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Haut auf dem Arm. Nach einer andern Version soll Barlholomaus in Jndien ras Evangelium verkündigt haben. — Simon, der Kananite, der auch Zelote (Eiferer) beißt, ist uns gleichfalls unbekannt. Es ist bloße Vermuthung, wenn Einige annehmen, daß es derselbe Mann gewesen sei, auf dessen Hochzeit Jesus sein erstes Wunder verrichtete. Spätere haben ihm in Asien und Afrika einen Wirkungskreis angewiesen. Jn Persien soll er von heidnischen Priestern zersägt worden sein. — Daß Thomas, dessen augenblicklicher Zweifel an der Auferstehung Christi ihm den Namen des „ungläubigen" gebracht hat, späterhin in Jndien das Evangelium verbreitet habe, ist eine Sage, die vielen Glauben in der Kirche bis auf diesen Tag gefunden hat; obgleich sich darüber nichts Gewisses sagen läßt: denn die sogenannten Thomaschristen in Jndien sind offenbar spätern Ursprungs. Eine ältere Sage macht ihn zum Evangelisten der Parther.

Matthäus, eine Person mit Levi, Sohn des Alphäus, den Jesus von seiner Zollstätte weg zu sich gerufen (Matth. 9, 9 ff.), ist der Kirche am bekanntesten geworden durch das Evangelium, das seinen Namen trägt. Wo er das Lhristenthum verbreitet. wissen wir nicht. Die Sage weist nach Aethiopien.

Bei Jacobus dem Jüngern und bei Thaddäus (Judas Lebbäus) entsteht die Frage, ob sie dieselben Personen sind, die uns an andern Orten als Brüder Jesu bezeichnet oder ob sie von ihnen verschieden sind. Leibliche Brüder des Herrn waren diese beiden Apostel jedenfalls nicht, wohl aber Geschwisterkinder von ihm '«), und so muß man freilich die Bezeichnung von Brüdern in einem weitern Sinn nehmen (von Vettern), wenn man sich nicht entschließen kann, neben diesen Aposteln noch eigentliche Brüder des Herrn eben dieses Namens anzunehmen. Wir lassen die Frage, die die Gelehrten bis auf diesen Tag beschäftigt, unentschieden i'). Nur bemerken wir, daß der Jacobus, den die

'«) Jnsofern Alphäus und Kleophas, der Schwager der Maria, als eine und dieselbe Person angenommen werden. Joh. 19, 25. Matth. I0, 3.

i') Nekanntlich hat die Echen, sich die Maria als Mutter leibliche, Söhne zu denken, manche. besonders katholische Theologen, von vorneherein gegen die Annahme von leiblichen Brüdern Jesu eingenommen. Die Untersuchung muß rein historisch, ungetrübt von dogmatischen Voraussehungen.

Kirche ren Bruder des Herrn nennt und der auch den Beinamen des Gerechten führte, längere Zeit Bischos von Jerusalem war und von ilim ist auch wahrscheinlich der Brief Jacobi in unserer Bibel. Dieser Jacobns starb als Märtyrer. Nach Josephus wurde er auf Befehl des Hohenpriesters Auanias gesteinigt: nach einer andern Nachricht, die wir bei den christlichen Kirchenschriftstellern finden, wurde er bei einer Volksbewegung von seineu Feinden auf die Zinne des Tempels gestellt, dort zum Predigen aufgefordert, dann aber, als er Jesum öffentlich als den Weltheiland bekannte, herab gestürzt, und da er nicht vollkommen todt war, vollends mit einer Nalkerkeule erschlagen >»). — Von Judas Thaddäus haben wir schon erwähnt, daß er, der Sage zufolge, an den Toparchen Abgarus von Edessa abgesandt wurde, um ihn im Namen Jesu zu heilen; wir haben aber gesehen, auf wie schwachen Füßen diese Sage steht. Spätere Nachrichten lafsen auch ihn den Mcirtyrtod sterben: nach den Einen soll er gekreuzigt, nach Andern mit Pfeilen erschossen worden sein. — Von Matthias endlich, der bald nach Jesu Himmelfahrt an die Stelle des Judas Jschariot durch das Loos gewählt wurde (Apostelg. l, 26), wissen wir ebenfalls nichts Sicheres. Erst eine spätere Sage läßt ihn in Aethiopien das Evangelium verkünden und dort den Märtyrtod sterben; vielleicht eine Verwechslung seiner Person mit der des Matthäus (s. oben). Blicken wir noch einmal auf die Geschichte der zwölf Apostel zurück, so muß uns, wie schon bemerkt, auffallen, wie wenig das Buch, das den Namen „Apostelgeschichte" führt, uns über diese Zwölfe berichtet. Von mehrern schweigt es ganz, und auch die Geschichte der Hauptapostel, der Säulen der Gemeinde, führt es nur bis auf eine gewisse Grenze fort. Dagegen handelt die größere Hälfte des Buches von den Schicksalen und der Thätigkeit eines Mannes, der uns nicht unter den Zwölfen genannt wird und der gleichwohl, nack) seinem eigenen Zeugniß „mehr gearbeitet hat als sie Alle" (1 Cor. 15, I0); eines Mannes, der den Namen und die Würde eines Apostels ungescheut für sich in Anspruch nimmt, indem er das Bewußtsein einer unmittelbaren Berufung des Herrn

gefühit werden. Für unfern Zweck liegt sie außer rem Wezzc: roch hat rie Annnahme wirklicher Brüder Jesu vieles für sich.

