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Es heißt weiter: „Und in der Auslegung des Vater Unsers in der andern Bitte sind diese Worte: Wie geschieht das?' nämlich daß Gottes Reich zu uns komme. Antwort: Wenn der himmlische Vater uns seinen Heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben' 20. — Diese Zeugnisse sagen, daß wir aus eigenen Kräften zu Christo nicht kommen mögen, sondern Gott müsse uns seinen Heiligen Geist geben, dadurch wir erleuchtet, geheiligt und also zu Christo durch den Glauben gebracht und bei ihm erhalten werden, und wird weder unsers Willens noch Mitwirkens gedacht."

Ferner heißt es in der Solida Declaratio (M. S. 609. $ 87; St. L. Ausg. S. 415): „Denn die Bekehrung unsers verderbten Willens, welche anders nichts, denn eine Erwedung desselben von dem geistliden

Tode, ist einig und allein Gottes Werk, wie auch die Auferwedung in der leiblichen Auferstehung des Fleisches allein Gott zugeschrieben werden soll, inmaßen broben ausführlich angezeigt und mit offenbarlichen Zeugnissen der heiligen Schrift erwiesen worden.“

Das ist die allerdeutlichste Stelle in der heiligen Schrift gegen die Synergisten, wo es heißt: „Ihr waret todt durch Sünden.“ Denn, ist der Mensc todt in Sünden, wie kann er dann etwas thun, um lebendig zu werden? Aber die Bekehrung ist ja nichts anderes, als ein Lebendigwerden aus dem geistlichen Tode.

Endlich heißt es in der Solida Declaratio (M. S. 606 f. SS 75—78; St. L. Ausg. S. 413 f.), wo alle synergistischen Jrrlehren verworfen werden: ,,2. Darnach der groben Pelagianer Irrthum, daß der freie Wille aus eigenen natürlichen Kräften, ohne den Heiligen Geist, sich selbst zu Gott bekehren, dem Evangelio glauben, und Gottes Geseß mit Herzen gehorsam sein, und mit diesem seinem freiwilligen Gehorsam Ver: gebung der Sünden und ewiges Leben verdienen könne. — 3. Zum dritten der Papisten und Schullehrer Jrrthum, die es ein wenig subtiler gemacht, und gelehrt haben, daß der Mensch aus seinen natürlichen Kräften könne den Anfang zum Guten und zu seiner selbst Bekehrung machen, und daß alsdann der Heilige Geist, weil der Mensch zum Vollbringen zu schwach, dem aus eigenen natürlichen Kräften angefangenen Guten zu Hilfe komme.

- 4. Zum vierten der Synergisten Lehre, welche vorgeben, daß der Mens nicht allerdings in geistlichen Sachen zum Guten erstorben, sondern übel verwundet und halb todt, derhalben, obwohl der freie Wille zu schwad sei, den Anfang zu machen und sich selbst aus eigenen Kräften zu Gott zu be: kehren und dem Geseß Gottes mit Herzen gehorsam zu sein, dennoch, wenn der Heilige Geist den Anfang macht und uns durch das Evangelium be: rufet und seine Gnade, Vergebung der Sünden und ewige Seligkeit anbeut, daß alsdann der freie Wille aus seinen eigenen natürlichen Kräften Gott begegnen, und etlichermaßen etwas, wiewohl wenig und schwächlich, dazu thun, helfen und mitwirken, sich zur Gnade Gottes schicken und appliciren und dieselbige ergreifen, annehmen und dem Evangelio gläuben, auch in Fortseßung und Erhaltung dieses Wortes, aus seinen eigenen Kräften, neben dem Heiligen Geist mitwirken fönne. — Dagegen aber ist oben nach der Länge erwiesen, daß solche Kraft, nämlich facultas applicandi se ad gratiam, das ist, natürlich sich zur Gnade zu sdy iden, nicht aus unsern eigenen natürliden Kräften, sondern allein durch des Heiligen Geistes Wir: kung herkomme. *** Fürst Joachim Ernst von Anhalt, welcher unter dem Einfluß seiner synergistijden Theologen stand, schrieb am 20. April 1577 an den Landgrafen Wilhelm von Hessen über das Torgische Buch, die Grundlage der Concordienformel: „So müssen auch alle, so dieser Lehre (der Synergisten vom freien Willen) zuwider sein und ihnen eine unbekannte Prä: destination aus eßlichen übelverstandenen Locis imaginiren, bekennen, daß die Ursache der Verwerfung sei die Sünde und Verachtung des Wortes Gottes: darum sie die Schlußfolgerung nothwendigerweise auch einräumen müssen, daß im Gegentheil diejenigen die Erwählten seien, welche die Gnade annehmen, und nidyt die, in welche wie in leere Krüglein ohne alle Bewegung und Zustimmung derselben die Gnade eingegossen werde, denn dieser Enthusiasmus ist wider die Analogie der Sdrift und bringt unendliche Abgeschmacktheiten (absurda) mit sich.“ Weiter unten heißt es: „Nun können wir in dem Torgauischen Buch gar nicht finden, daß mit derselben Weitläuftigkeit dieses recht unterschieden wäre, weil darin befindlich, wen Gott will selig haben, dem gibt er Gnade zu gläuben; da mögen jene antworten, warum er dieses nicht Allen ver: leihe.“ (Citirt von Frank, Th. der Concordienf. IV, 267.)

