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verkünderi, und zwar schon dadurch, daß sie das Mahl halten, welches er kurz vor seinem Tode, in der Nacht, da er verrathen ward, eingefekt hat, und welches selbst den äußeren Sinnen durch das gebrochene Brot jene That gdttlicher Liebe vorführt, daß sich der Mittler für uns darges geben hat; den Tod ióres Heilandes verkünden die Christen aber aucy ro, daß sie sich gläubig an die Worte und Verheißungen ihres Jesu hal: ten, er vergieße sein Blut zur Vergebung der Sünden. Wer sich hieran nicht im Glauben hålt, wer diesen Tod nicht als das theure Ldregeld ansieht, mit dem er erkauft ist, wer das Abendmahl nicht als Siegel und Unterpfand der Gnade feines Herrn empfängt, die er ihm, dem Sünder, erweist, wem Brot und Wein nicht die Zeichen sind, daß der alwirtsame Heiland geistige Lebenskråfte zur Heilung und Heiligung rei: ner Seele in ihn wolle einstromen lassen: der macht sich dessen schuldig, wovor der Apostel warnt 1 Kor. 11, 27. 29. Der unwürdige Genuß des heil. Abendmahls, d. h. der ungläubige, wo man sich nicht in sei: nem Sündenlende und in seiner Strafbarkeit erkennt, wo man Christi aufgeopferten Leib und Blut nicht als Ursach der Begnadigung ansieht, wo man dem erhdheten Lebensfürsten nicht einen wirklichen Einfluß auf unsere Seele zutraut, daß er darreicht, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, solcher Genuß ist eine Verschuldung am Leibe und Blute des Herrn, an seinem Tode; denn der Unglaube, der Christi Tod nicht als das einzige nothwendige und wahrhaftige Opfer zu unserer Erldsung betrachtet, macht nothwendigerweise diesen Tod zu einer gerechten Strafe für den Sohn Gottes, und welche Verschuldung kann großer sein, als die, wo man Christo die Ehre raubt, Gottes Sohn und der Welt Heis land zu sein. Durch seinen Tod hat er, als Gottes Sohn, die Erld: fung gestiftet, wer dies nicht bekennt, gehdrt mit zu denen, die an reinem Tode schuldig waren, als sie sprachen: Er ist des Todes schuldig (weil er sich für den Meffias bekannte Matth. 26, 63—66.), und: Sein Blut komme über uns, es treffe uns die gerechte Strafe Gottes, wenn wir ihn unschuldig zum Tode verurtheilen. Ist die Verschula dung, nach dem Worte des Apostels, außer Zweifel, so ist der unwür: dige Abendmahlsgenuß auch strafbar, er isset und trinket ihm selber das Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet und das heis lige Mahl nicht seiner Bestimmung gemåß benußt. Die Feier des heil. Abendmahls geschieht auf die rechte, würdige Weise, wenn wir im Glauben das Fleisch und Blut des Menschensohns essen und trinken; . von dem geistigen Genusse der Segnungen seines Todes, von der geistigen Aneignung aller Lebenskräfte, die seit Christi Tode und Erhdhung in den Himmel von ihm über die sündige Menschheit ausgehen, redet

Jesus in der Schule zu Capernaum Joh. 6, 51–58. Dieser geistige Genuß geschieht durch den Glauben an Jesum Christum, und er kann statt finden, ohne daß gerade der facramentliche Genuß vollzogen wird, dieser aber darf, soll er uns anders den vom Herrn zugedachten Segen bringen, nicht ohne jenen geschehen.

