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: Mainz die gallischen Legionen in Ordnung bringen wollte, warb : er von Meuterern überfallen und sammt seiner Mutter umgebracht E im 25. Jahr feines Lebeng.

Der rohe Thracier Mariminus, in seiner Jugend ein Vieh- hirte, dann ein Soldat, durd) riesenmäßige Stärke ausgezeichnet, : fdwang fidy zum Kaiser auf, und verfolgte nun aus Radhe und E. auê persönlichem Haß gegen seinen Vorfahren, die Christen ebenso, - wie dieser fie geschüßt hatte 16). Er richtete dabei sein Augenmerk

besonders auf die Bisdjöfe, denen er nadyftellen ließ, weil er wohl E: wußte, daß wo die Häupter fielen, die Glieder bald würden zer- sprengt sein. Dazu fam, daß unter seiner Regierung Verheerende

Erdbeben in Rappadonien und im Pontus ausbrachen, bei welchen - die alte. Volkswuth auf's Neue wider die Christen erregt ward. -- Nadh drei Jahren war aud, Marimin wieder beseitigt, indem er 238 por Aquileja ermordet wurde.

In diese Regierungszeit des Marimin berlegt auch die Legende die Märtyrgeschidyte der heil. Ursula und ihrer zehntausend Jungfrauen. Eine englisdhe Prinzessin, Ursula, so lautet die Erzählung, follte einem Heiden, Holofernen, vermählt werden. Sie erbat fich

die Erlaubniß, erst eine Wallfahrt nad Rom zu thun und nahm : zehn ihrer Freundinnen mit sich; jede dieser zehn aber hatte wieder - ein Gefolge von tausend Jungfrauen, die aus allen Gegenden der . Welt herbeifamen, an dieser großartigen Pilgerreife theilzunehmen. * In Nom gesellte ftdy sogar der Papst Cyriacus ihnen bei. Als

fie auf der Heimreise in die Gegend von Köln gelangten, wurden ste sämmtlidy von den Hunnen erschlagen, die fich vor der Stadt gelagert hatten. – Mit dieser Legende steht auch in Verbindung die des heil. Pantalus, der der erste Bischof von Basel gewesen

fein soll, so wie auch die der heil. Chrisdona, die audy eine der - 11000 Jungfrauen war und in Augft starb. Ihre Leiche ward

auf einen Wagen geseßt und mit ein Paar jungen Odysen bespannt, die noch kein Fody getragen. Man ließ ihnen freien Lauf; fte führten die Leiche bergan durch des Waldes Didicht, das von selbst fich licytete, und hielten endlich stille an dem Orte, wo ießt das nach ihr benannte Kirchlein in die weite Gegend freundlich hinaug=

10) Euseb Kircheng. VI, 28.

sdaut. - Wir kehren wieder von der Legende zur Gefdjidhte zurüc. Nach Marimin gelangte Gordian III. auf den Thron, der fich sechs Jahre lang bis zum Jahr 244 wider innere und äußere : Feinde behauptete, aber zulegt den Ränken des Arabers Philippus 2 erlag. Sowohl unter Gordian, als unter Philipp genossen die :: Christen Ruhe, etwa zehn Jahre lang. Ja, es geht die Sage, . Philippus Arabs sei selbst Christ gewesen. Es wird sogar ausdrücklich erzählt, er habe in der Nacyt vor Ostern an dem christlichen Gottesdienste theilnehmen wollen, der Bisdhof der Gemeinde aber sei ihm entgegen getreten und habe ihm erklärt, daß er wegen seiner Verbredien (wahrscheinlich wegen der Ermordung seines Vorgängers Gordianus) nicht an den Mysterien des Gottesdiensten theilnehmen dürfe, bevor er Sirdyenbuße gethan, und der Kaiser habe sidy gutwillig dieser Buße unterzogen. Allein diese Sage bedarf sehr der Bestätigung !?). Nur so viel ist gewiß, daß er fidy, troß seines sonstigen eben niçit lobenswerthen Charakters, den Christen günstig erwies, und ebenso gewiß, daß überhaupt um diese Zeit die Zahl der zum Christenthum Uebergetretenen immer bedeutender wurde, und daß jezt auch schon Ungesehene, Mädytige 4 und Reiche fich unter ihnen befanden. Es war nicht mehr die Verachtete jüdisdye Secte; es war eine Neligionsgemeinsdaft, die idyon als eine ansehnliche Genossenschaft im Reiche auftreten konnte, aber eben als eine solche zog ste nun audy den Haß der Feinde nur um so mehr auf fidy, und die mehrjährige Ruhe,, deren die Christen mit wenigen Unterbrechungen von den Tagen des Septimius Severuß an genossen hatten, glid; dem heitern Himmel in der Sommersdywüle, an dem oft plößlich die Wolken fich zusammens ziehen und in ein furdytbares Gewitter ausbredjen. Dieß geschah unter der Regierung des Decius mit dem Beinamen Trajanus, : der im Jahr 249 den Philippus Arabs besiegte und bis 251 regierte. Die Christenverfolgung unter Decius können wir als die erste planmäßige Verfolgung betradhten, die redit eigentlid; darauf ausging, daß Christenthum vom Erdboden zu vertilgen und die daher aud; die meisten Versudzungen zum Abfall mit fic führte, während audy aus ihr eine Anzahl ruhmpoller Märtyrer