Dagegen schreibt Hollaz: ,,Das Nicht-böswillig: Widerstre: ben bedeutet entweder die Unterlassung eines Widerstrebens, welches sich dem äußerlichen Gebrauch der Gnadenmittel widerseßt; oder die Unterlassung eines Widerstrebens, welches sich der innerlichen Befeh. rungsgnade widerießt. Jene Unterlassung ist eine Sade des freien Willens; diese verdankt man der göttlichen Gnade, welche das steinerne Herz wegnimmt.“ (Examen theolog. P. III. s. 1. c. 1. q. 9. p. 602.)

Es wird aber auch in unserer Concordienformel die Art und Weise zurückgewiesen, wie Calvin das Geheimniß lösen will. Dieser sagt: Daß die Einen selig werden und die Anderen verdammt werden, das kommt eben daher: die Einen will der liebe Gott in den Himmel haben, die Anderen will er nicht in den Himmel haben; die Einen hat er von Ewigkeit zum Himmel, die Anderen zur Hölle bestimmt. Aber das ist eine gotteslästerliche Lehre. Nein, Gott hat Niemanden zur Verdammniß bestimmt; er will, daß alle Menschen selig werden, daß auch nicht Eine Seele verloren gehe. Mögen wir nun auch dies nicht reimen können, das schadet nichts; die cristliche Religion ist nicht eine Religion des Verstandes oder des Verständnisses, sondern des Glaubens.

Es ist ja auch eine rechte Narrheit; wenn einer will ein Christ sein, so wird er sagen: Ich glaube an den dreieinigen Gott; ich glaube, daß es nur Ein göttliches Wesen gibt; und doch glaube ich, daß der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott ist. Wer will aber dieses aller: größte Geheimniß mit seiner Vernunft auflösen? Wenn ich zu einem Schüler sage: Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der Heilige Geist ist Gott; wieviel sind das Götter? so wird er schnell das Erempel heraus haben und sagen: Drei. Nun sage ich ihm aber: Nein, mein liebes Kind, hier geht es nicht nach der Vernunft; denn Beides stehet geschrieben: daß es nur einen Gott gibt, und doch der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott ist. Da spricht der Schüler zu mir: Das kann ich aber nicht begreifen; und da antworte ich ihm: Ich auch nicht; das können wir eben nicht begreifen, das müssen wir glauben.

Die Gegner unsrer Lehre von der Gnadenwahl wollen das Geheimniß der heiligen Dreieinigkeit auch nicht auflösen, das glauben sie so gut wie wir troß ihrer Vernunft; so sollen sie aber auch das Geheimniß der Gnadenwahl stehen lassen. Denn das müssen wir mit einem jeden Artikel des Glaubens thun: wir müssen das Geheimniß, welches derselbe in sich enthält, stehen lassen.

