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denn weil sie nicht durch sich selbst durch eigene Persönlichkeit existiert, daher ist sie auch nicht durch und aus sich selbst anzubeten. Wir sagen auch nicht, daß dieselbe nur zufälligerweise anzubeten sei, wie, wenn ein König geehrt wird, zufälligerweise auch sein Purpurkleid geehrt wird. Denn weil sie imi (ewigen, persönlichen) Wort nicht wie etwas Zufälliges existiert, sondern als ein Teil der Person, daher ist sie auch nicht bloß zu: fälligerweise anzubeten. ... Wir sagen auch nicht, daß Christi Fleisch darum anzubeten sei, weil es in die göttliche Natur wesentlich verwan: delt oder von der göttlichen Natur verschlungen worden, oder derselben Natur, desselben Standes und derselben Berdaffen: heit, wie die Natur des Wortes, sei, desgleichen Schwenkfeld gelehrt hat. Wir sagen auch nicht, daß es in dem Sinne anzubeten sei, daß es eine be: fondere und vom Wort verschiedene Person ausmache; sondern wir sagen, daß deswegen Christus, Gott und Mensch, mit derselben Verehrung religiöser Anbetung zu ehren sei, weil beider Naturen Persönlichkeit eine und dieselbe ungeteilte ist. Christi Anbetung, welche die Schrift kennt, ist die eine, welche dem Wort nach dem Wesen, dem angenommenen Fleische vermöge der Gnade der Vereinigung zukommt. Wenn wir sagen, daß Christo als Menschen die Verehrung religiöser Anbetung zukommt, dann drückt die Redeweise ,als Menschen' nicht den Grund und die Ursache der Anbetung aus; denn die menschliche Natur ist nicht Grund und Ursache, sondern (nur) der Gegenstand der Anbetung, welcher nicht allein die göttliche, sondern auch die menschliche, in die Person des Wortes aufgenommene, Natur ist.“ (Conf. cath. f. 478.)

Die Gottheit ist gleich der Sonne, die ihr Licht dem Monde mitteilt, so daß auch dieser leuchtet, aber nur solange ihn die Sonne bestrahlt. Wenn es möglich wäre (was jedoch nicht der Fall ist), daß die Gottheit von der Menschheit sich je wieder trennte, so würde daher dann wohl die Gottheit ihre göttlichen Eigenschaften behalten, die Menschheit sie aber alsbald ver: lieren und dann würde auch ihre Anbetung wirklich Gößendienst sein. Aber solange beide persönlich vereinigt sind (und die Vereinigung ist und bleibt unzertrennlich in alle Ewigkeit), ist es Frevel, der Menschheit diese Ehre zu entziehen, nicht deshalb, weil die Menschheit etwa so verbessert und vergrößert und ihre Beschaffenheit so verändert worden wäre, daß sie aufhörte, eine Kreatur zu sein; nein, die Menschheit ist nicht in die Gottheit verwandelt, sie bleibt Menschheit und behält ihre freatürlichen Eigenschaften ewigliờ. Aber die göttlichen Eigenschaften sind ihr mitgeteilt. Daher schreibt auch

Quen stedt: ;,Das Fleisch oder die menschliche Natur Christi ist nicht besonders anzubeten oder als eine abgesonderte Person, sondern als die persönlich gewordene Natur, welche in der Person des Sohnes Gottes persönlich eristiert und durch die persönliche Vereinigung der gött. lichen Majestät teilhaftig geworden ist.“ (Theol. did.-polem. P. III. cap. 3. s. 2. q. 15. f. 296.)

Und damit fällt denn auch der Einwurf hin, den man aus Jef. 48, 11.: ,,Ich will meine Ehre keinem andern lassen“, nehmen zu können meint. Davon sagt an einer anderen Stelle

Quenstedt: „Man sett uns entgegen: Jej. 48, 11. sagt Gott selbst: „Ich will meine Ehre“, das ist, die religiöse Anbetung, ,keinem andern lassen'; Christi Fleisch ist ja aber nicht Gott. – Antwort: Wenn das fleischgewordene Wort der menschlichen Natur die Ehre der Anbetung durch die persönliche Vereinigung mitteilt, so giebt es jene nicht, einem andern“, sondern seiner eigenen Menschheit, das ist, derjenigen, welche es sich durch die Vereinigung zu eigen gemacht und in die Einheit seiner Person aufgenommen hat, ohne irgend eine Vervielfältigung, Gleichmadung und eigene Verkleinerung.“ (L. c. f. 297.)