Um alle Gläubigen vor einem unwürdigen und daher auch strafba: ren Genuß des heiligen Abendmahls zu warnen, gibt der Apostel die Ermahnung 1 Kor. 11, 28. Wir haben diese Selbstprüfung am gdtt:: lichen Worte und insonderheit an dem heiligen Vorbilde Christi anzustel: len, und sie führt uns, aufrichtig und unpartheiisch angestellt, gewiß zur Selbsterkenntniß unsrer vielfachen Verschuldungen und unsrer Straf: barkeit. Sind wir darüber erleuchtet, mit göttlicher Traurigkeit erfüllt und vou Sehnsucht nach Gnade, fo befinden wir uns in der rechten Ge: müthsverfassung, und jollen dann vol Zuversicht an den uns wenden, dessen Absicht, Wille und Werk es ist, Sünder zu begnadigen, ju bea tehren und zu retten, an Jesum Christum. Der würdige Genuß ge: schieht folglich so, daß wir wie der verlorne Sohn zu seinem Vater kom:. men, in einer Herzensstellung, wie sie jener Zöllner im Tempel (Luk. 18.),jener Schåcher am Kreuze (Luk. 23.) hatten. Damit nun der Christ auch, von außen her Gelegenheit und Aufforderung zu der im Evangelio gefor: derten Selbstprüfung habe, so geht in der christlichen Kirde die Beichte dem Genuß des heil. Abendmahls voran. Die Beichte ist theils Sün: denbekenntniß, theils Verkündigung der Sündenvergebung. Das Sủns denbekenntniß muß außer dem Geståndniß der Schuld und Strafbarkeit auch den ernsten Vorrat der Besserung enthalten und die Bitte um den Beistand des heiligen Geistes, da wir ohne denselben nichts thun kön: nen, und er Wollen und Vollbringen des Guten in uns wirken muß. Auf dieses Bekenntniß hin wird nun dem Sünder Sündenvergebung verkündet, und das geschieht im Namen Jesu Christi nach Matth. 16, 19. Was in dieser Stelle zunächst zu Petrus gesprochen wird, sagt der Herr Cap. 18, 18. mit denselben Worten zu allen Aposteln, so daß sich ein Vorzug und Vorrecht Petri hieraus keineswegs herleiten låst; und dasselbe Gebot und Recht gibt der Herr abermals Joh. 20, 22. 23. Er verleiht die Macht, in seinem Namen Sünden zu vergeben, den Upo: steln, als denen, die seine Gemeinde, die Kirche, damals ausmachten, und ro ruht dies herrliche Gnadenrecht bei der Gemeinde, fo daß jedes einzelne Glied derselben im lebendigen Glauben davon Gebrauch machen könnte, wie ja auch im Nothfalle das Sacrament der heiligen Taufe von folchen ertheilt wird, die nicht Diener am Worte sind. Weil aber doch alles ordentlich in der Gemeinde zugehen soll, ro ruht die ordents

