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Vorherverkündiger des zukünftigen Heils erscheinen und auftreten, verhalten sich zum Ganzen ihres Prophetenherufes, wie alle Weissagungen von dem, in welchem alle Volker gesegnet werden sollen, zu dem Ganzen der geschichtlichen Entwicklung des Reiches Gottes, der auf die Ankunft des Weltheilandes vorbereitenden Institutionen und deren Darstellung durch die A. Tl. canonische Darstellung. Unter den Weissagungen lassen sich bestimmte Classcn aussondern nach dem Theilungsgrunde des überwiegend Vor-oder Zurücktretenden. Entschieden liegen im A. T. diejenigen Weissagungen vor, welche den kommenden Erlöser als Lehrer und König abbilden. Aber es darf nach neuern Untersuchungen, zuletzt von Umbreil: über den Knecht Gottes, und von Hofmann in seiner Schrift: Weissagung und Erfüllung, auch als wissenschaftlich festgestelltes Resultat angenommen werden, dass die Verkündigung eines leidenden und sterbenden Erlösers und Versöhners nicht ausgeschlossen war. Denn die Propheten waren die igtvräivrig tlg xiva rj noiov xatgbv tdyl.ov To iv uitoig' nrtvftit Xgtaxov npoftagTVQovftfvov iig Xgioibv nad-rl[A.UTa xui rag fittu ravra do$ug oTg antxaXvqp&T] 1 Petr. II, 11. Es muss aber hinzugesetzt werden: ort oi/, iuvrotg, Tj/lüv di drrjxövovv uvra u vöv uvtyyilr] rtfiTv diu rwv ivayytXiaafifvtov r^iüg iv nvivf.iu.Ti uyi'o) unoarukhn bri ovguvov dg u intfrvfiovot xal ayytkoi nuQuxvtjjui. In solcher Weise, in solcher Stellung zum vollendeten Heilswerke war auch der Täufer ein Prophet, mit allen vorhergehenden Propheten hat er in dieser Beziehung noch das gemein, dass er ntgi acorr/giag i'%tQr'iTi}at xui l£iotvvTjaev, und eben das hat er auch in jener Mission seiner Jünger an den Erlöser gethan; gemein hat er aber auch mit allen Propheten, dass er ntgi rfjg tlg r^iüg /ügirog ngoMprfrtvotv, und die Culmination dieser Beziehung tritt eben in dein Momente, wo er das »J« 6 ifivbg etc. sprach, ein. Ueherwiegend treibt er den Geinüthern das Gesetz ein, das war das elementum commune, in welchem er sich bewegte, diesem war, wie die Weissagung überhaupt, so auch jenes Wort als die eigentliche Blülhe, die nur in diesem Boden entstehen und gedeihen konnte, entsprossen. Das Werk des Erlösers war für ihn ein vollendetes nur iv ngoXrjiptt. Jener Moment enthüllte dem Täufer eine Beziehung in der Erscheinung Jesu , die in dem übrigen Lehen des Ersteren wieder in den Hintergrund trat. Sind für solche Momente überhaupt nüchterne, discursiv gerichtete, praktisch geartete Naturen weniger empfänglich, so sind sie dazu doch nicht absolut unfähig *).