Unsere Concordienformel spricht (M. S. 557. SS 17-19; St. L. Ausg. S: 380 f.): ,,Demnach verwerfen wir folgende Jrrthümer: 1. A18 wenn gelehret wird, daß Gott nicht wolle, daß alle Menschen Buße thun und dem Evangelio gläuben. – 2. Jtem, wann Gott uns zu sich berufe, daß es nicht sein Ernst sei, daß alle Menschen zu ihm kommen sollen. – 3. Jtem, daß Gott nicht wolle, daß Jedermann selig werde, sondern unangesehen ihre Sünde, allein aus dem bloßen Rath, Vorsaß und Willen Gottes zum Verdammniß verordnet, daß sie nicht fönnen selig werden.“

Dieselbe spricht ferner (M. S. 715 ff. SS 52-63; St. L. Ausg. S. 484 f.): „Es muß aber mit sonderm Fleiß Unterschied gehalten werden zwischen dem, was in Gottes Wort ausdrüdlich hiervon offenbaret oder nicht geoffenbaret ist; denn über das, davon bisher gesagt, so hievon in Christo offenbaret, hat Gott von diesem Geheimniß noch viel verschwiegen und verborgen, und allein seiner Weisheit und Erkenntniß vorbehalten, welches wir nicht erforschen, noch unsern Gedanken hierinnen folgen, schließen oder grübeln, sondern uns an das geoffenbarte Wort halten sollen; welche Erinnerung zum hödysten vonnöthen... Denn damit hat unser Vor: wiß immer viel mehr Lust sich zu bekümmern, als mit dem, das Gott in seinem Wort davon offenbaret hat, weil wirs nicht zusammenreimen können, welches uns auch zu thun (nicht befohlen ist.“

Gott hat uns also das Grübeln ganz verboten. Er spricht: „Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben.“ Wir sollen auch nicht reimen, was wir nicht reimen können. Der liebe Gott wird es schon zu reimen wissen. Wir sollen hier auch nicht „schließen“, das heißt, Schlüsse machen. Die Concordienformel fährt fort: „Also ist daran kein Zweifel, daß Gott gar wohl und aufs allergewisseste vor der Zeit der Welt zuvor ersehen habe und noch wisse, welche von denen, so berufen werden, glauben oder nicht glauben werden; item, welche von den Bekehrten beständig, welche nicht beständig bleiben werden; welche nach dem Fall wiederkehren, welche in Verstođung fallen werden. So ist auch die Zahl, wieviel derselben beiderseits sein werden, Gott ohne allen Zweifel bewußt und bekannt. Weil aber solches Geheimniß Gott seiner Weisheit vorbehalten, und uns im Wort davon nichts offenbaret, vielweniger solches durch unsere Gedanken zu erforschen uns befohlen, sondern ernstlich davon abgehalten hat, Röm. 11, 33. f. : sollen wir mit unsern Gedanken nicht folgern, schließen, noch darinnen grübeln, sondern uns an sein geoffenbartes Wort, darauf er uns weiset, halten.“

Wenn ich von der Gnadenwahl höre, daß Gott vorausgesehen hat, welche selig und welche verdammt werden, so soll ich nun nicht meinen: Bin ich zur Seligkeit versehen, so weiß der liebe Gott, daß ich selig werde, so muß es auch folgen; und bin ich nicht versehen, dann hilft es mir auch nichts, wenn ich Buße thue. Darum will ich leben, wie es mich gelüftet; denn dadurch mache ich es doch nicht schlimmer, als Gott weiß, daß es wird. Diese Teufelsstimme will die Concordienformel vor allem zurückweisen und sagt: Du sollst eben keine Schlüsse machen; du sollst es den lieben Gott wissen lassen, und dich nicht darum bekümmern, daß es Gott weiß; du sollst bloß den Weg gehen, den dir der liebe Gott vorgezeichnet hat, und damit Punctum.

Das ist ja der Vernunft nach ganz richtig: Wenn der liebe Gott weiß, daß ich morgen sterben muß, so kann ich alle Doctoren der Welt zusammenrufen und kann alle Arzenei der Welt essen und trinken, ich muß doch sterben. Aber ich soll es nicht machen wie die Türken, die da die Pestfranken ruhig auf ihrem Rüden tragen, weil sie denken: Wenn ich nicht sterben soll, so sterbe ich nicht; soll ich aber sterben, so mag ich thun, was ich will, ich muß doch sterben. Denen sagen eben ihre Priester: Es ist alles von Gott vorausbestimmt, und es kommt alles so, wie es Gott bestimmt hat; darum macht nur, was ihr wollt, es kann euch nichts schaden. Deswegen gehen auch diese Leute so ruhig in den Krieg, weil sie denken: Hat mein Stündlein geschlagen, so muß ich sterben, ich mag in der Schlacht sein oder zu Hause fißen; hat es nicht geschlagen, so mögen alle Kanonen der Welt auf mich gerichtet sein, ich sterbe doch nicht. Dieser Schluß ist ja freilich vor der Vernunft ganz richtig, dieselbe kann nicht anders urtheilen; aber der Teufel lohne es uns, daß wir unsere Vernunft fragen. Da sagt unser Bekenntniß: Freilich weiß Gott vorauž, wer selig und wer verdammt wird; aber weil dir es Gott nicht geoffenbart hat, so mußt du eß nehmen, als wüßtest du es nicht.

