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Und doch das wort im hertzen sein
Nicht geistlich ist gewurtzelt ein;
Wenn denn verfolgung und trübsal
Vons worts wegen kompt uberal,

So ergert er sich bald daron,

Verlest das wort ohn frucht da stohn,
Daß es verwelcket und verschmacht,
Verdorrt, das er sein nicht mehr acht.
Das aber felt unter die dorn,

Ist,’ wer das wort hört, ausserkorn. ‘
Aber die sorge diser welt,

Der betrüglich reichthumb und geldt,
Pracht und ein wollustiges leben
Erstecket gottes wort darneben,

Daß es bey ihm bringt keine frucht;
Dieweil er nur das zeytlich sucht,
Hat er auif das ewig kein acht,

Und dem von hertzen nicht nach-tracht.

Der sam aber, der auif gut land
Geseet ist, hat den verstandt:
Wenn iemand höret gottes wort
Und versteht das an disem ort,

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Dardurch nem auß dem hertzen fort.

[K 4, 1, 155] Zum andern, daß nicht sey stein-hert

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Evangelium: Der sawerteyg. Allegoria.

An dem dreyzehenden caput
Mattheus uns beschreyben thut,
Wie der heyland Jhesus Christus

a Uns saget ein kurtze gleichnuß,
Und sprach: Es ist das himelreich
Gantz einem sawerteyg geleich,
Welchen ein weib vermenget selb
Unter drey scheifel semel-melb,

10 Biß daß es gar durchsewret ward
Zu bachen gut fruchtbarer art.
Darmit beschloß der herr Christus
Dise verborgene gleichnuß.

Außlegung und erklerung.

1a Nun höret hie mit fleiß fürhin Der verborgen geleichnuß sinn. Erstlich bedeut uns klerlich das Semel-melb, welches sind drey maß, Bedeuten die drey kreift der seel, 2c Wie ich kürtzlich hernach erzehl: [A 4, 1, 77a] Nemlich vernunift, will und begierd, ‘ Darmit gott hat den menschen ziert Vor allen creaturn ererbt

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1 Im 15 [verlernen] spruchbuche, bl. 46: 120 Der sawrtaig. Vgl. den meistergesang in der schwanckweis Hans Folzen xSawrtaigw Das sechzehent (i) in matheo (sechstes meistergesangbuch, bl. 242).

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Welche aber nun sind verderbt
Worden durch unsern vatter Adam
Durch seinen fall und unghorsam,
Sind unser drey kreift nicht mehr gut,
Wie ein mensch bey ihm spüren thut.
Vernunfft, die erst kraift, ist geblendt
Durch eygne lieb, gott sie nicht kennt,
Den sie im anfang liebt und ehrt,
Ietzund ist sie von ihm abkert,

Auif das zeytlich und das irrdisch
Und hat kein acht auif das himlisch.
Das hertz nur am irrdischen hencket,
Gar wenig deß himlischen dencket,
Fragt nach dem ewing heyl nit vil.
Die ander kraift, das ist der will,

Der war auch vereint im anfang

Mit gottes willn, wert doch nicht lang;
Bald Adam in dem paradeiß

Aß vom baum die verboten speiß,

Da fiel deß menschen willen bloß,
Ward ungehorsam und gottloß

Und gottes gebot wider-strebet,

Nach seim verderbten willen lebet,
Veracht gotts willen und gebot,
Derhalb ist er geistlich schon todt.
Die dritt kraift, die den menschen ziert
Im anfang, das ist die begierd.

Bald aber Adam ward verhetzt

Und sein begierd auif irrdisch setzt,
Da wurd verderbet sein begierd,

Wie sie noch im menschen regiert,
Die sie noch reytzet frü und spat,

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Und fraget nichts nach gotts gebot
Und ist gleich sam lebendig todt,

Ein fruchtloß semel-mel und korn,

Ob dem brinnet der gottes-zorn,

Biß endtlich kompt das weib allein,
Welches bedeut die christlich gmein,
Welche den drey verdorben kreiften
Dem menschen thut mit fleiß ein-heiften
Und einmengen das gottes-wort \

So denn mit würcket an dem ort

Auß gottes gnad der heylig geist,

Daß der mensch fasset allermeyst

Das reyn wort gottes in sein hertz;
Als denn würcket er darinn inwerts,
Und des menschen gemüt durch-kreucht,
Ihm sein drey kreift wider erleucht; ‘
Erstlichen sein vernunift erblendt,

Daß sie die gottes güt erkennt,

Sein milt und trew freundlich gemüt,
Das in der lieb und barmung glüt,
Weil gott gab seinen eygen sun

In todt deß creutz, auif daß er nun
Forthin das ewig leben hab.

Diser hoch himelischen gab

Wird die menschlich vernunift fein still.
Zu dem andren, der menschlich will
Lest ihm hertzlich gefallen hie

Gottes werck und erkennet die,

Daß gott all ding im besten thut,

Er geb creutz, schand oder armut,
Denn geyt der mensch sich willig drein,
Ist ghorsam gott, dem vatter sein,

Und lest all sorg und trawren fallen
Und hat gedult in disem allen.

Zum dritten, deß menschen begierd
Durch gottes wort gezehmet wird,

[A 4, 1,770] Daß der mensch wirt den sünden feind,

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