17) Eufeb VI, 34.

a Hervorging. Vom römisch- heidnischen Standpunkt aus betrachtet, e, vi war die Erhebung des Decius zum Kaiser ein Gewinn für das was Reich. Er gehörte unter die altrömischen Kraftnaturen, seine Verde waltung war ausgezeichnet und sein Ernst, womit er die altrömi

and iden Sitten wieder einzuführen suchte, verdient alle Anerkennung. cm Eben sein Patriotismus war es, der ihn zur Herstellung der alten

Staatsreligion hintrieb, und es ist mit Redit bemerkt worden, daß 1:1 die gleidye Persönlichkeit dieses Kaisers, wäre sie ein halbes Jahrjy hundert später gekommen, mit eben so vieler Energie die Reste des

Seidenthums würde verfolgt haben, wie sie jeßt dem Christenthum iz entgegentrat. bis Im Jahr 250 ersdien das verhängnißvolle Edict, das bei

Todesstrafe die Christen verpflidytete, den Ceremonien der heidnisdyen

Staatsreligion sich zu unterwerfen. Es wurde ein Termin öffenta lich bekannt gemacht, bis zu welchem alle Christen bei den bes

treffenden Obrigkeiten fidy zu melden hatten. Es blieb ihnen die trebuie einzige Wahl, Christum zu verleugnen und den Göttern ihre Opfer

zu bringen oder als Verbredyer gegen den Staat zum Tode verurtheilt zu werden. Augemeine Bestürzung erfolgte. Mehrere

namentlich von der Klasse der Reichern und Angesehenen, ließen i fich wirklich zur Leistung dieser Opfer herbei, die Ginen, nur mit

Bittern und unter sichtbaren innern Kämpfen, die Andern mit weit leidterm Sinne, je nachdem das Christenthun tiefere Wurzel bei

ihnen gefaßt hatte oder nicht. Da bewährte fid), sagt ein Kirchenlehrer, das Wort des Herrn: „Wie fdywer werden die Reidyen in

das Himmelreid, kommen.“ 18) Die Ginen begnügten fidy, Weihmis rauch dem Bilde des Kaisers zu ftreuen, die Andern opferten den

Göttern und flucyten Christo.' Noch Andere ließen fid, um Geld Sau bon den Statthaltern Scheine ausstellen, als ob fte das Edict bea

folgt hätten, obgleid eß nidyt der Fall war. Sie glaubten, so iei ihr Gewissen zu retten durd, Bestechung und Nothlüge Man wird

freilich über diese „Gefallenen" - wie die Kirche fte nannte milde urtheilen, wenn man vernimmt, welche ausgesuchte Marter ersonnen wurden, um durd, fte die Chriften vom Abfall zu bea wegen. Umso mehr aber auch wird man die bewundern, die

15) Euseb VI, 41.

