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williger unter dem Herz, von Lothringen gegen die Türken in Ungarn. 1689 wohnte er als braonschw. Officier der Belagerung Ton Mainz und dann dem Kriege in den Niederlanden bei. 1691 wurde er Major, 1692 Obristlieutenant und 1693 Obrist der Cavallerie. — Ausser seiner militairischen Stellung oft zu diplomatischen Sendungen verwendet, ging Seh. 1695 nach England, war im Sommer 1697 beim Congress in Ryswick und 1698 in Paris. In diesem Jahre trat er als Generalmajor in savoyische Dienste und führte den Feldzug gegen Eugen. 1701 kam er nach Dresden und nahm als Generallieutenant chursächsische Dienste. Hier trat er besonders gegen Karl XII. auf, war 1702 in Polen, 1703 an der Donau (Schlacht bei Höchstedt), 1704 in Polen (Gefecht bei Posen). 1705 wurde er General der Infanterie und lieferte als solcher im nächsten Jahre die Schlacht bei F rausladt. — In den nächsten Jahren treffen wir ihn in den Feldr zögen in Holland; so bei den denkwürdigen Begebenheiten vor Oudenarde, vor Gent, 1708; vor Tournay und bei Malplaquet, 1709; vor Douay, Bethune u. s. w., 1710. 1711 verliess er den sächsischen Kriegsdienst, wohnte l7l3 dem Congress von Utrecht bei und trat 1715 als Feldmarschall in die Dienste der Republik Venedig. Hier beginnt die glänzendste Periode seines Lebens, die, .gefeiert durch verschiedene, das ruhmvolle Andenken seiner denkwürdigen Thaten bezeichnende Denkmäler noch jetzt die Bewunderung der Nachwelt erhält. Es sind diess die Belagerung von Corfu, die Einnahme von Butrinto, 1716; die Eroberung von Prevesa und Vonizza, 1717, u. m. a. In den späteren, ruhigeren Jahren seines Lebens bereiste er die meisten Länder Europas, besuchte von 1720 —1727 London, den Haag, Hamburg, Braunschweig, Dresden, Wien u. a. Städte und lebte dann meist in Italien, namentlich in Venedig und Verona, wo er am 14. März 1747 starb. — Den letzten Abscbjutt dieser Lebensbeschreibung, seit 1715, enthält der 2. Band des vorlieg. Werkes, nebst einem Anhange über die Person, Familienverhäl,k« ojsse n. s. w. des Feldmarschalls. Dabei befindet sich S. 317 ff. eine Aufzählung der von ihm hinterlassenen schriftlichen Aufsätze, unter welchen namentlich die Schilderungen der Feldzüge von 1704 "na 1706 zn erwähnen sind. — Was die Quellen dieser Biographie betrifft, so hat der Vf. seine Behauptungen in der Regel sofort durch Briefe des Feldmarschalls selbst oder anderer mit ihm ui Verbindung stehender glaubwürdiger Personen belegt; andere dem Schlüsse jedes Bandes zugesellt. Zu den vorzüglichsten Quellen, aus welchen er seine Materialien erhielt, gehören 27 Bände aus dem archivo diplomatico zu Mailand, grösstenteils Berichte und Tagebücher des Feldmarsehalls aus der Zeit seines wnetianischen Dienstes. — Lobenswerthe Erwähnung verdient daher die Liberalität der Ostreich. Regierung, die dem Vf. diese reiche Sammlung bereitwillig zukommen liess. Benutzt wurden ferner das gräfl. Schulenburg'sche Familienarchiv, das des deutschen Ordens zu Luklum, des geh. Cabinetsarchiv zu Dresden n. a. — Dem 1. Bande sind 4 Plane, zur Schlacht bei Fraustadt gehörig, beigegeben, dem 2. Bde. 2 Stammtafeln, und dazu S. 321 f. eine Beschreibung der in denselben vorkommenden Wappen. — Hierbei ist jedoch zu bemerken, dass der Vf. die Ahnentafel nffher hätte prüfen sollen, da mehrere Fehler hinsichtlich der Zeichnung der Wappen, vorausgesetzt, dass sie so ist, ■wie sie die Beschreibung gibt, sich darin vorfinden. So haben die v. Schulenburg in der Regel die Greif klauen in dem viertheiligen Wappenschilde gerade umgekehrt, als der Vf. angibt, nämlich links unten und rechts oben; ferner hält der wilde Mann des Helmschrauckes in jeder Hand eine Greifklaue. — Bei den v. Alten sind die Wecken durch gleichfarbige Rosen verbunden, bei den v. Bülow die blauen Büffelhörner des Helmschmuckes ebenfalls mit goldenen Kugeln versehen. Statt „von Mahrenholz" soll es wohl heissen „Marenholz^, u. dergl. Ueberhaupt ist die Anzahl der Druckfehler sehr gross. 9.

[72] Reise Sr. Heiligkeit des Papstes Pius VII. nach Genua, im Frühjahre 1815^ als der Kirchenstaat von den Neapolitanern unter Mürat gewaltsam oecupirt wurde, und seine Rückkehr nach Rom. Erzählt von Bärtholomaeus Cardinal Pacca» Nach dem ital. Originale (Orvieto 1833) ins Deutsche übertragen. Augsburg, Kolliuann'sche Buchh. 1834. Vffl n. 72 S. gr. 8. (12 Gr.)