Scherzer dreibt: „Die Ehre, welche der Menschheit Christi verliehen worden ist, ist nicht einer anderen von Gott verschiedenen Person verlieben worden. Daher jene allein der Dreieinigkeit zugesdyriebene Ver: ehrung die Menschheit Christi nicht aussdhließt, sondern einschließt. Denn an wen man glaubt, den ruft man religiöserweise an nach Röm. 10, 14.: Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben?“; nun glauben wir aber an den Menschen Christus, Joh. 3, 16.; also. Denn der Vater , hat dem Sohn Madyt gegeben, auch das Gericht zu halten, auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren', Joh. 5, 22. 27.; er hat aber Christo die Madyt, das Gericht zu halten, nach der Menschheit gegeben; also auch die Ehre derselben Verehrung, durch welche der Vater selbst angebetet wird.; derselben, sage ich, dem Wesen der Sache nach, nicht nach der Art und Weise, sie zu haben. Denn Gott wird in Beziehung auf ihn selbst und in seiner Natur, die Menichheit in Beziehung auf etwas anderes und aus Gnade oder um der Gnade der Vereinigung willen angebetet, Phil. 2, 9–11. Weil Christi Fleisch (das ist, seine menschliche Natur) das Fleisd, des Wortes, nicht eines bloßen Menschen ist, daher wird uns die Stelle Jer. 17, 5.: „Verflucht ist der Mann, der sich auf Mensdhen verläßt, und hält Fleisch für seinen Arm', vergeblich entgegengehalten; denn da wird nur derjenige für verflucht erklärt, welcher das Fleisch eines bloßen Menschen, nicht das eines Gottmenschen für seinen Arm hält.“ (Syst. th. Loc. II. p. 81.)

So könnte man es ja auch für Abgötterei erklären, wenn wir uns auf Gottes Wort verlassen, während wir dies doch nur thun, weil Gottes Wort ein Ausfluß (aropboca) aus Gott ist, und wir damit also eigentlich nur auf Gott selbst vertrauen.

Diese Lehre unserer Kirche von der Anbetung Christi auch nach seiner Menschheit klingt denn auch aus unsern Liedern wieder. Denken wir nur an das herrliche Weihnachtslied:

„Ich freue mich in dir
Und beiße dich willkommen,
Mein liebstes JEsulein;
Du haft dir vorgenommen,

Mein Brüderlein zu sein." Und an dies IEsulein, unser Brüderlein, sind die Worte des vierten Verses gerichtet:

„Wohlan, so will ich mich
An dich, o JEfu, halten,
Und sollte gleich die Welt
In tausend Stüde spalten;
D JEsu, dir, nur dir,
Dir leb' ich ganz allein,
Auf dich, allein auf dich,

Mein JEsu, schlaf' ich ein.“
Ganz überaus herrlich ist aber, was Paul Gerhardt singt:

„HErr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,
Du bist mein, ich bin dein,
Niemand kann uns scheiden;
Ich bin dein, weil du dein Leben
Und dein Blut mir zu gut
In den Tod gegeben.
„Du bist mein, weil ich dich fasse
Und dich nicht, o mein Licht,
Aus dem Herzen lasse.
Laß mich, laß mich hingelangen,
Da du mich und ich dich

Leiblich werd' umfangen." Man findet in neueren Gesangbüchern öfter das Wort „leiblich“ in „lieblich" umgewandelt. Aber gerade dies ist es, worauf es Gerhardt ankommt. Hier haben wir mit dem Glaubensauge zu unserm Heilande geblidt und mit der Hand des Gebetes geistlich ihn umfangen; dort aber wird das Schauen und Umfangen ein wirkliches, ein leibliches sein. Mögen uns darum immerhin Papisten und Calvinisten als Gößendiener verlachen: wir bleiben bei der Lehre der Schrift und warten der Zeit, wo auch sie ihre Kniee vor ihm beugen müssen, Gott gebe, nicht mit Furcht und Zittern.

Ihesis III. Unsere Kirche lehrt, daß nur dasjenige Gebet ein gottgefälliges und erhörliches sei, welches allein auf Gottes Gebot und Verheißung sich gründet und im Namen JEsu geschieht, daß aber ein solches, wenn es auch nur das schwachgläubigste Seufzen ist, vor Gott föstlich ist und gewiß Erhörung findet.

In dieser These wird der dritte Grund gegeben dafür, daß nur die lutherische Kirche auch mit ihrer Lehre vom Gebete Gott allein alle Ehre giebt, nämlich darum, weil nur sie recht lehrt von der Art und Beí daffenheit eines rechten, Gott wohlgefälligen Gebetes.

Wie nämlich selbst die Heiden gewußt haben und noch wissen, daß es einen Gott giebt, aber nicht gewußt haben und auch heute noch nicht wissen, wie dieser Gott beschaffen sei: so haben sie auch zwar gewußt, daß man Gott anrufen müsse, aber welches die rechte, gottgefällige Art der Anbetung sei, das haben sie nicht gewußt und das wissen sie nicht. Gott mußte es offenbaren. Und Gott hat uns davon das geoffenbart, was die dritte These als die Lehre unsrer Kirche nennt, nämlich

1. daß das Gebet gegründet sein müsse auf Gottes

Gebot und Verheißung und auf Christi Ver

dienst und 2. daß ein so beschaffenes Gebet vor Gott köstlich ist

und Erhörung findet, wenn es auch das ich wach gläubigste Seufzen wäre.