troß der angedrohten und angewandten Marter, Christum bekannten und den Peinigungen ihrer Verfolger einen unerschütterlichen Glaubeng- und Todesmuth entgegenseßten. - So wird uns von einem fünfzehnjährigen Knaben, Dioscoros, in Alerandrien erzählt, der durd feine treffenden Antworten mitten unter den Martern dem Statthalter Bewunderung abnöthigte, so daß er ihn mit der Erklärung frei ließ, er wolle des unmündigen Alters wegen ihm Zeit lassen, fid) eines Bessern zu befinnen. Einer Jungfrau, Apollonia, wurden erst alle Zähne ausgerissen und dann erlitt fie den Feuertod 19). Der spätere Aberglaube des Mittelalters hat sie zur Heiligen erhoben, und sie bei Zahnsdymerzen um ihre Hülfe angerufen. Auch in Karthago, wo Cyprian Bisdyof war, wüthete die Verfolgung. Cyprian entzog fidy ihr burd, die Fludit; was ihm, wie wir später sehen werden, viele Verdrießlidykeiten verursadyte. Zu Cäsarea in Syrien starb im Gefängniß der alte Bisdyof Alerander von Jerusalem und eben so schymachtete daselbst in Banden der Kirchenlehrer Origenes, der später wieder, nachdem er viele Marter ausgestanden, befreit wurde. Der Bischof Babylaß von Antiodyien starb im Rerker; seine Retten, mit denen er beladen war, wurden, nady seinem Wunsdye, mit ihm begraben. In Smyrna litt der Priester Pionius nadh wiederholten, aber Vergeblidhen Versuchen, ihn zum Abfall zu bewegen, den Feuertod. Uudy der Bischof von Rom, Fabianus, fiel als Opfer. – Es läßt sich erwarten, daß fid, die legende audy hier gesdhäftig gezeigt hat, sowohl die Zahl der Märtyrer, als ihre Todeßart in's Wunderbare zu vergrößern; sowie audy rein dichteris(je Sagen an diese Verfolgung fich geknüpft haben. Idy will nur einer dieser Diditungen erwähnen; eß ist die Gesdhichte der sieben Sdyläfer, deren Andenken der dyristliche Kalender auf den 27. Juni gestellt hat. – Zur Zeit der Verfolgung des Decius, so lautet die Sage, hatten fidy fteben Brüder in eine Höhle bei Ephesus geflüchtet, die von den Heiden zugemauert wurde. Hier sdliefen fte ein und schliefen an einem fort 200 Jahre bis in die Zeit des jüngern Theodosius, im Jahr 447. Da erwachten sie erst, und spürten einigen Hunger. Sie glaubten nur einen Tag geschlafen zu haben. Nun sandten

19) Euseb a. a. D.

Et fie einen der Fhrigen in die Stadt, um Speise zu kaufen. Dieser

Fund alles auffallend verändert, dhriftliche Kirchen, wo früher [ heidnisdie Tempel gestanden, und er selbst wurde von Allen als

eine fremde Erscheinung angestaunt. Der Bischof der Stadt begab

fidh dann mit einer großen Menge Volkes hinauß zu der Höhle, - wo audy die übrigen Brüder sidy befanden und worüber männig

lid; erstaunte. Nun aber sanken die sieben Schläfer in die Arme des Todes, um zu ihrer ewigen Nuhe einzugeben. - Ofenbar will

die Sage in didyterisdyer Ginkleidung den Umschwung besdireiben, e den die Lage der Christen während dieser Zeit genommen. Viel

leidt, daß audy wirklich bei der Decischen Verfolgung eine Anzahl Ek Christen in einer Höhle, darein sie sich geflüchtet, des Todes ent2 sdliefen und daß dieses zur Sage Veranlassung gab, indem der

Tod sdon frühzeitig von den Christen als ein Sdylaf betradytet wurde.

Im December 251 kam Decius auf seinem Feldzug in Möfien um. Unter seinem Nadyfolger Gallus fielen die Gothen in's Reid) ein. Dazu kamen Hungersnoty und Pest. Nad kurzer Unterbrechung wurden die Christenverfolgungen aud) unter diesem Raiser fortgeseßt. Die römischen Bischöfe Cornelius und Lucius traf Verbannung und Tod; dod; die häufigen Kriege und Empörungen hinderten den Kaiser, seinen Verfolgungsplan durdyzuseßen, und nach seiner Ermordung (253) trat abermals eine Zeit der Ruhe für die Christen ein, unter Valerianus. Aber audy diese dauerte nidyt lange. Zeigte fidy aud Valerianus anfänglich den Christen überaus günstig (worüber er von den damaligen Kirchenvorstehern auf's Heußerste belobt wurde) 20), so wußte ihn doch sein Günstling Macrianus umzustimmen, und im Jahr 257 erschien ein Befehl, wonad; die Versammlungen der Christen gesdhlossen und ihre Bischöfe des Landes verwiesen werden sollten, wenn sie den Göttern die Verehrung verweigerten. Anfänglid, waren jedod die

Strafen, die gegen die Christen verhängt wurden, noch milde, im - Vergleich mit den bisherigen Grausamkeiten. Valerian begnügte

fidh erst mit Verbannung und Drohung; namentlid) wurden auch e mehrere Christen in die mauritanischen und numidischen Bergwerke

20) Euseb VII, 10.
Hagenbach, Vorlesungen II.

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