*) Muri vergleiche z. B. die prophetischen Stellen in den BrieHaben wir nach Allein, was wir über Johannes den Täufer aus den Evangelien wissen, Grund zu der Annahme, dass er eine solche Natur war, so wird man geneigt werden, jenen, von dem Evangelisten Johannes erzählten Moment, wo der Erstere das l'di sprach, als eine i'xaraaig, als einen Augenblick des über sich selbst Hinausgerücktseyns zu fassen, man wird aber auch erklärlich finden, wie in der Seele des Täufers, während er im Gefängnisse der Gelegenheit, sich an der Erscheinung und Thätigkeit des Herrn als Augenzeugen zu stärken, entzogen, von den Seinigen getrennt und in der Ausübung eines ihm theuren Berufes gehemmt war, dieses pneumatische Moment wieder in den Hintergrund trat. Er hatte ja ganz eigentlich ro nvtSpa xatu phgov und seine tnlyvwaig Ttjs awrrjgiag war ganz eigentlich eine Iniyvtomg h fUQovg und diu xaxönTQOv, ruhend aber blieb dies nv. nur auf dem Erlöser (fthrn) und auf denen, welchen er diesen Geist gegeben. Das Evangelium Johannis stellte sich demnach in Beziehung auf diese Seite der Erscheinung des Täufers in derselben Weise, wie es sich in Beziehung auf die innere, pneumatische Seite der Erscheinung Jesu Christi stellt, zu den übrigen Evangelien als ergänzend; denn das eben war dieses Evangelisten besonderer Beruf, von jenen rein geistig gearteten Momenten nach seiner ganzen theologischen Richtung einen tieferen und bleibenderen Eindruck zu empfangen, zu bewahren und durch darstellenden Ausdruck zu fixiren. Wir haben auch hier Gelegenheit, dankbar die Fügung der jene Urkunden bewahrenden Liebe, die dafür gesorgt hat, dass uns in der Gesauimtrelation Aller eine totale, nach allen Seiten geschlossene und abgerundete Anschauung werde, zu erkennen und die scheinbaren Widersprüche auch in der Erscheinung des Täufers nicht aus einer, durch überwiegende Subjektivität der Referenten erzeugten Alterirung der Begebenheiten, sondern aus dem Umstände abzuleiten, dass nach jenem Verwandtschaftstypus, welcher zwischen dem Biographen und dem dessen Leben beschrieben wird bestehen muss, gerade dasjenige besonders hervorgehoben wurde, was aufzufassen und darzustellen er besondors disponirt war.

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Ein Beitrag zur Geschichte der lutherischen Kirche, oder

Geschichte der lutherischen Kirche des Fürstentums

Oettingen.

Von
Karrer,

zweitem Pfarrer in Oettingen.

1 Cor. 12, 26.

Dieser Arbeit muss der Verf. mehrere einleitende Bemerkungen voranschicken. Vor allem die, dass er sie nur als einen Versuch möchte angesehen wissen, als Erstlingsfrucht historischer Studien. Nur mit Schüchternheit übergiebt er sie der Oeffentlichkeit. Er gesteht, mehr als einmal, wenn er, was er konnte, mit dem verglich, was er wollte, oder eine so treffliche Monographie las, wie Kudelbachs Ambrosins, wo ein Zeitalter so markig saftig gezeichnet wird, als stünde es vor uns wie Ein lebender Mann, und der Mann dasteht leibhaftig wie ein Jahrhundert, die Sache ganz bei .Seite gelegt zu haben. Nur hauptsächlich der Umstand, dass ihm als eine ganz eigentümliche Märzerrungenschaft, gleichsam ein Lohn bewährter Treue, früher nicht gestattete Hinsicht der Quellen, der fürstlichen Archive, gestattet wurde, so dass er manchen 300 Jahre im Schacht verborgenen Schatz heben durfte, und der Gedanke, dass die erbetene Krlaubniss unbenutzt verscherzt leicht nie wiederkehren könnte, hob sein Hedenken. Ausser den mit fürstlicher Liberalität zur Benutzung gewährten Acten des gemeinschaftlichen Consistoriuma Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein , dann den Werken, welche die fürstlich wallersteinische Bibliothek Maihingen (und zwar Impressen), den Pfarracten, die zu der 1. Stelle bei Aer evangelischen Kirche zu S. Jakob gehören nnd namentlich für die Zeit 1570 —1750 sehr reichhaltig sind, standen ihm auch durch Private initgetheilte einzelne handschriftliche Notizen, wie eine ungedruckte Heformationsgeschichte Oettingens zu Gebote. Ehre, dem Ehre gebührt, und Zoll, dem der Zoll gebührt; so zollt der Vf. dankbar allen Beförderern seines Unternehmens innigen Dank; auch jenen natürlich, die ihn mit den Rüchern, welche manche schätzenswerthe Notizen enthalten, ohne chronologisch oder pragmatisch die Kirchengeschichte Oettingens zu behandeln, unterstützten. Schwierig wars, so sehr disjeeta membra zu einen» lebendigen Organismus zu sammeln, und Schreiber muss es dem hilligen Leser anheimstellen zu urtheilen, ob und wenn ja, wie weit es ihm gelungen; eine Absicht aber erreicht er gewiss, geschicktem Händen als Handlanger manch brauchbar Material zu bieten. Endlich hofft er, dass sieh mit dem Hauptinteresse, das die Quellen für die Geschichte haben, auch das verbinden werde, das man an der Eigentümlichkeit, der Sprache, der Sitte, überhaupt des Lebens des Süddeutschen, in spec. des Schwaben in Vergleichung mit dem Norddeutschen nehmen wird. Von diesem Standpuucte aus wird sich die Aufnahme eines und des andern

