es besteht derselbe in folgender Darstellung: Der Täufer war durch die Leiden eines langen Gefängnisses gebeugt, er unterlag der flnstern Stunde eines versuchenden Zweifels und dieses hatte die Anfrage an den, welchem er vorher mit solcher Entschiedenheit Zeugniss gegeben hatte, zur Folge. Diese Erklärung hat zuvorderst das für sich, dass sie auf Analogien auf einem Gebiete zu provociren im Stande ist, welches hei Beurthcilung solcher Momente des innern Lebens zur notwendigen Berücksichtigung gelangen niuss; man erinnere sich an ähnliche Zeiten innerer Anfechtung in dem Leben des Elias, des Apostels Paulus und des Reformators Luther instar nmnium. Eben der Umstand aber, dass der Täufer die Frage an den stellt, der sie allein so, wie es frommte, beantworten konnte, beweiset zur Genüge, dass sie nicht von einem totalen Irrewerden in der früher so klar und festbe. zeichneten Stellung zu dem Erlöser abstammte. So gefasst erhält -die Frage des Johannes nur die Bedeutung jener Bitte ,der Jünger: Herr ich glaube, hilf meinem Unglauben, gewinnt jener Moment aus dein Leben des Täufers nur das Gepräge der Erwartung in jenem Gebiete, welchem er, dem Obigen zu Folge, überwiegend angehörte. Es trat bei Jobannes der Zustand ein, welcher in Israel zu verschiedenen Zeiten , am meisten gerade in denen der Demiithigung und tiefen Beugung, überwog, der Zustand, welchen Proverb. XIU. 12. cf. Daniel IX. 19. schildert:| „die Hoffnung welche verziehet ängstigt das Herz." Musste doch einem Abraham die Verheissung wiederholt werden, um dem schwachen Herzen eine Stülze zu geben — was hindert dem Täufer ein solches Bedürlniss als den eigentlichen Grund seiner Sendung unterzulegen? Und wenn es für die Jünger des Herrn einen Augenblick gab, wo Einer für Alle und Alle in Einem dasBekenntniss ablegten: wir haben gelaubet und erkannt, dass du seyest Christus des lebendigen Gottes Sohn Matth. XVI. 16., während doch auch des Erlösers Warnung Matth. XXVI. 31. (cf. Marc, XIV. 24.): in dieser Nacht werdet ihr euch Alle ärgern an mir I der Erfolg bestätigte, wie sollte denn ein solcher Moment nicht auch im Leben des Johannes angenommen werden können, ohne dass dadurch seine Stellung wesentlich alterirt würde? Wie ein Moses an der Gränze des gelobten Landes stand, es von ferne schauend, aber nicht eingehend in dasselbe, und theilnehmend an seiner Ruhe, so war Johannes: Alles was durch des Menschen Sohn geschehen sollte und geschah, aus der Ferne erblickend, aber nicht zurTheilnahme an den vollendeten Segnungen seiner Erscheinung gelangend.