Die Concordienformel fährt fort: „Also weiß auch Gott ohne

allen Zweifel, und hat einem Jeden Zeit und Stunde seines Berufs, Bes kehrung bestimmet; weil aber uns solches nicht geoffenbaret, haben wir Befehl, daß wir immer mit dem Wort anhalten, die Zeit aber und Stunde Gott befehlen sollen, Act. 1, 7.

Das ist wahr: wenn die Zeit und Stunde, da Gott einen Menschen bekehren will, noch nicht da ist, so mögen wir machen, was wir wollen, er wird sich nicht bekehren; aber Gott hat dir das Stündlein nicht geoffenbart, damit du eben nichts darnach fragest. Ein Prediger soll darum allen seinen Zuhörern immerfort predigen, und nicht denken: D, wozu will ich denn dem und jenem predigen? seine Stunde ist vielleicht noch nicht gekommen. Nein, spricht die Concordienformel, du sollst anhalten; Gott hat es dir nicht geoffenbaret, darum mußt du so handeln wie Einer, der es nicht wissen soll. Halte darum an mit Lehren, Strafen, Droben, Ermahnen, das Andere befiehl dem lieben Gott! So sollen auch die Zuhörer nicht denken: D, vielleicht ist heute mein Stündlein nicht da, ich will darum zu Hause bleiben; nein, du sollst nicht so denken, sondern du sollst hin zur Kirche gehen und jedes Stündlein benußen, damit du dein Stündlein nicht versiehst. Denn wehe dir, wenn du dasselbe versehen hast! es kehrt viel: leicht nicht wieder. Wie Mander mag sich schon um seine Seligkeit dadurch gebracht haben, daß er während des Gottesdienstes zu Hause geblieben ist, und hat Frost, Wind, Regen, Sonnenhiķe mehr gescheut, als Gottes Zorn! Der Prediger hat vielleicht gerade in dieser Predigt dem gesagt, was ihm nöthig war zu seiner Bekehrung, er hat es nicht gehört, und so kommt er um die Gnade, die Gott ihm zugedacht hatte.

Wir lesen weiter in der Concordienformel: „Gleichfalls, wenn wir sehen, daß Gott sein Wort an einem Drt gibt, am andern nicht gibt, von einem Drt hinwegnimmt, am andern bleiben läßt; item, einer wird verstodt, verblendet, in verkehrten Sinn gegeben, ein anderer, so wohl in gleicher Sduld, wird wiederum bekehret 2c.; in diesen und dergleichen Fragen seßt uns Paulus ein gewisses Ziel, wie fern wir gehen sollen, näm: lich daß wir bei einem Theil erkennen sollen Gottes Gericht; denn es sind wohlverdiente Strafen der Sünden, wann Gott an einem Lande oder Volt die Verachtung seines Wortes also straft, daß es auch über die Nachkommen gehet, wie an den Juden zu sehen; dadurch Gott den Seinen an etlichen Landen und Personen seinen Ernst zeiget, was wir alle wohl verdienet hätten, würdig und werth wären, weil wir uns gegen Gottes Wort übel verhalten und den Heiligen Geist oft schwerlich betrüben; auf daß wir in Gottes Furcht leben, und Gottes Güte ohne und wider unser Verdienst, an und bei uns, denen er fein Wort gibt und läßt, die er nicht verstodt und verwirft, erkennen und preisen."

Hier ist die rechte eigentliche Schwierigkeit. Es sind zwei Menschen von gleicher Schuld; der Eine wird bekehrt, der Andere wird verstodt. Woher kommt das? fie sind beide gleich verderbt, es wird ihnen dasselbe

Hier ist die in

der Eine Weich verderbt, es

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