>») Vgl. Hegesippus bei Euseb II, 23. und Iosephus XX, 8.

in sich trägt und die schlagendsten Beweise dieser Berufung nn den Tag legt. Es ist das auserwählte Rüstzeug des Herrn — der Heidenapostel Paulus, mit dessen Persönlichkeit und dessen Wirksamkeit wir uns genauer vertraut zu machen haben, wenn wir die Verbreitung des Christenthums nach außen, seine Vertiefung nach innen geschichtlich begreifen wollen.

Fünfte Vorlesung.

Die Mutterkirche zu Jerusalem und das Urchrlsteuthum. — Das erste christliche Psingsifest. — Dle Gütergemeinschaft. — Dlaconen und GemeinteVerfassung. — Dle ersten Verfolgungen. — Der Protomartyr Stephanus. — Phillppus. — Petrus und die Heiden. — Paulus. — Seine Reisen und seine Schicksale. — Das panlinische Lhnstenthum.

Jn unsern beiden ersten Vorlesungen sind wir durch den Vorhof der Heiden und durch den Tempel der Juden flüchtig hindurch gezogen; dann haben wir in den beiden letzten Stunden das Bild des Herrn und seiner zwölf Apostel uns vor Augen gestellt, und sind so bei dem Portal verweilt, das uns in das innere Heiligthum der Kirche und deren Geschichte einführen soll. Wir haben diese Bilder Christi und der Apostel einstweilen nur vereinzelt betrachtet, als heilige Standbilder am Eingang des Tempels, wie sie nicht nur von der Hand der Geschichte hingestellt, sondern wie sie auch durch die christliche Phantafie sind ausgeschmückt, freilich mitunter auch entstellt, mit falschen Farben übertüncht, von wucherndem Unkraut umrankt worden.

Jetzt treten wir in eine weitere Vorhalle, es ist die der apostolischen Kirche. Diese selbst aber zerfällt für uns wieder in zwei Räume, wie das Buch der Apostelgeschichte sie von einander gesondert hat, nämlich in den engern Raum der Mutterkirche zu Jerusalem und ihrer Ausläufer, und in den der Erstlingskirche aus den Heiden. Und indem wir uns in diesen Räumen umsehen, fällt unser Auge abermals auf ein Apostelbild, das nicht in der Reihe jener Zwölfe steht, das gleichsam jene beiden Räume von einander scheidet oder vielmehr sie unter einander verbindet. Es ist das Bild des Heidenapostels Paulus. Ehe wir zu diesen. Bilde aufschauen, müssen wir aber noch einen Augenblick in der ersten Vorhalle verweilen und uns umsehen in der Mutterkirche seit dem Tage der Pfingsten. Hier sind wir einzig gewiesen an die ersten Kapitel der Apostelgeschichte, die wir nicht ausführlich recapituliren, sondern an die wir nur mit wenigen Worten, als an schon Bekanntes, erinnern wollen.

Wir haben schon früher erwähnt, daß wir das erste christliche Pfingstfest betrachten können, als das Geburtsfest der christlichen Kirche. Die wunderbare Begebenheit sind wir nicht berufen, hier näher zu beleuchten. Wir halten uns an das geschichtliche Resultat. Da wird uns denn gesagt, wie, nachdem die dreitausend Seelen sich auf die Predigt Petri hin hatten taufen lassen, sie beständig geblieben seien in der Apostel Lehre. in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet lApostelg. 2, 42>. Vs wird uns ferner berichtet, wie sie alle Dinge unter einander gemein hatten; denn „ihre Güter und Habe verkauften sie und theilten sie aus unter Alle, nachdem Jedermann noth war" (Vs. 45). Es ist von dieser Gütergemeinschaft auch in neuerer Zeit wieder viel geredet worden. Man bat gezweifelt, ob sie je buchstäblich eingetreten sei. Das Letzlere läßt sich nach dem Wortlaute unserer Erzählung kaum leugnen. Aber vergessen wir nicht, es war l) eine Gemeinschaft der Güter nur unter wenigen Gleichgesinnten, die sich freiwillig, aus innerm Drang der Liebe dazu entschlossen; es ward 2) diese Gütergemeinschaft nicht als ein Recht angesprochen und darum auch nicht als eine Pflicht gefordert: denn als jener unglückliche Ananioe etwas von dem erlösten Gelde für sich behalten wollte, da ward nicht dieses Zurückbehalten an sich; sondern nur die Lüge so hart bestraft, die dieses Zurückhalten verheimlichte, die Heuchelei, die sich den Schein der Uneigennützigkeit geben wollte, ohne sie zu besitzen; und 3> dauerte das ganze Berhältniß, wenn es je vollkommen zu Stande kam, nur kurze Zeit; denn wir sinden ja bald nachher, daß es, wie überall, so auch in der ersten Christengemeinde zu Jerusalem Arme gab, für die gesorgt werden mußten, und für die sogar eigene Armenpfleger, sieben Diaconen gewählt wurden (Apg. 6). Dieß führt uns auf die erste Gemeindeverfassung

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