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O weh, der angst und grossen not!
Laß dichs erbarmen, lieber gott,
[A 4, 1, 25b] Daß dein lieb volck ohn schuld sol sterben,
Auif einen tag sämptlich verderben
10 Durch eines mannes falsche klag!

Geh hin, und Mardocheo sag,

Geh ich unbrüift zum könig ein,

So kost es mir das leben mein;

Er weyß wol deß königs gesetz.

15 Der kämmerling spricht:

Mardocheus sagt mir zu letz,

Du solt ansehen nit dein leben,

Villeicht seyst du zu rettung geben

Dem gantzen jüdischen geschlecht 20 Von gott, auif dise zeit gerecht;

Derhalb solt zum könig eingahn.

Die königin spricht :

So geh, sag Mardocheo an,
Daß er die jüden durch sein red
2a Verman zum fasten und gebet
Drey gantzer tag, frawen und mann.
Dergeleichen wil ich auch than
Hie in dem frawenzimmer mein,
Wöllen anrüifen gott allein
so Umb hülif, für unser volck zu than.
Darnach wil ich zum könig gahn,
Ob ich meim volck möcht gnad erwerben,

Es gelt gleich leben oder sterben.
*

12 S vnperüeft zum küng. 26 S frawen. AK Fraw, 31 S Darnach. AK Demnach. 33 S gelt. AK gült.

Sie gehnt ab. Der könig gehet ein mit seinem hofgesind, setzt sich

nider. Hester geht ein mit iren hofjunckfrawen, der könig sicht

ernstlich, die königin sinckt bey sein füssen nider. Der könig reichet ihr den scepter und spricht:

a Ach Hester, köngin, was ist dir?
Besorg dich keins argen gegn mir,
[A 4,1, 25c] Daß du unbrüifen kommen bist.
Dis gsetz den untern geben ist
Und nicht dir, welche du regierst,
1c Mit mir in meim reich gubernierst.
Sey frölich, und sag dein begern,
Deß wil ich sicher dich gewern
B1ß an das halbe königreich. ,

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1a O könig, groß gewaltigkleich,
Bald ich ansach dein zier der massen,
Ward ich von meinem geist verlassen,
Abkrefftig, meiner seel verzigen.
Derhalb kan ich dir mein anligen

20 Auif dise stund ietzt nit erklern;
Und ist allein ietzt mein begern,
Daß du und mit dir der Hammon
Heint wölt zu meinem nachtmahl gohn.

Der könig spricht:

2a O Hester, auß der massen gern.
Komb, Hammon, laß uns sie gewern;
Wann zu der königlichen frawen
Und zu dir steht mein höchst vertrawen.

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8 "S Dis gsecz den vntern geben ist. AK Das gsetz den unterthan gebn ist.

Der könig gehet mit allem hofgesind ab, allein Hammon, der fürst, bleibt und spricht:

Mir wil gar uber-wol das glück
Zu hof genzlich in allem stück.

a [A 4,1,25d] Seres, sein gemahel, gehet ein und spricht:

Hertz-lieber gmahel, wolt ir zu tisch?
Man hat uns gut wilpret und visch
Geschencket auif das aller-best.
Ladt heint zu euch erliche gest,
10 Daß sie sollichs mit uns verzehren.

Hammon spricht:

Ach, mich hat gar zu hohen ehren
Hester, die köngin, selbst geladen
Auß freundlicher gunst und genaden

1a Sampt dem könig bey ir allein
Ir aller-liebste gest zu sein,
Mit ir zu essen das nachtmahl
In ires frawenzimmers saal.

Seres, sein gmahel, spricht:

20 Das glück wil euch ie größlich wol;
Den göttern man danck sagen sol.
Der könig hat euch außerwehlt
Zu dem höchsten fürsten gestellt,
Thut euch solch grosse gnad erzeygen;
2a Alls hofgsind muß sich vor euch neygen.
Auch so sind euch durch mich auch worn
Zehen fürstlicher sön geborn,
Die auch kommen zu grossen ehrn.
Dergleich thut sich auch größlich mehrn
so Teglich unser schätz und reichthumb,
Der ich weiß weder zal noch sumb.
Derhalben ir billich auif erd
Der aller-frewdenreichst fürst werd,
Weyl keiner ist glückseliger.

a» 4 S genzlich. AK günstig. 9 S erliohe. AK etliche. 18 SK frawenzimmers. A Frawenzimmer. 21 S drumb dancken sol. 23 S Vür den höchsten.

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Ich wil ein weyl da gehn spatzieren,
In deß königes hof refieren,
: Und so sichs füglich zu wird tragen,
So wil ich beim könig verklagen
Den jüden, der mir auß hochmut
Kein ehr noch reverentz an-thut,
Veracht mich, treibt auß mir den spot,
10 Veracht auch deß königs gebot,
Dem sonst als hofgsind volg ist than.
Wenn ich dem köng das zeige an,
Wil ich thun ein gewaltig bitt,
Hoif, er werd mirs abschlagen nit,
1a Sonder den alten jüden schencken,
Auif daß ich in alß bald laß hencken
An galgen, den ich auifrichtet doch
In meinem hauß füntzg klaifter hoch;
Nach dem ich gentzlich auif und ab
20 Forthin mehr kein anfechtung hab,
Sonder geht alls gelücklich hin
Nach meines hertzen mut und sin.

Hammon geht ab. Ahasveros gehet ein mit zweyen kämmerling, setzt sich und spricht:

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