liche Verwaltung des Amtes der Schlüssel bei denen, die zu Lehrern und Hirten verordnet sind, obwohl damit das geistliche Priesterthum jedes einzelnen Christen nicht abgeleugnet werden darf. Die Macht oder das Recht, welches der Erldser zunächst seinen Aposteln gegeben hat, bezeich: net er mit dem bildliden Ausdruck: Schlüssel des Himmelreichs; denn gleichwic, wer einen Schlüssel hat, im Stande ist zu dffnen und zu vers schließen, so sollen die Schlüssel des Himmelreichs die Madt bedeuten, das Himmelreich, den Eingang in den Himmel, zu offnen oder nicht, zum Genuß und Besib der Seligkeit zu helfen oder nicht; denn da ist das Himmelreid), und dann sind wir selige Genossen' und Bürger dessel: ben, wo Vergebung der Sünden ist. Es schenkt also der Herr reiner Gemeinde das Vermogen, Sündenvergebung zu verleihen oder zu vers weigern, und erklärt, was auf Erden gebunden werde, rolle aud, im Himmel gebunden fein, und was auf Erden gelöst werde, rolle auch im Himmel los sein. Wenn also einem buffertigen Sünder, der sich glau: big Christi Verdienst aneignet, in der Absolution Sündenvergebung ans gekündigt wird, so fou derselbe gewißlich glauben, das sei seines Herrn eigne Erklärung, und er habe diese Lossprechung eben so anzusehen und anzunehmen, und dürfe sich so zuversichtlich darauf verlassen, als ob ihm der Heiland selber seine Sündenschuld und Strafe geschenkt habe, denn nach des Erldsers Willen und in seinem Namen ist ihm die Absolution ertheilt. Wiederum aber, wenn dem unbußfertigen und ungläubigen Herzen Gottes Zorn und daß ihm seine Sünde behalten – nicht verges ben — wird, angekündigt wird, so gilt auch das im Himmel, vor Jesu Christo, und es bleibt die Sünde auf einem solchen Sünder. An eine Willkühr bei der Ausübung dieser Macht ist gar nicht zu denken, da das göttliche Wort fo deutlich und bestimmt lehrt, wem allein Sündenver: gebung zu Theil werden könne; es kann aber andrerseits dem heuchleri: schen und unbuffertigen Herzen nichts helfen, wenn ihm, indem es tåu: schungsfähige Menschen täuscht, Absolution ertheilt wird, weil jenes Wort des Herrn nur da gilt, wo ein zerschlagener und gedemüthigter Geist ist. Dieselbe Gnade nun, welche in der Absolution, durch das gåttliche Wort dem Sünder vetannt gemacht und zugesichert wird, ems pfängt er auch im Sacrament des heil. Abendmahls unter den sichtbaren von dem Herrn verordneten Gnadenzeichen, und wenn auch von Seiten des Herrn sein Bort gewiß und wahrhaftig ist ohne den Genuß des Sas cramentes, fo dient es doch unserm schwachen Glauben zu einer ganz bes fonderen Stärkung, wenn wir auch auf eine in die Sinne falende Weise der Gnadengaben im Sacramente theilhaftig gemacht werden. Es ver: hålt fich daher mit den Elementen im heil. Abendmahl und in der Taufe vergleichungsweise wie mit den Gnadengeschenken und Liebesbeweisen, die jener Vater seinem verlornen, zu ihm in Buße und Glauben zurück: tehrenden Sohne gab, als er ihn in die Arme schloß, ihm ein neues Kleid, einen Ring und Schuhe schenkte, und ein Gastmahl anstellte; dies alles mußte den Sohn noch mehr der våterlichen Gnade gewiß maa chen, und so sind die heil. Sacramente die allertheuersten Unterpfänder. der göttlichen Gnade rücksichtlich des Zeußeren in ihnen, und wo Glaube ist, ist zugleid) ein wirklicher und wesentlicher Genuß der Sündenverges bung und aller mit ihr verbundnen Güter und Gaben. :

Da unser Herr bei der Einsekung des heil. Abendmahls ausdrücks lich sagt: Nehmet, esset! nicht aber: Mehmet, bewahret es auf, betet es an, so ergibt sich daraus ein solches Verfahren, wie die katholische Kirche mit dem geweiheten Brote, der. Hostic, beobachtet, als schrift: widrig, eben sowohl wie es auch wider den Willen des Herrn ist, der gesagt: Trinket alle daraus, wenn ebenfalls in der katholischen Kirche den Nichtgeistlichen der Kelch unter allerlei nichtigen Vorwanden entzo: gen wird. Auch soll die Feier des heil. Abendmahls nicht als eine Wies derholung des Opfers Christi angesehen werden, als ob der Pricfter aber: mals für unsere Sünden den Leib Christi opfere, wenn er Messe hålt, denn es heißt ganz bestimmt, Christus habe mit Einem Opfer in Ewig: feit vollendet, die geheiligt werden (Hebr. 10, 14.), wir bedürfen also hinführo keines andern Opfers, als dessen, das der Erldser am Kreuze gebracht hat, rollen uns dies aber im Glauben, als für uns zur Erld: sung gebracht, aneignen.

:. 3. Von der Gottesverehrung der Gemeinde.