Auch u. d, Tit.:' Bärtholomaeus Pacca's (Cardinais' der heil. Kirche u. s. w.) Memoiren. 6. Bd.

Es ist nicht der Ort, hierüber den historischen Werth der Memoiren des Cardinais Pacca abzuurtheilen, da die öffentliche Stimme -über die bereits früher erschienenen 4 Rande längst entschieden hat Der vorl. 5. Bd. bietet eine Beschreibung der Flucht des durch den Einfall der neapol. Armee unter Mural aufgeschreckten Pius VII. nach Vrterbo, Florenz, Livorno, Pisa und Genua; des Aufenthalts an dem letzteren Orte, und der Rückkehr nach Rom am 7. Juni 1815. Die Summe des historisch Merkwürdigen in dieser Erzählung ist unbedeutend, und der Geist, in welchem sie verfasst ist, ist derselbe Geist der unerschütterlichen • Treue gegen den römischen Stuhl, welcher die charakteristische Eigentümlichkeit des ganzen Werkes bildet. Dass mit • ihm eine starre Opposition gegen jede Nencrung in der Verfassung der Kirche und des Kirchenstaats insbesondere verbunden sei, braucht nicht erst bemerkt zu werden. Uebersetzung und äussere Ausstattung sind genügend. 7.

/ [73] Fünf Marter-Jahre. Schicksale eines deutschen Soldaten in Spanien und Sicilien. Weimar, Hoffinann. 1834. 127 S. 8. (12 Gr.)

Der Vf. diente in dem weimarischen Contingente, welches mit der französ. Armee nach Spanien marschirte, wurde dort gefangen und trat später in sicilianische Kriegsdienste, aus welchen er desertirte. Die Beschreibung der Ton ilim überstandenen Mühseligkeiten ist überaus ansprechend. Sie ist durchgängig so geblieben, wie sie von ihm niedergeschrieben wurde, und selbst die zahlreichen sprachlichen Irrthüraer sind nicht berichtigt worden, da, wie der Herausg. mit Recht bemerkt, jede Aenderung die anziehende Individualität des Yfs. zum Nachtheil seines Buches verwischt haben würde. 14.

Deutsche Sprache und schone Literatur.

[74] Merigarto. Bruchstück eines bisher unbekannten deutschen Gedichtes aus dem XI. Jahrhundert, herausgegeben von Hoffmann von Fallersleben. Mit 1 Facsimile. Prag, Enders'sche Bnchh. 1834. 24 S. gr. 8. (8 Gr.)

Wenn dieses von dem Herausg. in der fürstlich Fürstenbergischen Bibliothek aufgefundene, aus 2, von Holzbänden abgelösten Pergamentblättern mühsam abgeschriebene Anekdoton wirklich dem XI. Jahrh. angehört, wie der Herausg. in dem einleitenden Vorwort mit grosser Zuversicht vermuthet, so ist es bei der grossen Seltenheit poetischer Ueberreste deutscher Sprache aus dieser Zeit ein sehr interessanter Beitrag zur deutschen Literaturgeschichte. Es scheint Fragment einer Art von Kosmographie zu sein, daher auch vom Herausg. der Titel „Merigarto" (Meergarten, im Althochd. die "Welt) gewählt wurde. Das hier Mitgetheilte beträgt 20t Zeilen; ohngefähr drei Viertel des Ganzen; es fehlen noch 19 Zeilen des Originals, also ohngefähr 40 Verszeilen, welche der Herausgeber theils nicht im Stande war zu entziffern, theils wegen zu grosser Lückenhaftigkeit 'nicht mitgetheilt hat. S. 17 — 24 folgen einige sprachliche Anmerkungen. — Ref. erlaubt sich nur Eins zu bemerken. Wenn der v. 57 erwähnte Reginprecht wirklich der 26. Bischof von Utrecht ist, der das Bisthum von 1138—1150 verwaltete (S. 18), so kann das Gedicht nicht im XI,, sondern frühestens im XII. Jahrh. verfasst worden sein. 92.

[75] Der Nibelungen Lied, frei tibersetzt von H. «?. Rebenstoch, kön. pr. Hauptmann im Cadetten-Corps. Potsdam, Riegel. 1835. 372 Spalten, lex. 8. (n. 1 Tblr. 8 Gr.)

