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Biblisches Lesebuch

für evangelische Schulen

(zugleich Biblisches Geschichtsbuch).

Bearbeitet und herausgegeben von

Karl KoelKer,

Rektor in Berlin,
und

v. Dr. Hermann K. Strack,

o. o. Professor der Theologie in Berlin.

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Alle Rechte vorbehalten.

IN MEMORIAM

Prof. J. Henry Senger

Drud von Theodor Hofmann in Gera. Worwort zur elften Auflage.

Seit 19 Jahren ist der erste der beiden Unterzeichneten unablässig bestrebt, der Überzeugung Bahn zu brechen, daß in der Schule nicht die vollständige Bibel, sondern eine den Bedürfnissen des Unterrichts angepaßte Bearbeitung zu benutzen sei (Entwurf einer Schulbibel. Leipzig 1387; Die Bibel... Für Schule und Haus herausgegeben. 1889; Biblisches Lesebuch für evangelische Schulen. 1890). Alle drei Werke sind von Lehrervereinen und der Fachpresse außerordentlich günstig beurteilt worden. Dennoch blieb dem Herausgeber nicht verborgen, daß zwecks weiterer Vervollkommnung zu einem für alle Schulgattungen geeigneten Biblischen Lesebuch die Mit» Wirkung eines gelehrten Theologen in hohem Grade wünschenswert sei. Er verband sich daher, zugleich einer von amtlicher Seite ergangenen Äußerung entsprechend, mit dem Professor der Theologie v. Herm. L. Strack. Auf Grund gemeinsamer Arbeit, namentlich für die 2. und die 6. Auflage (18. Febr. 1893 und 10. Novbr. 1896), hat das Biblische Lesebuch seine jetzt vorliegende Gestalt erhalten.

Der Text ist der von der Deutschen evangelischen Kirchenkonferenz festgestellte (Halle a. S. 1892); nur sind, unter möglichster Wahrung des Charakters der Bibelsprache, gewisse in einem Schulbuche zu vermeidende Anstöße, sowie Ungenauigkeiten und Dunkelheiten des Ausdrucks beseitigt. Die Kürzungen sind die durch den Zweck der Arbeit gebotenen (vgl. be» sonders die drei mittleren der fünf Bücher Möse). Die Evangelien und die Apostelgeschichte sind vollständig, die Hauptbriefe Pauli nahezu vollständig aufgenommen; auch in den andern neutestamentlichen Schriften, mit Ausnahme der Offenbarung St. Johannes', haben nur geringe Streichungen stattgefunden. Der gebotene Lesestoff ist daher für alle Schulen, von der einfachen Volksschule bis zum Gymnasium, ausreichend.

Der Streit, ob die Benennung „Biblisches Lesebuch" oder „Schul» bibel" Keffer sei, scheint uns von geringer Bedeutung. Wir hegen die Hoffnung, unter dem crsteren Titel ein Werk zu bieten, das alle guten Eigenschaften auch einer „Schulbibel" besitzt. Denn das vorliegende Buch enthält alle Evangelien» und Epistel»Texte, sowie die von der Deutschen evangelischen Kirchenkonfercnz in Eiscnach 1396 festgesetzten Texte für alt» teftamentliche Lektionen (s. Beilage S. 610); die wichtigsten Parallelstellen sind am unteren Rande verzeichnet; Fettdruck ist für dieselben Bibelsprüche wie in der Revidierten Bibel angewendet. Alle Kapitelzahlen und die Vers» zahlen von 5 zu 5 stehen auf dem äußeren Seitenrande, die Zahlen für andere irgendwie hervorzuhebende Verse sind im Texte angegeben, so daß, da die Reihenfolge der biblischen Bücher genau beobachtet ist, der Schüler jeden nach Buch, Kapitel und Vers ihm bezeichneten Spruch ebenso leicht wie in einer vollständigen Bibel finden kann.

Als Lesebuch giebt sich das Werk zu erkennen durch Einteilung nach Sinnabschnitten und durch Jnhaltsüberschriften. — Für den Psalter, das Buch Hiob, die Sprüche Salomos und einige andre poetische Stücke ist eine Druckeinrichtung gewählt, welche deutlich erkennen läßt, daß es sich hier um Poesie handelt. — Durch die Beilagen ist unsre Arbeit zugleich ein vollständiges Biblisches Geschichtsbuch geworden.

Um das „Biblische Lesebuch" in jeder Hinsicht für die Zwecke des Unterrichts geeignet zu machen, haben wir nämlich noch beigegeben:

1. einen aus den vier Evangelien zusammengestellten Anhang, welcher die Geschichte des Leidens und der Verherrlichung Jesu Christi in der für den Unterricht üblichen Fassung bietet;

2. ein Verzeichnis der zu behandelnden biblischen Geschichten und der zu ihnen gehörigen Unterrichtsstoffe;

3. eine Zeittafel (manche eingebürgerte Zahl fehlt, weil nnr zweifellos Sicheres geboten werden sollte);

4. ein ausführliches Wort» und Sach-Register. Da der an die Bibel sich anschließende Text des Biblischen Lesebuches eine lückenlose Ge» schichtsdarstellung nicht geben konnte, ist der Stoff zur Ausfüllung dieser Lücken hier geboten, und zwar zu S. 169 in dem Artikel „Exil", zu S. 296 unter „Makkabäer" und „Römerherrschaft in Palästina", zu S. 482 (Ende der Apostel) unter „Jakobus", „Paulus", „Petrus", „Johannes"; —

5. eine kurze Darstellung des Kirchenjahrs und der Ordnung des evangelischen Gottesdienstes; —

6. acht Karten und zwei Abbildungen (Grundrisse der Stiftshütte und des Herodianischen Tempels).