Die zweite Stelle, welche als ein scheinbarer Grund gegen die oben entwickelte Ansicht geltend gemacht werden konnte, ist die Aeusscrung des Herrn über den Täufer, welche sich Matth. XI. 11. Luc. VII. 28. findet, insofern sie geeignet ist, einige nicht unerhebliche Bedenklichkeiten zu erregen. Die erste Hälfte des Ausspruches Jesu: ovx tyfiyiQtut iv yivvt]Totg yvvuixaiv /.uftjav 'Iwuvvov Toü ßumimov wäre erklärlich: so konnte der Herr von dem sagen, der die Beihe A. Tl. Verhcissung und Erwartung schliessend, der Erfüllung, dem Schauen wenigstens in seinem Beginne so nahe stand, dass er q>wv^v Tov w(.ia>iov tjxovae. Dass er aber hinzusetzen konnte: 6 dt pixQOTtoog iv -tij ßaaii.u'a luv ovQavöJv (xtiCfiJv avTOv laxtv scheint zusammengehalten mit jenen Aeusserungen des Täufers über den Erlöser im Evang. Joh. I. 19 — 34. ebenfalls eine ausgleichende Losung zu fordern. Besehen wir uns nämlich die Stelle etwas genauer, so geht daraus eine Einsicht in das Wesen der N. Tl. Christologie hervor, welche freudig überraschen muss. Nach V. 30. bniaw fiov tQ%tTCU avfjg off tftngoo&lv fiov ytyovtv, og nQtöjog fiov ^v hegte der Taufer die Ueberzeugung von der vorzeitlichen Existenz Jesu. Vergleichen wir damit III. 31. o uvio&iv iQxöfitvog inüvw nävxwv toxi, so geht, wie dieses natürlich und im Zusammenhang geboten ist, daraus hervor, dass er dieser vorzeitlichen Existenz einen speeifisch verschiedenen Charakter von Allem, was sich sonst in der Geschichte des Reiches Gottes Herrliches gestaltete, beilegt. Erwägen wir ferner die Stellen Matth. III. 12. Luc. III. 17., so sehen wir Christo die Funktion der richterlichen Thätigkeit in einer Weise beigelegt, wie von den Aposteln später in den actis und in den Briefen geschieht. Erinnern wir uns endlich auch hier der Stelle: o äftvbg Tov &eov etc., so geht daraus die höchste aller christlichen Erkcnntniss, die Einsicht in die versöhnende Wirksamkeit des Erlösers hervor. Welche Mühe hat es dem Herrn gekostet, seine Jünger zu dieser Höhe der Erkenntniss zu führen, wie oft musste scharfer Tadel seine Worte begleiten, um die trägen Herzen diesem Punkte der Entwicklung auch nur entgegen zu führen, und wie gelang es erst nach einer Reihe niederbeugender Thatsachen, ja! alleist der Erleuchtung durch den heiligen Geist, um diesen Grad gläubiger Erkenntniss, die unerlässliche Bedingung ihres Zeugenamtes zu erzielen. Und Johannes, der diese Einsicht im Anfange seines Amtes gewonnen und ausgesprochen, der hiermit so würdig war, Einer der Ersten sich dem Jüngerkreise des Herrn anzuschliessen, Johannes wird trotz dieser Erkenntniss der Kleinste im Himmelreich genannt, er verharrt in seiner getrennten Stellung, hält seine Jünger bei sich fest, als dieser Herr, dem er Zeugniss gab, schon Arbeiter sandle in das Feld, das weiss ward zur Aerudte! Unverkennbar liegt hier eine Schwierigkeit, welche eine ungläubige Betrachtung der heil. Schrift nicht umhin können wird nach der beliebten Weise zu einem Widerspruch zu steigern, der ihren destruirenden Tendenzen günstig ist. Sehen wir zu, mit welchem Rechte! und versuchen wir, in demselben Sinne, wie wir bisher die Erscheinung des Täufers betrachtet, in demselben Zusammenhange, in welchen sich seine Wirksamkeit zu dem A. Tl. Vorher und dem N. Tl. Nachher stellt, auch eine Hebung dieser Schwierigkeit!