Stückes rechtfertigen und der Verf. bittet daher, diese Andeutung nicht vergessen zu wollen.

Mit diesem reichen Stoffe hielt ichs also, dass ich zuerst über den ganzen Lauf dieses Baches der Kirche bis zu seiner Einmündung in den Fluss der bayrischen Landeskirche (1806 ist das Jahr der iMediutisirung des Fürstenthums) eine allgemeine Uebersiclit zu gewinnen suchte, um in ihrem Lichte dann die einzelnen Abschnitte und Perioden so besser kennen zu lernen, ein Gang, den wohl ein Biograph bei Schilderung eines bewegten Menschenlebens meist auch gehen wird. Dass andererseits die specielle geuaue Erforschung der verschiedenen Alter der Kirche (wie des Menschen) die allgemeine Uebersicht rectihcirni und ergänzen muss, verkenne ich nicht. Beides verbunden wird das Rechte seyii. Auf diesem Wege fand ich eine überraschende geschichtliche Erklärung der oben als Motto gesetzten Schriftslelle. So wahr als der Mensch ein Mikrokosmus des Makrokosmus ist, so ist (um nach Gross- und Kleindeutschland ein Analogon zu bilden) eine Kleinkirche ein Abbild, Reflex der Grosskirche. Nach der Geburt der öttingischen Kirche (als Jahr wird von den Berichtenden 153S> angenommen) nimmt sie Antheil an Wohl und Weh des Ganzen, als Glied am Leibe. Schmalkaldischer Krieg, Interim, Adiaphoren, Abciidmahlsstreit gegen Cryptocalviuismus, Flacianismus, treten in interessanten Erscheinungen hervor. Oettingen ist mit eine innere Werkstättte der Concordienformel. Des dreissigjähriget! Krieges unaussprechlicher Jammer und Glaubenstreue bis in den Tod sind mit unnachahmlicher Naivität in ihre Blätter geschrieben, Erfrischung durch Franckischen Pietismus belebt sie aufs neue, langer Kampf mit Jesuitismus hält sie wach, das kleine Zion ist eine F'estung, die dem Sturme des Unglaubens lange (fast das ganze 18. Jahrh. hindurch) männlich widersteht, und selbst, wo dieser Kirche Selbstständigkeit 1811 völlig durch Aufhebung des öttingenwallersteinisi'heii Consistoriums erlischt, bringt sie noch viel edle Reste kirchlichen Glaubens, kirchlicher Schätze des Gesanges und der Liturgie zur Mitgabe mit. Leuchtende Namens D. Martin Luther, Kirchenvater, Melanchthnn, Justus Jonas, Brenz und besonders Jakob Andrea, zweiter Vater der ötting. 1. Kirche, von denen allen Briefe, soviel mir bewusst ungedruckte, werden mitgetheilt werden, greifen ein. — Gegen Jämmerlichkeit der neuen Tage bietet Betrachtung der alten Tage Trost und Balsam, hingegen die Fehle der Vergangenheit bewahren vor unmöglichen Forderungen an die Gegenwart. Wahrheit ist ja der Geschichte oberstes Gesetz. Ein Maler, der seiner lieben Mutter Bild malt, nimmt gewiss mit Wehmuth die Runzeln des Angesichts, die ihre Schwächen verrathenden Züge wahr, aber um das treue Bild zu haben, wird und darf er nicht schmeicheln, so nahe die Versuchung liegt, so ist mirs, ich will es nicht läugnen, in der nun folgenden Geschichte eines Theiles der lutherischen Kirche auch ergangen.