1. Daß ein rechtes Gebet auf Gottes Gebot gegründet sein müsse, das sehen wir vor allem aus Davids Worten: „Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlik suchen! Darum suche ich auc, HErr, dein Antliß.“ (Pf. 27, 8.) Der Stellen, wo Gott uns zu beten befiehlt, ist eine große Zahl. Unter den Zehn Geboten gebietet uns ja ausdrücklich das zweite, daß „wir den Namen Gottes in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken sollen". Pf. 50, 15. ruft uns Gott zu: „Rufe mich an in der Not!" Er sagt nicht: Du magst, du darfst, du fannst mich anrufen; nein, er befiehlt, um Hilfe zu bitten, zu beten in jeder Not. Und man soll da auch nicht falsch bescheiden sein und nur wenig bitten wollen. Im Gegenteil, Gott befiehlt: „Thue deinen Mund weit auf, so will ich ihn füllen.“ (P. 81, 11.) Er will haben, daß wir viel, recht viel von ihm bitten. Ferner ruft der Prophet Jesaias aus: „Suchet den HErrn, weil er zu finden ist; rufet ihn an, weil er nahe ist!" (Jes. 55, 6.) Es soll hiermit nicht gesagt sein, daß Gott sich nicht immer finden lassen wolle und nicht immer nahe sei, solange man sein Wort hat; sondern davon ist hier die Rede, daß man, wenn man Gottes Wort nicht mehr habe, Gott auch nicht mehr finden könne und daß nach Ablauf der Gnadenzeit die Thür werde verschlossen werden. Solange aber ein Mensch Gottes Wort hat und solange die Gnadenzeit dauert, so lange gilt auch der Befehl: „Suchet! Rufet an!" Und es darf dies Gebot Gottes so wenig übertreten werden, wie irgend eins der andern. Christus spricht: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan.“ (Luk. 11, 9.) Eine herrliche Auslegung dieser Stelle, die

· Luther giebt, möge gleich hier Plaß finden. Derselbe idreibt: „Christus sagt: ,Bittet, so follet ihr nehmen; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan.' Erstlich will er, wir sollen bitten, wenn wir in Anfechtung sind, denn Gott verkreucht sich oft irgendshin und will nicht hören, ja, er will sich nicht lassen finden; so muß man ihn denn suchen, das ist, mit Beten anhalten. Wenn man ihn denn sucht, so verschleußt er sich denn in ein Kämmerlein; will man denn zu ihm hinein, so muß man denn anklopfen. Wenn man denn einmal oder zwei geklopfet hat, so verhöret er ein wenig. Leßlich, wenn man des Klopfens will zu viel machen, so thut er auf und spricht: „Was willt du denn?' ,HErr, id will dies oder jenes haben.“ So spricht er: ,So hab' dir's doch.' Also muß man ihn aufwecken.“ (XXII, 835 ff.)

Und nicht nur das Gebet felbst ist geboten, sondern Gottes Wort ruft uns auch zu: „Haltet an am Gebet!“ (Röm. 12, 12.) „Betet ohne Unterlaß!“ (1 Thess. 5, 17.) „Betet stets in allen Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist!" (Eph. 6, 18.) Es soll also nicht nur kein noch so kleines oder großes Anliegen geben, welches wir Gott nicht vortragen wollten, sondern es soll auch gar keine Zeit geben, wo wir nicht beteten. Wohl fönnen wir nicht allezeit die Kniee beugen und die Hände falten; aber „im Geist“ können und sollen wir allezeit mit Bitten und Flehen vor Gott treten, indem wir stets mit Gott im Verkehr stehen und mit den Seufzern und dem Verlangen unsers Herzens ihm nahen.

Was zum andern die Verheißung betrifft, auf die wir unser Gebet gründen sollen, so gehört hierher vor allem Jak. 5, 16–18.: ,,Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elias war ein Mensch gleichwie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monden. Und er betete abermal, und der Himmel gab den Regen und die Erde bradyte ihre Frucht." Elias, der mit seinem Gebet so Großes ausgerichtet hat, „,war“, heißt es, „ein Mensch gleichwie wir“. Man merke hierauf! Jeder Mensch darf also auf die Verheißung hin: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernst: lid ist“, Gott seine Not vortragen: er wird Gehör finden. Die größere Frömmigkeit des Betenden macht sein Gebet nicht erst kräftig und erhörlich. Nein, zu einem rechten Gebet gehört nach der Schrift im Gegenteil dies, daß man dabei an aller eigenen Würdigkeit und Verdienst verzweifelt.

Hierzu muß aber dann drittens kommen, daß man sein Gebet audi allein auf Christi Verdienst gründet. Das heißt dann im Namen JEsu beten. Darin giebt uns Daniel ein schönes Vorbild, wenn er mit dem ganzen Volfe zu Gott spridht: „Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Geredytigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit“ (Dan. 9, 18.), das heißt in neutestamentlicher Sprache: „um Jesu Christi wil: len“, ,,im Namen Jesu Christi“. Christus sagt vom Gebet in seinem Namen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so ihr den Vater etwas bitten

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