Hypothesen sind wegen des Missbrauchs, der damit oft getrieben worden ist, verrufen; aber eine Berechtigung sich auf wissenschaftlichem Gebiete geltend zu machen kann ihnen nimmermehr ganz abgesprochen werden, dem Begriffe nach schon und der Etymologie des Wortes gemäss. Wenn vorliegende Momente sich aus sich selbst und an und für sich genommen nicht erklären lassen, so lege ich diesen Momenten etwas Anderes, was zur Erklärung dienen kann, unter. Die Beschaffenheit dieses vnoTifrttitvov bedingt Wahrscheinlichkeit und Zulässigkeit der Hypothese. Es darf aus keinem, den zu erklärenden Momenten entgegengesetzten oder auch nur fremdartigen Gebiete hergenommen seyn, sondern es muss demselben Gebiete, demselben Zusammenhange entwachsen seyn, von welchem das Erklärung fordernde Objekt selbst nur ein faktischer Erweis, gleichsam eine Emanation ist, und hier ist die nächste Bestimmung und Absicht der Hypothesen keine andere, als den innern Nexus aufzufinden, der in dem Berichte selbst verschwiegen oder übergangen, desshalb aber nicht objektiv auszuschliessen ist. Hypothesen erklären, wenn sie rechter Art sind, xara Stavomv, weil der ausgeprägte Stoff zur Erklärung xavä qrjTov fehlt. Versuchen wir nun von diesen Thesen die Anwendung auf den vorliegenden Fall zu machen, so entsteht vor Allem die Frage: in welchen geschichtlichen Nexus tritt Johannes B. ein, von welcher Reihe historischer Erscheinungen bildet er ein inte* grirendes Glied? welchem Organismus ordnet er sich als ein bedeutsamer Entwicklungsknoten ein? Das ist der Nexus zwischen A. Tl. ngoyyreia und N. Tl. Tikflioatg, die Anerkennung der Reihe von Führungen und Fügungen einer specialen, auf das Heil aller Menschen gehenden Providenz Gottes, welche mit Sicherheit weise erkannten Zwecken entgegenfuhrt. Die Läugnung dieser specicllen Providenz, in Heilsthatsachen erkennbar, macht aus der Theologie eine Mataiologie. — Wie es aber für die Jünger eine Zeit gab, wo Alles, was geschrieben war von des Menschensohne, noch der nahen Zukunft vorbehalten war, (Ttltafrijotrui Luc. 18, 31.), seine Ueberantwortung an die Heiden, sein Leiden und Tod, aber auch seine Auferstehung und Verherrlichung, eine Zeit, in der sie von Allem diesem ovdiv awijxuv, in der ihnen das voraussagende Wort ihres Meisters und Herrn xixQV(.i(.ievov war, obwohl sie bereits damals erkannt und geglaubt, dass er sey Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, uud sie Ityofiiva selbst in dem Augenblicke nicht verstanden, wo die vtktltoatg nahe war, so seilt sieht in der Hauptsache die ganze Erscheinung des Täufers zu den» vollendeten oder zu vollendenden Werke Jesu. In einem vielleicht öfter wiederholten, doch nie stetigen Momente seines Lebens/war ihm, wie den übrigen Propheten vor ihm, ein Lichtblick, ein blitzähnlicher Kinblick (die Franzosen haben dafür das treffende Wort apergu) in das Ganze des Erlüsungswerkes gestattet, das waren die Augenblicke, wo der Täufer aufhörte die Stimme eines Predigers in der Wüste zu seyn, wo sein Wort weissagend vom Jordan bis nach Golgatha reichte und wo er das, was er mit leiblichen Augen nicht schauen sollte, erblickte iv änoxalviptt. Demnach müssen wir diese Zeugnisse aus dem Munde Johannis des Täufers nicht als Widersprüche gegen Alles, was er sonst that und sprach, fassen, sondern als die eigentlichen Culminationspunkte seiner ganzen Erscheinung, als die eigentlichen Feststimmungen seiner Seele. Darin war er ganz eigentlich o ngorf^xijg, während es die Bestimmung der Apostel war nicht Verkündiger des Zukünftigen sondern Zeugen des Geschehenen zu seyn. Insofern gilt: wer immer die Verkündigung der grossen Thaten Gottes vernommen und durch sie zu der Frage gelangt ist: was muss ich thun, dass ich seelig werde? — der Kleinste im Himmelreich ist grosser als Er. In Stellung, Richtung, Charakter und Wirksamkeit ist dem Täufer ein überwiegend A. Tl. Gepräge, das des Gesetzlichen aufgedrückt. Die Predigt des Gesetzes ist aller Propheten, deren Reihe Jobannes als Flügelmann endigt, erstes und hauptsächlichstes Geschäft. Gegen den Tadel über den Abfall des Volkes vom Gesetz und die Ermunterung zur Treue gegen dasselbe treten die eigentlichen 7iqoliuqtvqiui selbst bei Jesaias, dem Evangelisten des A. B., bedeutend zurück, und wo sie sich finden, tragen sie unverkennbar das Gepräge höherer Begeisterung, wie es denn in jedem Wirkungskreise Momente und Akte giebt, in welchen die Wirksamkeit in ihrer höchsten Blüthe und Verherrlichung erscheint, die das eigentliche geistige consomme derselben bilden. Diejenigen Momente aus dem Leben der Propheten, in denen dieselben als eigentliche

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