Erster Abschnitt.

Vorreformatorisch.es.

Mit dem Leiblichen, Irdischen fängt billig jede menschliche Geschichte an; hat doch der Herr selbst den Menschen erst aus einem Erdenklose gemacht, ehe er ihm den lebendigen Odem einblies. So sei geredet im buchstäblichen Sinne vom Boden unserer Erzählung. Dieser ist das Flussgebiet der Wörnitz, eines nicht ganz unbedeutenden Nebenflusses der Donau, welcher oberhalb Dinkelsbühl entspringt und bei Donauwöhrd in die Donau mündet. Das Herz und Mittelpunct aber ist das Ries (der Name kommt vom Lateinischen Retia, nicht zu verwechseln mit Rhaetia her), ein schöner Gau, eine sehr fruchtbare Ebene, bei 6 Stunden lang, etwa 4 breit, mit Orten, wenigstens 50, wie besäet, darunter 4 Städte, im N. Oettingen, im S. Harburg, im 0. Wemding, im W. Nördlingen, diese die grösste unter ihnen, östlich vom waldigen welligen Hahnenkamm, westlich von Hügeln und höhern Bergen der schwäbischen Alpen bekränzt, von Norden nach Süden von der Wörnitz, von Westen gegen Osten von der Eger, dem Monde der Wörnitz, durchflössen. Wenn die Saaten reifen, ists eine goldene Aue, der Thüringer Schwester schier zu vergleichen. Für den schwäbischen Kreis des deutschen Reiches eine Getreidekammer, ist das Ries auch ein Gemüsgarten für fernere Gegenden. Einer meiner alten Gewährsmänner sagt in einer handschriftlichen „historischen Beschreibung, das ist kurze Anmerkungen über das Ries und anliegende Nachbahrschafft, dann auch Denkwürdigkeiten die sich in dieser und jener Ereignet haben, zusammengeschrieben von P. Placido Dinger, Monacho Deggingano 0. SS. P, B. Im Jahr 1776" Folgendes: „Das Wörnitzthal wird wegen vortrefflicher Wieswachs insgemein die Schmalzgruben genannt, rnassen von dort aus in das Herzogthum Wilrtemberg und übriges Schwabenland Jährlich vile 100 Centner schmalz verführt werden." Früher, im Mittelaller, ward auch Wein gebaut, wie noch nächst Oettingen der Weinacker heisst, dessen Güte nicht mehr verkosten zu können, schweilich ein Mensch bedauern darf. Zwei kurze Angaben aus eben genanntem Werke sollen diese geographischen Dinge beschliessen:

„Im Jahr 1338 ist von auf - gegen nidergang der sone ein schröckliches Heer der Heuschrecken über das Ries gezogen, welche nicht nur den tag mit ihrer mänge verfinsterten, sondern auch die Erdfrüchten also verzehret, das aberinal vile des hungers gestorben."

„Im Jahr 1186 u. 87 wäre ein dem sommer ganz gleicher wünther also, das im Januario die Blühe an Bäumen ausgeschlagen und im Februario schon grüne Früchte getragen, im Mey kunnte man schneiden und Erndten und im August Wein lohen. Das folgende Jahr aber war eine sol

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