Die äussere Ausstattung dieses Buches müssen wir höchlich loben und wünschten wohl, dass der Lachmann'schcn Ausgabe der Nibelungen eine gleichartige zu Theil geworden wäre; dagegen können wir von dem Innern desselben kaum etwas Gutes sagen, wenn wir davon absehen, dass sich der Gehalt des Nibelungenliedes nie ganz verderben lässt, und davon, dass der Uebersetzer sicherlich die beste Absicht gehabt hat, nämlich die, die Kenntniss des Gedichts allgemeiner zu machen; denn das meint er wohl, wenn er in dem Vorwort von seinem Streben „zur Belebung des alten Dichterwerkes" spricht. Wir sind überhaupt dei Meinung, dass Der, der das Nibelungenlied kennen lernen will, am besten thut, sich an das Original zu wenden, was bei ernstlichem Willen und Bemühen im Ganzen keineswegs so schwer zu bezwingen ist. Doch wollen wir damit den tüchtigen, treuen, metrischen Uebersetzungen von Simrock und von Folien (leider nur des einen Theils in seinem Bildersaal deutscher Dichtung 1827) keineswegs ihr bedeutendes Verdienst absprechen; auch eine Uebersetzung, etwa einzelner Gesänge, in Prosa, wie sie Göthe (s. Werke XLV, 210) empfohlen hat, würden wir, nicht gerade als das höchste, aber wohl, wie es auch Goethe meinte, als eine sehr zweckmässige und verdienstliche Bestrebung für die allgemeinere Anerkennung der Herrlichkeit des N.-Liedes seinem Gehalte nach ansehen; Treue aber müssten wir auch bei ihr verlangen. Von der Misslichkeit einer sogenannten „freien" Uebersetzung aber bei diesem Liede, das uns doch wahrlich nicht so wildfremd ist, dass wir es nur umgestaltet uns aneignen könnten, hätte den Uebersetzer schon des Hrn. v. Hinsberg Versuch, den er selbst anführt, belehren, mindestens bewegen sollen einen' bessern Weg einzuschlagen. ' Er hat diess nicht gethan und uns so eine freie Uebersetzung (in Versen, freilich nicht denen des Originals) geliefert, die allerdings so frei ist, dass sie den Ton und das eigenthümliche Wesen des Gedichts ganz und gar verwischt und entstellt, und es auf eine merkwürdige Weise modernisirt, es matt, kraft- und saftlos macht. Wir müssen zum Belege dieses Urtheils wenigstens einen Vers mittheilen, den wir aufs Gerathewohl wählen. Im dritten Gesänge sagt der Uebersetzer also:'

Als Siegfried einst, der Degen,

In Scuwermuth sinnend stand,

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Der Liebe erstet Regen .! •:

Sein stolzes Herz empfand,

Begannen die Begleiter;

„Was machet ihr euch Pein?

Ein Weibchen mach' euch heiter." —

„So soll's Chriemhiide sein!" u, s. w.

und in dieser Weise geht es fort. Im Altdeutschen aber steht

dort (Lachra. Ausg. 49.) <

Im riten sine mage und ander stne man,

sit er üf staete minne tragen wolde wän,

daz er eine danne würbe diu im möhte zemen. dö sprach der edel Sifrit: so will ich Krieinhilden neuen u. i. w.

108.

[76] Gesammelte Gedichte von Friedr. Rückert. Erlangen, Heyder. 1834. VHI u. 436 S. gr. 8. (2 Thlr.)

Die zwei früher von Rückert herausgegebenen Sammlungen: .Kranz der Zeit" und „Oestliche Rosen", enthielten jede Gedichte mir Einer Art, die in jeder zu einem Ganzen sich eineten. Ausser den in diesen enthaltenen Gedichten aber, theils vor, theils nach ihrem Erscheinen, hat Rückert nach und nach eine grosse Menge anderer Gedichte mitgetheilt, die grösstenteils von solcher Schönheit und Vortrefflichkeit sind, dass wir namentlich um ihrer willen Rückert als lyrischen Dichter getrost neben Goethe und Island stellen dürfen. Zu bedauern war es nur, dass sie so einzeln hie und da, in Taschenbüchern u. dergl. zerstreut waren, so dass man nur mit Mühe zum Genüsse auch nur des grössern Theils derselben gelangen konnte. Um so erfreulicher ist es nun, das» wir jetzt in dem vorliegenden Duche aus des Dichters eignen Üinden eine Sammlung von seinen Gedichten erhalten, die gewiss von Denen, die Freude an der deutschen Dichtkunst haben, mit so vieler Theilnahme aufgenommen werden wird, dass wir vielItidt darauf hoffen können, dem Dichter werde die Lust ankommen, uns bald mit einer zweiten Sammlung zu beschenken. An Stoff zu einer solchen kann es ihm unmöglich fehlen; denn abgesehen Ton des Dichters gewiss noch nicht feiernder Schöpfertraft, sind auch in die gegenwärtige Sammlung noch bei weitem nicht alle bereits erschienene Gedichte aufgenommen; so enthält sie z. B. gar keine Sonette, keine Uebersetzungen, und auch manches andere Gedicht, das wir von früher her kennen, haben wir nicht in ihr gefunden. Wir sind aber desshalb dem Dichter für die Gabe, die er uns diesmal reicht, nicht minder dankbar; vielmehr erkennen wir ihren Reichthum, ihre Fülle und Schönheit mit tollem Herzen an. Daran, einzelne Gedichte aus ihr besonders ■ Tvorzuhebcn, können wir kaum denken; sie sind alle so, dass *if keines entbehren möchten, und in ihrer Vereinigung geben sie ou Rückert's dichterische Eigentümlichkeit recht auf einmal und

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