In eckige Klammern ^ sind diejenigen Stellen der aufgenommenen Geschichten eingeschlossen, welche seitens der Lernenden bei der mündlichen Wiederholung übergangen werden sollen oder können. Gleiche Klammern am äußeren Längsrande der Seiten 279—292 deuten an, daß der Inhalt der durch sie bezeichneten Kapitel frei verkürzte Wiedergabe des in den apokryphischen Büchern ausführlich Erzählten ist.

In demselben Verlage hat K. Voelker als Borstufe zu unsrem „Biblischen Lesebuche" erscheinen lassen: „Biblische Geschichten für die vier ersten Schuljahre", 2. Aufl., 1900 (128 S., Preis gebunden SO Pf.), welche hiermit freundlicher Beachtung empfohlen werden.

Der gewöhnlichste Einwand, den man gegen Schulbibeln und ähnliche Bücher erhebt, ist der, daß sie dazu beitragen, die vollständige Bibel aus dem Hause zu verdrängen. Das vorliegende Biblische Lesebuch aber ist in allen seinen Teilen so eingerichtet, daß es vielmehr als Einführung in den Gebrauch der ganzen Heiligen Schrift dient. Wer es sorg» fältig durchgearbeitet hat, wird in kürzester Frist auch in der vollständigen Bibel sich heimisch fühlen. Das ist auch seitens des Evangel. Ober»Kirchen» rats in Berlin und, indirekt, durch die am 1. Dez. 1897 gefaßten Beschlüsse der vierten ordentlichen Generalsynode Preußens* anerkannt worden.

* „Biblische Lesebücher, die einem Bedürfnisse des Jugendunterrichts ent> sprechen, werden nicht beanstandet: a) wenn sie den heiligen Inhalt der Bibel schlicht und treu wiedergeben; d) wenn sie sich auf das für den Unterricht Erforderliche be» schränken? o) sich an die Sprache der Bibel nach Möglichkeit anschließen und 6) auch äußerlich das deutliche Gepräge des Schulbuches zeigen."

Absichtlich haben wir nur einen Teil der Psalmen aufgenommen und vieles aus den Schriften der Propheten weggelassen: Der Schüler soll wissen oder doch ahnen, daß in der Vollbibel noch viel Herrliches steht, und er soll wünschen, dies später kennen zu lernen. Wir glauben aber versichern zu dürfen, daß jetzt alle Bibelabschnitte voll Berücksichtigung gefunden haben, welche zu genauer oder gelegentlicher Be» Handlung in der Schule sowohl geeignet sind als auch thatsächlich gelangen.

Nicht eine für Schüleraugen „zensierte", d. h. verstümmelte Bibel wollten wir bieten, sondern ein nach pädagogischen Grundsätzen bearbeitetes Biblisches Lesebuch. Aus diesem Grunde und gemäß, der übereinstimmenden ausdrücklichen Forderung der Behörden haben wir trotz manchen anders lautenden Wünschen zwei in der zweiten Auflage eingeführte Einrichtungen beibehalten: einspaltigen Satz und Angabe der Verszahlen, soweit nicht Ausnahmen begründet waren, nur von 6 zu 5. (Fortlaufende Versnumerierung ist nicht nur pädagogisch sehr bedenklich, sondern erschwert auch thatsächlich das Verständnis).

Der Text der elften Auflage ist unverändert geblieben. An einem Schulbuche darf nur selten geändert werden, und wir wünschen, den Ver» tretern der oft einander widersprechenden Wünsche Zeit zu lassen, zu größerer Einmütigkeit als bisher zu kommen. Daß unser Buch im Ganzen brauchbar ist, hat das schnelle Wachsen des Absatzes gezeigt. Das Kgl. Preußische Unterrichtsministerium (29. August 1893 und 13. Februar 1894) und die Unterrichtsbehörden Bayerns, Württembergs, Sachsens und andrer Staaten haben die Einführung unsrer Arbeit in den Schulgebrauch genehmigt.

Um den Wünschen derer zu genügen, die ein Biblisches Lesebuch nur für den Stoff des Alten Testaments als zulässig erachten, haben wir von dem alttestamentlichen Teil zwei Sonderausgaben veranstaltet:

Ausgabe ^ mit allen Beigaben zu dem vorliegenden vollständigen Biblischen Lesebuche: Biblisches Lesebuch für evangelische Schulen. Altes Testament. Neuer Abdruck. Leipzig 1902. Preis gebunden 1 Mk.;

Ausgabe L mit drei weiteren Beilagen (24 Seiten: Geschichten aus der Zeit der Kindheit, des Leidens und der Verherrlichung Jesu; ein zweites Verzeichnis der neutest. Geschichten; Rückblicke). Neuer Abdruck. Leipzig 1902. Preis gebunden 1 Mk. 10 Pf. — Diese Ausgabe L ersetzt in Verbindung mit dem Neuen Testament das Biblische Geschichtsbuch für beide Testamente und ist daher sowohl an einigen Berliner Gemeindeschulen als auch an zahlreichen höheren Schulen zur Einführung genehmigt worden.

Ostern 1902.

Kark SoelKer. Kerm. L. Strack.

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