Die Anbetung Gottes foll in der Kirche des N. Test. im Geist und in der Wahrheit geschehen, es bedarf aber der fündige Mensch als sinn: liches Wesen auch eines åußeren Gottesdienstes, der ihm Mittel zur Erweckung, Stärkung und Förderung seines inneren, geistigen Lebens werde, und es kann daher die Verwaltung desselben und die Theilnahme an ihm auch als ein Gnadenmittel betrachtet werden, da der Herr übers dies der brúderlichen Vereinigung und Gemeinschaft der Seinen die Ber: heißung gegeben hat, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt seien, da sei er mitten unter ihnen, und er jei bei uns alle Tage bis an der Welt Ende. Derjenige äußere Gottesdienst nun, oder die Form desselben, durch welche das Leben des Geistes, das Bewußtsein der Ges meinschaft mit dem Erldser, am meisten erregt und gestärkt wird, ist gewiß der zweckmäßigste, und es ist daher bei dem Gottesdienst der christs lichen Gemeinde besonders darauf zu sehen, daß nicht durch sinnliches

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Gepränge und äußeren Pomp jener höchste Zweck verhindert und die Erbauung auf unserm allerheiligsten Glauben und die Stårtung in der christlichen Liebe hintenangereßt werde. Es unterscheidet sich daher der Gottesdienst in der christlichen Kircje, wo er dem Sinne des Evangelii gemäß ist, wesentlid, von dem in der mosaischen Verfassung; und wo derselbe mehr in das Leußere versinkt, herrscht der alttestamentliche Chas, rakter zum großen Schaden der Gemeinde und aller theuer erkauften Seelen vor.

Wegen der Auferstehung des Herrn wurde der erste Wochentag für den gemeinsamen Gottesdienst bestimmt, und man nannte ihn vorzugsweise den Tag des Herrn, Offenb. 1, 10. Apostg. 20, 7. Nun soll freilich jeder Tag und jeder Augenblick unseres Lebens dem Herrn geweiht und in seiner Furcht zugebracht werden, dessenungeachtet aber ist es höchst zweckmäßig, bestimmte Zeiten zu haben, wo das verborgene Leben der Seele in der Gemeinschaft Christi sich auch als solches in gemeinsa: mer Gottesverehrung offenbare; nur darf der Christ nie wahnen, der åußere Gottesdienst habe ohne den inneren des Herzens vor Gott irgend einen Werth oder Verdienst, sondern er roll den außeren Gottesdienst als ein unentbehrliches Bedürfniß ansehen, sich mit anderen in der Ges meinschaft Christi zu befestigen, und als eine willkommne, vom Herrn durch Wort und Beispiel gebotene, Gelegenheit,' rich in Liebe auch der brüderlichen Gemeinschaft bewußt zu werden. Worin der äußere Got: tesdienst der ersten Christen bestanden habe, lehrt: Apostg. 2, 42. Um in der Apostel Lehre zu bleiben, ist es nöthig, die Schriften, welche diefelbe enthalten, zu lesen, und da das N. Teft. die klarere Enthüllung des Alten ist, und beide sich gegenseitig beståtigen, so ist das Lesen der ganzen heil. Schrift 2. und N. Test. ein wesentlicher Bestandtheil des christlichen Gottesdienstes; um aber die im göttlichen Worte enthaltene Wahrheit allen desto verständlicher zu machen, fie den Herzen nahe zu legen und so allerlei geistige Anregung in der Gemeinde hervorzubringen, ist auch Erläuterung dieser Wahrheiten, Predigt, mündliches Zeugniß von Christo nöthig, wie es die heil. Apostel abgelegt haben, und wie es allezeit in der Kirche abgelegt werden soll, wozu der Herr Lehrer, Evan: gelisten und Hirten' verordnet, Kol. 4, 16. 1 Thess. 5, 27. 1 Tim. 4, 13. 2 Petr. 1, 15. Apostg. 5, 42. Cap. 20, 20. Ein anderes Stück der öffentlichen Gottesverehrung ist das gemeinsame Gebet Apostg. 1, 14. Rom. 12, 12. 1 Tim. 2, 1. 2. Judá V. 20., und so wie dasselbe schon zur Zeit des 4. B. im Gefang Gott dargebracht wurde, so geschieht

es auch noch jekt, Matth. 26, 30. Eph. 5, 19. Kol. 3, 16. Unter . der Gemeinschaft (Upostg. 2, 42.), die bei den gottesdienstlichen Zusam:

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